14.02.2020 - 09:26 Uhr
AmbergOberpfalz

"Teilweise kritisches Klientel" machte oft Ärger

Der Name Bergsteig genießt bei vielen älteren Ambergern keinen guten Ruf. Das hat viele Gründe. Franz Koch, der bis 2012 im Auftrag der Stadtbau teilweise bis zu 500 Mietwohnungen verwaltete, kennt sie alle.

Bis zu seinem Vorruhestand im Jahr 2012 war Franz Koch für rund 500 Mietwohnungen zuständig.

Für seine Erklärungen muss er aber bis in die 70er- und 80er-Jahre zurückblicken: "Es gab teilweise kritisches Klientel." Angesichts von mehr als 60 verschiedenen Nationalitäten, vielen Staatenlosen und unzähligen Bewohnern, die keiner geregelten Arbeit nachgingen, sei oft viel Ärger in der Luft gelegen. Doch das ist Vergangenheit. In seiner Zeit bei der Stadtbau lernte Koch fast jeden Bewohner persönlich kennen. Als die städtische Tochtergesellschaft im Jahr 2001 dem Bundesvermögensamt dessen 437 Wohneinheiten für 3,5 Millionen D-Mark abgekauft hatte, ging Koch von Tür zu Tür. Um sich vorzustellen und um zu sehen, welche Wünsche die Mieter haben. "Ihr größte Angst war, dass sie sich nach der Sanierung die Wohnung nicht mehr leisten können", blickt Koch zurück und beschreibt, wie die Häuser ausgesehen haben: "Nur eine Toilette. Wir haben Bäder eingebaut, gefliest, Balkone angebaut, Heizungen installiert, neue Fenster gesetzt und neue Böden verlegt. Bei den Leuten ist das gut angekommen."

Auch, weil die Mieten nicht zu sehr gestiegen seien: "Es waren deutlich weniger als zwei Euro pro Quadratmeter." Doch lange sei nicht klar gewesen, ob die Stadtbau die bundeseigenen Wohnungen übernimmt: "Aussichtsreichster Investor war ein Unternehmer aus dem Landkreis. Der hätte auch saniert, aber vermutlich zu Spitzenpreisen vermietet. Das wollten wir verhindern." Also bot die Stadtbau mit und erhielt den Zuschlag. Zunächst sollte pro Jahr ein Block saniert werden: "Das haben wir auch gemacht. Teilweise haben wir sogar zwei pro Jahr geschafft." Apropos Sanierung: Den Polizei-Bau hätte Koch erhalten: "Der Durchgang war so typisch für den Stadtteil." Bei der Frage nach einem Erhalt spielten aber immer auch wirtschaftliche Aspekt eine Rolle: "Die Mieten müssen sich auch Leute leisten können, die mit ihrem Einkommen nicht auf der Sonnenseite stehen."

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