Amberg
04.02.2025 - 14:56 Uhr
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Stadtrat Amberg erneut mehrheitlich für Wasserspielplatz statt Biotop im Stadtgraben

Die Goldfische sind inzwischen weitgehend draußen, das Wasser wohl auch. Und weil es aktuell ziemlich kalt ist, stinkt es auch nicht. Richtig, im Amberger Stadtrat wurde am Montag wieder über das "Nicht-Biotop" im Stadtgraben diskutiert.

Still ruht das inzwischen Goldfisch freie Nicht-Biotop im Amberger Stadtgraben. Der Stadtrat hat sich am Montag erneut mit dem Umbau zum Wasserspielplatz befasst. Bild: Wolfgang Steinbacher
Still ruht das inzwischen Goldfisch freie Nicht-Biotop im Amberger Stadtgraben. Der Stadtrat hat sich am Montag erneut mit dem Umbau zum Wasserspielplatz befasst.

Anfang Dezember 2024 haben Beschäftigte des Amberger Bauhofs einen Teil des "Biotops" – wir erinnern uns: das gar kein solches ist – im Amberger Stadtgraben neben dem Hotel Fronfeste ausgebaggert und den Teich trockengelegt. Parallel dazu rückten Tierschützer an, um die sich dort in großer Zahl tummelnden Goldfische einzufangen. Seither ruht der wasser- und fischfreie Teich still in der Winterkälte. Was unter anderem daran liegt, dass man so recht immer noch nicht abschließend weiß, was anstelle des undichten Goldfischteiches eigentlich entstehen soll.

Die Ideen reichten hier vom Action-Wasser-Spielplatz, den die CSU-Fraktion, unterstützt von der Stadtratsmehrheit, im Rahmen ihrer Innenstadtmillion hier schaffen wollte, bis zur Neugestaltung einer Oase der Ruhe, die aus der Ecke der Grünen und der Liste Amberg favorisiert werden. Nun existiert zwar ein Stadtratsbeschluss für die Action-Variante, hunderte von Bürgern haben aber inzwischen in einer Online-Petition gegen diese protestiert. Daher haben die Grünen einen erneuten Antrag gestellt. Mit dem Inhalt, man möge doch untersuchen, ob nicht doch eine Verlegung des Action-Spielplatzes an eine andere Stelle im Bereich der Kräuterwiese möglich wäre. Dann könnte man in Folge das Nicht-Biotop zu einem echten Biotop machen, so der Gedanke.

Wasserspielplatz für Vorschulkinder

Das war der Ausgangspunkt für die erneute Diskussion am Montag im Stadtrat. CSU-Sprecher Matthias Schöberl eröffnete die Debatte mit dem Vorschlag, aus dem "Action-Wasser-Spielplatz" im Sinne der Präzisierung des Begriffs einen Wasserspielplatz für Vorschulkinder im Alter von 2 bis 5 Jahre zu machen, "der aktiviert". Ein Ort quasi, an dem Oma und Opa mit den Enkeln fröhliche Stunden verbringen, während Mami und Papi im nahen Musikpavillon das Tanzbein schwingen. "Da wird aber auch viel Ruhe sein", versuchte Schöberl den Bogen zu einigen Anwohnern zu spannen, die im Zuhörerraum saßen.

"Auch ohne Kinder kann es für uns erholsam sein, dort zu sitzen und den Kindern zuzuschauen", unterstützte Veronika Niklaus (Freie Wähler) die Kleinkind-Variante von Matthias Schöberl. Der Ort sei gut gewählt, weg von der Straße und Kinderlärm sei laut Bundesemissionsgesetz ohnehin nicht als "Lärm" definiert. Auch Uli Hübner (SPD) stützte den Antrag. "Wenn die CSU schon mal einen ihrer seltenen guten Anträge macht, sollten wir da schon zustimmen", scherzte er. Wichtig sei ihm auch: "Wenn es Kinderlärm gibt, gibt es auch kleine Kinder."

Mehr Platz für Kinder

Michaela Frauendorfer und Florian Füger (beide CSU) sprachen ebenfalls von einem schönen und guten Kompromiss. "Wir wollen die Kinder mitten in der Stadt haben", so Füger. Denn es gebe eigentlich niemals genug Platz für Kinder, plädierte er als junger Vater für die Wasserspielplatz-Idee. "Eine Stadt lebt – aber bitte nicht hier!", nannte Michaela Frauendorfer eine Negativ-Haltung vieler Bürger, die sie auf keinen Fall unterstützt. Sie will am künftigen Platz der Kinderrechte, der am "Biotop" entstehen soll, auch Kinder spielen und toben sehen.

Einen Wasserspielplatz für Kleinkinder wollen im Prinzip schon auch die Grünen – allerdings an anderer Stelle im künftigen "Leben an der Vils"-Bereich an der Kräuterwiese. Beispielsweise rund 200 Meter entfernt vom Biotop, wo es jetzt schon den Spielplatz für die Großen gibt, schlug ihr Fraktionssprecher Hans-Jürgen Bumes vor. Vom Pflegeaufwand her betrachtet wäre das seiner Ansicht nach sogar besser. "Dann könnte an der bisherigen Stelle wieder ein Biotop entstehen", so sein Gegenvorschlag und -antrag. "Eine Oase der Stille", wie es Rudolf Scharl (Liste Amberg) seinerseits präzisierte.

Antrag der Grünen scheitert

Nachdem die Grünen einen entsprechenden Antrag gestellt hatten, musste im Stadtrat darüber erneut abgestimmt werden. Für die Oase der Ruhe und einen Wasserspielplatz an anderer Stelle im Bereich der Kräuterwiese konnten sich aber nur die anwesenden Stadträtinnen und Stadträte der Grünen, der Liste Amberg sowie Josef Witt von der ÖDP erwärmen. Der Rest des Gremiums inklusive der restlichen beiden ÖDP-Stadträte votierte hingegen für die Variante Wasserspielplatz. Die soll in einer der folgenden Sitzungen des Bauausschusses jetzt ihrerseits präzisiert werden.

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