12.01.2021 - 16:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Stunde der Wintervögel 2021: Weniger Vögel im Vergleich zu Vorjahr

Der Landesverband Vogelschutz in Bayern (LBV) zieht erste Zwischenbilanz: Wenige Vögel, dafür mehr Beobachter. Auch in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach wurden weniger Vögel beobachtet. Ein Experte erklärt woran das liegen könnte.

Ein Haussperling sitzt auf einem Ast. In der Stadt Amberg ist er der häufigste auftauchende Vogel. Im Landkreis Amberg-Sulzbach konnte er am zweithäufigsten beobachtet werden.
von Caroline Keller Kontakt Profil

Am vergangenen Wochenende konnten Freiwillige im Rahmen einer bürgerwissenschaftlichen Mitmachaktion die Wintervögel in ihrem Garten zählen, denn die Stunde der Wintervögel hat wieder, bereits zum sechzehnten Mal, statt gefunden. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zieht eine erste Zwischenbilanz. Laut Pressemitteilung des LBV seien dieses Jahr "relativ wenige Vögel" gezählt worden, wobei auffällig sei, dass die Meise weniger gesichtet werde. Das liege an einem relativ milden Winter, weswegen Meisen aus Nord- und Osteuropa in ihrem Brutgebiet genug zu fressen finden und deswegen nicht nach Mitteleuropa zum Überwintern ziehen, heißt es weiter in der Presseinfo des LBV.

Weshalb weniger Vögel im Vergleich zum Vorjahr gezählt worden sind, erklärt LBV-Kreisvorsitzender Bernhard Moos: "Die Lage der Wintervögel ist sehr unterschiedlich. An manche Futterhäuschen kommen weniger Vögel, an andere mehr oder es ist gleich geblieben. Auch die Lage, ob Stadt oder Land, spielt dabei eine Rolle." Die Lage der Wintervögel im Amberger Stadtgebiet und im Landkreis Amberg-Sulzbach ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.

Mehr Nahrung in der Natur

Aus der Pressemitteilung des LBV geht hervor, dass heuer weniger Waldvögel wie Buntspecht, Buchfink und Eichelhäher in den Gärten beobachtet wurden, was auf eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur zurückzuführen sei. Der LBV-Kreisvorsitzende weiß auch, warum weniger Vögel zu beobachten waren: "Wir hatten auch ein sehr fruchtbares Jahr. Vogelbeerbäume hängen voll mit Früchten, die dann Amseln und Wacholderdrosseln leer fressen. Auch sind viele Äpfel liegen geblieben, die dann die Amseln gerne fressen." Das erklärt, warum bestimmte Arten auch nicht mehr im heimischen Garten zu sehen sind.

Mehr Zeit zum Beobachten

In diesem Jahr sind der Haussperling (429 Vögel, Stand 12. Januar 2021, 11.10 Uhr), die Kohlmeise (196) und die Wacholderdrossel (172) die drei häufigsten Wintervögel in den Gärten der Amberger. Im Landkreis Amberg-Sulzbach sind es der Feldsperling (1423), der Haussperling (1177) und die Kohlmeise (1125). Auffällig ist auch, dass heuer mehr Freiwillige mitgezählt haben. Laut Pressemitteilung liege das an dem Corona-Lockdown, da die Leute jetzt mehr Zeit hätten. Noch bis zum 18. Januar können die Ergebnisse der Beobachtungen vom Wochenende auf der Internetseite des LBV eingetragen werden.

Futterstellen richtig aufstellen

Wer die Chancen erhöhen möchte, Wintervögel im eigenen Garten zu beobachten, der kann Futterstellen aufstellen. Denn das Füttern der Wintervögel ist zu dieser Jahreszeit in Ordnung. Moos erklärt, was dabei jedoch zu beachten sei: "Es ist wichtig, kleine Futterstellen über den gesamten Garten zu verteilen und diese Stellen auch jährlich zu wechseln. Futtermöglichkeiten, die in den Baum gehängt werden können, sind dabei optimal." Dadurch könne der Kot der Vögel einfach runterfallen und die Gefahr von Krankheiten eingedämmt werden. Dem Kreisvorsitzenden ist wichtig, dass möglichst nicht am Boden gefüttert werde: "Am besten sind hier Silos, damit das Futter nicht nass wird und anfängt zu schimmeln." Einen Tipp hat er noch, den viele Leute oft vergessen würden: "Die Futterstellen müssen vor allem sicher vor Katzen sein. Die Vögel merken das, wenn eine Katze in der Nähe sitzt." Das kann auch ein Grund sein, weshalb weniger oder gar keine Vögel mehr in den Gärten zu beobachten sind.

Stunde der Wintervögel 2020

Amberg

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