14.02.2019 - 10:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Sich den Spaß am Leben erhalten

Soziale Kontakte und Bewegung helfen gegen die Einsamkeit im Alter. Jeder kann zu seiner Gesundheitsvorsorge viel beitragen. Der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach, Dr. Roland Brey, hat Tipps.

Soziale Kontakte und Bewegung tragen zur Gesundheit im Alter bei.
von Adele SchützProfil

(ads) Alt werden, aber nicht alt sein, ist unser aller Wunsch. Die geistige und körperliche Fitness bis in das hohe Alter ist kein Zauberwerk, sondern jeder kann zu seiner Gesundheitsvorsorge viel beitragen. Der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach, Dr. Roland Brey, ist Fachmann für dieses Thema und referiert auch in der Vortragsreihe des Vereins zur Förderung der seelischen Gesundheit im Alter e.V. (SEGA) im Hammerschloss in Schmidmühlen am 10. April um 15 Uhr.

Ist körperliche und geistige Fitness bis ins hohe Alter möglich, oder ist da sowieso "Hopfen und Malz verloren"? Kann man Erkrankungen wie Alzheimer und Krebs vorbeugen und Pflegebedürftigkeit vermeiden? Diese zentralen Fragen stellt Brey in den Mittelpunkt. Der Leiter des Gesundheitsamtes will Mut machen und gibt konkrete Empfehlungen, was man selbst tun kann, um körperlich und geistig fit zu bleiben und seine Selbstständigkeit im Alter so lange wie möglich zu erhalten.

Lebensqualität

Seine zentrale Botschaft lautet, dass man selbst aktiv handeln kann und muss, um im Alter möglichst lange selbstständig bleiben zu können und eine zufriedenstellende Lebensqualität zu haben. Es gebe viele wissenschaftliche Erkenntnisse, welche Faktoren wichtig seien für die Gesundheit und Lebenserwartung, betont Brey. Die Erbanlagen, die Gene, würden natürlich eine Rolle spielen, allerdings sei deren Anteil geringer als man früher gedacht habe. "Bedeutsamer sind Bildung, Wohlstand, bessere medizinische Versorgung und natürlich die eigene Lebensführung", betont der Mediziner. Diesbezüglich sei bekannt, dass man möglichst nicht rauchen und Alkohol nur mäßig trinken sollte. Man sollte auch vermeiden, zu dick zu werden. "Die Medizin hat vieles möglich gemacht, was Senioren auch im hohen Alter noch erstaunliche Leistungen eröffnet", macht Dr. Brey bewusst. Die gefürchtete Krankheit Krebs habe einen Teil ihres Schreckens verloren, könne rechtzeitig diagnostiziert, gelindert oder oft sogar geheilt werden, was die Lebenserwartung um viele Jahre verlängere und die Lebensqualität entscheidend verbessere.

Risiken vermindern

Auch bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeige sich eine sehr positive Entwicklung. Mit Prävention und gesunder Lebensführung lassen sich laut Brey Risiken vermindern, mit Medikamenten Bluthochdruck bekämpfen, mit Eingriffen am Herzen und den Gefäßen Krankheiten wirksam entgegenwirken.

"Sehr wichtig ist, dass man beweglich bleibt, körperlich und geistig. Bei Hundertjährigen wurde festgestellt, dass sie meist bis ins hohe Alter körperlich aktiv waren", hebt der Mediziner hervor. Die körperliche Bewegung, die nicht unbedingt mit Sport gleichzusetzen sei, stehe stets im Mittelpunkt seiner Vorträge.

Moderate Bewegung

Für Ältere gibt er folgende Empfehlungen: Pro Woche mindestens 150 Minuten moderate Bewegung (Spazierengehen, Wandern, Radfahren, Schwimmen, auch Gartenarbeit) oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität (Laufen, schnelles Radfahren, Tennis oder eine andere Sportart). Außerdem an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelstärkende Übungen und Gleichgewichtstraining. Gerade das Muskeltraining als Schutz vor Gebrechlichkeit werde oft noch zu wenig umgesetzt. Dazu müsse man nicht unbedingt ins Fitnessstudio gehen oder an Geräten trainieren. Es gebe sehr gute Anleitungen für Übungen, die zu Hause einfach umgesetzt werden können.

"In Verbindung mit einer vitamin- und eiweißreichen Ernährung, Stichwort: Mittelmeer, kann damit die Kraft bis ins hohe Alter erhalten werden. Für die Alltagsbewältigung und Vermeidung der Pflegebedürftigkeit ist dies eine entscheidende Voraussetzung", betont Dr. Brey. Eine Handkraftmessung könne aufzeigen, ob ein Risiko für Muskelschwäche und Gebrechlichkeit bestehe. Insgesamt sei es nie zu spät, mit einer Verbesserung seine Lebensgewohnheiten anzufangen, auch bei Krankheit oder Behinderung gebe es Möglichkeiten.

Aktionsangebot

Hinsichtlich der geistigen Beweglichkeit empfiehlt er: sich für neue Dinge interessieren und sich den Spaß am Lernen erhalten. Soziale Kontakte helfen gegen die Einsamkeit im Alter. Dr. Roland Brey verweist auf die Kampagne des Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege "Mehr Freiraum. Mehr Gesundheit. In jedem Alter". Auf der Homepage www.freiraum.bayern. de sind hilfreiche Tipps für Fitness im Alter und ein breites Aktionsangebot zu finden.

Mit dem Verein zur Förderung der Seelischen Gesundheit im Alter e.V., der inzwischen bayernweit agiert, arbeitet Dr. Roland Brey vor Ort gut zusammen, vor allem wenn es um die jährlichen Vortragsreihen geht. Der Verein wurde Ende 2005 mit Geschäftsstelle in Sulzbach-Rosenberg (Landkreis Amberg-Sulzbach) gegründet.

Nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche kann im Alter Schaden nehmen. Wie der demografische Wandel zeige, nehmen alterspsychiatrische Erkrankungen, insbesondere die Demenz, stark zu. Deshalb hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein über seelische Erkrankungen im Alter in der Öffentlichkeit zu fördern und entsprechende Beratungs- und Versorgungsangebote bereitzustellen. Ziel des Vereins ist die Unterstützung von Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen, damit diese so lange wie möglich in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben können.

Ambulante WGs

Außerdem engagiert sich der Verein für ortsnahe ambulante Wohngemeinschaften als Zuhause und spezialisierte Versorgungseinrichtungen, für umfassende Beratung der Angehörigen und spezielle Ausbildung ehrenamtlicher Helfer zu deren Entlastung. Er will die Menschen umfangreich informieren und aufklären über Krankheitsbilder, beziehungsweise Unterstützungsmöglichkeiten. Bestehende Einrichtungen sollen vernetzt werden, Fachkräfte aus der Pflege zum Thema "Seelische Gesundheit im Alter" geschult und gestärkt werden, um dem alten Menschen mehr Wertschätzung entgegenzubringen.

Hier hat sich SEGA vier vorrangige Aufgaben gesetzt: Der Aufbau eines Versorgungsnetzwerks Beratung und Networking, der Aufbau der SEGA-Akademie als ein gerontopsychiatrisches Bildungszentrum, das in enger Kooperation mit der Volkshochschule Amberg-Sulzbach und anderen Bildungsträgern zusammen arbeitet, der Aufbau eines SEGA-Helferkreises mit geschulten Helfern, die Menschen mit Demenz stundenweise in deren Zuhause betreuen, und die Organisation eines jährlichen Fachkongress zum Thema Seelische Gesundheit und Demenz.

Fachtagung

Heuer findet die SEGA-Fachtagung zum Thema "Keine Angst vor dem Alter" am 20. März im König-Rupprecht-Saal des Landratsamts Amberg-Sulzbach statt. Nähere Informationen gibt es im Internet auf www.sega-ev.de. Wertvolle Tipps zu den Angeboten und Hilfen rund ums Alter gibt es auch auf der Homepage www.agvb.de des Ambulanten Gerontopsychiatrischen Verbunds Bayern (AGVB).

Der Diplom Sozialpädagoge (FH) und Gerontotherapeut Georg Pilhofer ist Leiter der Gerontopsychiatrische Koordinationsstelle Oberpfalz (GKS) mit Sitz im Sozialpsychiatrisches Zentrum Amberg in der Paulanergasse 18. Er ist unter Telefon 09621/3724-13 oder per E-Mail georg.pilhofer[at]diakoniesuro[dot]de erreichbar.

Der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach, Dr. Roland Brey, will Mut machen und gibt konkrete Empfehlungen, was man selbst tun kann, um körperlich und geistig fit zu bleiben und seine Selbstständigkeit im Alter so lange wie möglich zu erhalten.

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