15.07.2020 - 16:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtmuseum Amberg zeigt "Urlaub aus dem Depot"

Ministerpräsident Markus Söder hat es seinen Landsleuten im Corona-Jahr 2020 ans Herz gelegt: Urlaub daheim. Das Stadtmuseum Amberg greift diese Idee auf und zeigt dazu bis September eine kleine, aber sehr feine Ausstellung.

Mit Hut, Mundschutz und Wanderstock: Kulturreferent Fabian Kern, Bürgermeister Martin Preuß, Museumsmitarbeiter Michael Herzog und Museumsleiterin Julia Riß (von links) inspizieren die Exponate der Ausstellung "Urlaub aus dem Depot".
von Kristina Sandig Kontakt Profil

"Urlaub aus dem Depot" ist der Titel der Schau, die am Mittwochnachmittag im kleinen Corona-Rahmen ohne Publikum eröffnet wurde und die bis 19. September im Stadtmuseum gezeigt wird. Museumsleiterin Julia Riß betonte, dass die rund 40 Exponate, die zu sehen sind, allesamt aus dem eigenen Depot stammen. Das Thema "Urlaub daheim" sei ja brandaktuell, führte sie in die Ausstellung ein. Und deshalb beleuchtet das Museum auch das, was den Urlaub daheim in früheren Zeiten ausmachte – und spannt den Bogen zu heute. Zu sehen ist beispielsweise die Martinskirche, die als touristisches Motiv in Amberg laut Riß stark begeistert. Ausgestellt sind historische Aufnahmen der Basilika genauso wie Gemälde und Drucke. Malerische Ansichten der Stadt zählen ebenfalls zu den Exponaten: Gemälde von Alfons Schäffer. Ein Abschnitt von "Urlaub aus dem Depot" ist den verschiedenen touristischen Routen in und um die Stadt gewidmet.

Wandern sei auch heute noch beliebt, so Michael Herzog, der im Haus vor allem für die Museumspädagogik zuständig ist. Und zum Wandern fanden sich die passenden Utensilien im Depot: Rucksack, Fernglas, Stock. Und weil laut Herzog auch die Rast dazu gehört, stellte das Museum im Ausstellungsraum auch eine Bank auf: Hier können sich die Besucher ausruhen und den Ausblick genießen – jenen auf die Ausstellung, wie Herzog anmerkte. Baden gehört zum Sommer genauso wie die Sonne. Und da darf ein Einblick in die Bademode aus den 1950er- und 1980er Jahren nicht fehlen.

Museumsleiterin Julia Riß im Porträt

Amberg

Eingebaut in die Schau wurde laut Julia Riß auch eine kleine digitale Komponente: Stadtansichten und Zitate von Mitte des 19. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Anhand eines Zeitstrahls wissen die Besucher auch, aus welcher Epoche das jeweilige digitale Exponat stammt. "Es ist schon interessant, zu sehen, wie die Stadt wahrgenommen wurde", so Riß. Fahrradtouren erfreuen sich – genauso wie das Wandern – großer Beliebtheit. Und für mehrtägige Touren ist Amberg ein Schnitt- und Knotenpunkt. Passend dazu sind Radwanderführer ausgestellt. Und sogar ein Drahtesel aus längst vergangenen Tagen, der einst einer Amberger Bürgerin gehörte.

Am Ende des kleinen Urlaubsstreifzugs dürfen die Besucher selbst kreativ sein. Urlaub habe ja auch immer etwas mit Erinnerungsstücken zu tun, so Herzog. So soll auch eines im Stadtmuseum entstehen. Ein Mosaik, für das die Besucher ihre Traum- und Lieblingsziele nennen dürfen. Entstehen soll so ein buntes, vielfältiges Motiv: "Grüße aus der Stadt". Urlaub sei etwas sehr Individuelles, sagte Herzog. Wegen Corona würden heuer viele Leute ganz neue Urlaubs-Erfahrungen machen – direkt vor der Haustüre. Diese Aussage griff Bürgermeister Martin Preuß auf, der das Museums-Team für den kreativen Einfall sehr lobte. In der gegenwärtigen Situation würden viele entdecken, wie schön die Stadt, die Region, die nähere Umgebung seien. Preuß sprach von einer gewissen Renaissance: Urlaub in heimischen Gefilden machen. Der Ausstellung "Urlaub aus dem Depot" wünsche er, dass dafür viele Besucher ins Museum reinspazieren werden. Lob hatte auch Kulturreferent Fabian Kern für die kreative Mannschaft des Stadtmuseums und die kleine, aber feine Ausstellung parat. Alles, was zu sehen sei, komme aus dem eigenen Bestand der Einrichtung, unterstrich er.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.