Die Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung in Amberg stand am Montag etwas überraschend auf der öffentlichen Tagesordnung des Stadtrats. Der zuständige Sozialreferent Harald Knerer führte dazu aus, dass die Absicht bestehe, die teilweise schon sehr hohen, oft aber nicht zufriedenstellenden Betreuungsquoten deutlich anzuheben.
Hintergrund sei die Tatsache, dass in den geltenden Bedarfsplanungen die steigende Anzahl an Geburten in Amberg und die Migration nicht berücksichtigt würden. Aus diesem Grund arbeitet die Stadt Amberg an einer Anpassung für alle Altersgruppen von null Jahren bis ins Schulkindalter. Konkret sieht das laut Knerer so aus, dass für die bis zu Dreijährigen weitere sieben Krippengruppen mit insgesamt 84 Plätzen sowie eine weitere Großtagespflege mit 16 Plätzen geschaffen werden soll. Die Versorgungsquote würde damit für diesen Bereich auf 40 Prozent ansteigen. Insgesamt werden in der Stadt Amberg damit 348 Krippenplätze und 32 Plätze in Großtagespflege als notwendig anerkannt.
Bei den Kindergartenplätzen (Drei- bis Sechsjährige) liegt die Stadt Amberg laut Knerer derzeit bei einer Betreuungsquote von rund 91 Prozent (Bayern: 92,7 Prozent). Ziel müsse es hier sein, diese auf 100 Prozent zu steigern, um die steigenden Geburtenzahlen und die Migration aufzufangen. Konkret bedeutet das die Schaffung von fünf weiteren Kindergartengruppen mit insgesamt 125 Plätzen. Insgesamt werden in der Stadt Amberg damit 1189 Kindergartenplätze als notwendig anerkannt.
Deutlich mehr Hortplätze
Für die Schulkinder existieren laut Harald Knerer verschiedene Möglichkeiten der Betreuung. Angefangen von der Ganztagsschule über die Nachmittagsbetreuung bis hin zum Hort. Während die ersten beiden Möglichkeiten in die Zuständigkeit der Schulämter fallen, plant das städtische Jugendamt im Hort-Bereich die Einrichtung von zwei weiteren Gruppen mit rund 50 Plätzen. Womit die Versorgungsquote in Amberg auf rund fünf Prozent ansteigen würde. Insgesamt würde die Anzahl der Hortplätze in der Stadt damit auf 120 ansteigen.
Was passiert in Ferien?
Viertes und oft größtes "Problem" bei der Kinderbetreuung sind die Ferien. "Schulkinder haben einfach mehr Ferien als ihre Eltern Urlaub", fasste das Knerer griffig zusammen. Bisher gibt es die meist sehr schnell ausgebuchte Möglichkeit, die Kinder in den Oster- und Pfingstferien die erste Woche in die Betreuung zu geben. In den Sommerferien sind das zwei Wochen. Künftig sollen - zunächst versuchsweise - diese Fristen ausgedehnt werden. Mit dem Ziel, letztendlich die gesamten Ferien abdecken zu können. "Wir müssen uns da den Entwicklungen anpassen", argumentierte Harald Knerer mit dem Hinweis: "Wer selbst Kinder hat, der kennt das Problem."













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