Amberg
20.02.2025 - 10:24 Uhr
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Trennung ja oder nein – was am Ende einer Beziehung zu beachten ist

Liebe kommt, Liebe geht. Doch wie merkt man, ob sich das Kämpfen lohnt oder die Beziehung am Ende ist? Paartherapeut Sebastian Sonntag erklärt, wann es Sinn macht, einen Schlussstrich zu ziehen, und wie eine Trennung fair ablaufen kann.

Eine Liebe fürs Leben? Das bleibt leider oft nur ein Traum. Die meisten Menschen erleben heute im Laufe ihres Lebens eine oder mehrere Trennungen. Jede dritte Ehe wird laut Statistik wieder geschieden. Das Ende einer Beziehung – ob nun ehelich oder nicht – bedeutet meist eine große Herausforderung. Denn nicht selten befindet man sich in einem emotionalen Zwiespalt und fragt sich, ob eine Trennung wirklich Sinn macht oder ob es sich lohnt, an der Beziehung festzuhalten. „Eine leider schmerzliche Erfahrung ist, dass in vielen Fällen zu früh die Flinte ins Korn geworfen wird“, erklärt Paartherapeut Sebastian Sonntag. „Nicht jede Krise ist das Ende, oft ist es auch eine Chance zum Wachsen.“

Professionelle Hilfe

Immer wieder entscheiden sich Paare in Krisenzeiten, sich professionelle Hilfe in Form von Beratung und Therapie zu holen – auch bei Sebastian Sonntag. Seit fast fünf Jahrzehnten arbeitet der Psychologische Psychotherapeut aus Amberg in der Paartherapie. „Hier versuche ich gemeinsam mit dem Paar zu erkennen, was die tieferen Ursachen für Konflikte und Trennungswünsche sind“, erklärt er. „Es gibt manchmal grundlegende Verschiedenheiten und Bedürfnisse von Partnern aufgrund ihrer Herkunftsgeschichten, die schwer zu verbinden sind. Oder Partner entwickeln sich in ihrer Persönlichkeit, in ihren Erwartungen und Ansprüchen während der Beziehung.“

Raum lassen

Trennung – ja oder nein? Haben die Partner noch keine endgültige Entscheidung getroffen, rät der Experte: „Hier ist es häufig besser, erst einmal von Abstand zu reden. Es macht Sinn, sowohl emotional wie auch räumlich Abstand zu halten und zu überprüfen, wo sie in ihrer Beziehung wirklich stehen. Sich gegenseitig Raum lassen und nicht bedrängen.“

Entscheidet sich ein Paar dann doch für die Trennung, sind Respekt und Wertschätzung das A und O. „Je besser der menschliche Umgang in der Trennungszeit war, wie viel Respekt und Achtung trotz allem da war, desto größer ist die Chance, bei allem Schmerz auch einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zu finden.“

Papa und Mama als gutes Team

Wichtig ist das vor allem dann, wenn gemeinsame Kinder da sind. „Für die Kinder ist es enorm wichtig, dass sie erleben können, dass Mama und Papa ein gutes Team bleiben, wenn es um ihre Belange geht. Wichtig dabei sind klare Regeln.“

Doch nicht immer ist so ein Umgang möglich. Manchmal ist auch ein strikter Kontaktabbruch nötig – etwa dann, wenn es darum geht, sich aus einer toxischen Beziehung zu befreien. „In einer toxischen Beziehung sucht meist ein Partner alle Vorteile und Bedürfnisse nur für sich – und zwar auf Kosten des Anderen. Der Andere ist Selbstzweck zur Verwirklichung der Selbstbestätigung“, so Sebastian Sonntag.

Toxische Beziehungen

„So lange es möglich ist, sollte der oder die Ausgebeutete sich Freundinnen oder Freunden anvertrauen, die objektiver erkennen, was da schief läuft. Während und nach so einer toxischen Beziehung können sich die Partner gegenseitig gefährden und schweren seelischen Schaden zufügen", weiß der Experte. "Vor allem bei schweren narzisstischen Störungen können manche Partner es niemals verzeihen, dass sie keine Chance hatten und gewissermaßen Verlierer sind. Hier hilft nur absolute räumliche Trennung und sich Hilfe und Schutz bei Freunden oder Verwandten vor dem zu erwartenden Stalking des Narzissten zu suchen.“

Hintergrund:

Regeln für eine Beziehungspause

Eine Auszeit kann eine Beziehung stärken oder dafür sorgen, dass die Trennung leichter fällt.

Wichtig ist, dass diese Regeln eingehalten werden:

  • Beide Partner müssen die Pause wollen.
  • Die Zeitspanne vorher festlegen.
  • Absprachen im Hinblick auf die Kommunikation treffen.
  • Zeit während der Pause sinnvoll nutzen.
  • Intensive Gespräche nach Ende der Beziehungspause führen.
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