31.03.2020 - 18:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Tipp: Corona-Zwangspause für die Gartenarbeit nutzen

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Corona-bedingt zu Hause bleiben, bei wunderbarer Frühlingssonne: Diese Kombination lockte am Wochenende viele Gartler nach draußen. An sich keine schlechte Idee. Nur dem Rasen sollte man besser noch etwas Zeit lassen.

Im Gewächshaus kann man jetzt schon freie Zeit sinnvoll investieren: Putzen, Unkraut entfernen, anpflanzen.
von Heike Unger Kontakt Profil

Die eifrig rasenmähenden oder vertikutierenden Nachbarn am sonnigen letzten März-Wochenende warfen deutlich hörbar die Frage danach auf, ob man die bestehend Corona-Zwangspause sinnvoll für Gartenarbeit nutzen kann: Man kann, lautet die Antwort von Michaela Basler, als Gartenfachberaterin am Landratsamt Amberg-Sulzbach eine Expertin auf diesem Gebiet. Viele Arbeiten im Garten könnten schon jetzt erledigt werden, sagt sie. Für manches sei es sogar "höchste Eisenbahn". Aber es gibt auch Dinge, für die es momentan noch ein bisschen zu früh ist - auch wenn man jetzt Zeit dafür hätte.

Höchste Eisenbahn

Sputen sollten sich Gartenfreunde jetzt schon, wenn es um die Stauden geht, betont Basler: Bei Gewächsen wie Taglilie, Fetthenne oder auch bei Gräsern sollte man abgestorbene Teile wie alte Blätter, Fruchtstände oder Halme "unbedingt bald abschneiden", empfiehlt die Expertin – "denn sie treiben aus ihren Wurzeln schon wieder frisches Grün nach".

Damit es später im Jahr so hübsch blühen kann, ist es jetzt höchste Zeit, das Staudenbeet zu pflegen. Von Pflanzen wie der Taglilie muss man jetzt Abgestorbenes entfernen.

Auch bei den Rosen sollte man sich sputen. "Sie treiben jetzt schon stark aus", betont Basler und rät deshalb, "Beet- und Bodendeckerrosen stark zurück zu schneiden". Etwa zehn Zentimeter über dem Boden seien dabei ein gutes Maß. Bei Strauch- und Kletterrosen darf es noch etwas mehr sein. Hier sollte man "alte Triebe komplett vom Boden weg entfernen", sagt Basler.

Schnell zur Schere greifen sollten Gartler zudem beim echten Wein. Bester Zeitpunkt für den Rückschnitt sei hier nämlich ein kalter und sonniger Wintertag. "Vorjährige Triebe auf zwei bis drei Augen zurückschneiden", lautet Baslers Tipp hier - und weil der Wein dabei jetzt "stark bluten wird, zusätzlich wässern".

Echter Wein sollte jetzt zurückgeschnitten werden: Kalte, sonnige Tage sind ideal dafür.

Jetzt schon möglich

Manche Aufgaben eilen noch nicht, können aber durchaus jetzt schon erledigt werden, berichtet Basler weiter. So könnte man derzeit ruhig schon mal "das Gewächshaus auf Vordermann bringen", also die Scheiben abwaschen, Unkraut entfernen und bei Bedarf Gartenerde einbringen". Frühe Gemüsearten wie Kopfsalat oder Kohlrabi könnten dann schon gepflanzt werden.

Ein guter Zeitpunkt: Radieschen kann man jetzt säen.

Auch am Hochbeet können Gartenfreunde bereits jetzt freie Zeit investieren. "Entstandenen Humus im Garten verteilen oder zwischenlagern, das Beet neu bepacken", lautet eine To-do-Liste der Gartenfachberaterin. Außerdem könnten Radieschen, Rettich, Möhre und Rucola schon ausgesät werden.

Auch mit seinen Zimmerpflanzen kann man sich gerade sinnvoll beschäftigen: Umtopfen ist laut Basler hier angesagt. Der richtige Zeitpunkt dafür sei "jetzt, zu Beginn der Wachstumsperiode, und nicht während der Blüte". Der neue Topf sollte übrigens einen etwa zwei Zentimeter größeren Durchmesser haben als der alte.

Besser noch abwarten

Auch wenn freie Zeit und schönes Wetter Gartenfreunde umtreiben, sollten sie mit einigen Arbeiten trotzdem noch ein bisschen warten, meint Michaela Basler. Kübelpflanzen beispielsweise sollten noch nicht ins Freie umziehen, "da noch Frostnächte angesagt sind". Empfindliche Arten "wie Hibiskus, Engelstrompete oder Zitruspflanzen vertragen keine Temperaturen unter null Grad", warnt die Expertin allzu Voreilige. Andere Arten wie Oleander, Bleiwurz, Gewürzrinde oder Schmucklilie würden zwar "leichte Fröste" vertragen, "doch beim Ausräumen müsste dann unbedingt mit Vlies abgedeckt werden, da sie jetzt noch nicht an das Klima draußen gewöhnt sind".

Rasenmähen? Auch wenn Sonne und Corona-Vorgaben alle in den Garten ziehen: Momentan ist es dafür noch ein bisschen zu früh.
Im Blickpunkt:

Für den Rasen ist es noch zu früh

Auch für die Rasenpflege ist es nach Auskunft von Gartenfachberaterin Michaela Basler momentan noch ein bisschen zu früh. Der richtige Zeitpunkt für die "Frühjahrskur" sei in diesem Fall April oder Mai, "je nach Witterung". Letzteres habe "weniger mit Frost zu tun – aber bei kühlen Temperaturen wächst der Rasen nicht. Es muss jetzt also erstmal wärmer werden, bis er wieder zu wachsen anfängt". Und das erste Mal mähen sei erst dann sinnvoll, "wenn das Gras gewachsen ist".

Bevor man sich ans Vertikutieren (Rasen lüften) macht, "muss ich auch erstmal einen Aufwuchs abwarten", bremst Basler hier allzu Eifrige: Das mache man erst nach dem ersten Schnitt. Deshalb ihr Tipp: "Für Rasenmähen oder Vertikutieren ist es jetzt definitiv noch zu früh. Das wird erst im April/Mai aktuell." Abhängig sei das dann auch von der Witterung: "Je langanhaltend wärmer es jetzt wird, umso schneller geht’s."

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