23.09.2021 - 18:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Trotz Haft keine Besserung

Eine 48-Jährige begeht immer wieder Diebstähle und Betrügereien. Strafen scheinen keine Wirkung auf ihr Verhalten zu haben. Vor dem Amberger Landgericht wird diskutiert, welche Reaktion darauf angemessen ist.

Das Vorstrafenregister einer 48-Jährigen ist lang. Nun stand sie in Amberg vor Gericht.
von Autor HWOProfil

Sie hat einen neuen Partner und ist seit einiger Zeit dabei, Fuß zu fassen an ihrem neuen Wohnsitz an der Grenze zu Mittelfranken. Die 48-Jährige ist nach eigenen Angaben dabei, ihr Leben auf neue und stabile Grundlagen zu stellen. Doch eine Hürde stellte sich in den Weg.

Die Frau saß in einem Berufungsprozess vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Amberg. Was zur Debatte stand, war rasch erzählt: Lebensmitteldiebstahl in einem Supermarkt, dabei ertappt und angezeigt. Nicht weiter folgenreich für jemanden, der das erstmals tut. "Doch wir haben da ein Problem. Und das ist Ihr Vorstrafenregister", sagte der Vorsitzende Richter Peter Hollweck.

Die Akten waren dick und umfangreich. 14 Einträge im Bundeszentralregister. Betrügereien und Diebstähle fast schon ohne Ende. Begangen in weiten Teilen der Oberpfalz und von Amtsgerichten geahndet. Erst Geldstrafen, dann - als das nichts mehr half - Haftaufenthalte, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Scheinbar unbelehrbar machte die Frau weiter. Sie trieb es auf die Spitze und wurde von der Justiz auf den Boden der Tatsachen geholt. "Zwei Jahre sind Sie im Gefängnis gewesen", entnahm der Kammervorsitzende den Unterlagen. Darin stand, dass nach einem erneuten Eigentumsdelikt mehrere Bewährungen widerrufen worden waren und die 48-Jährige alles abzusitzen hatte.

Eine Lehre daraus zog sie nicht. Vor dem Amberger Amtsgericht stand heuer ein weiterer Lebensmitteldiebstahl zur Debatte. Er wurde zwar noch im Geschäft entdeckt, führte aber erneut zu zwei Monaten Gefängnis. "Ich will nicht wieder eingesperrt werden", wandte sich die Angeklagte weinend an die Richter ihrer Berufungsinstanz. Dann zählte sie auf: Fester Boden unter den Füßen, Kontakt zu ihren Kindern und eine Therapie in Aussicht, bei der es primär um ihre Kaufsucht gehen soll.

Womit die zentrale Frage dieser Verhandlung in ein finales Stadium mündete: Konnte nach über einem Dutzend Vorstrafen mal wieder Bewährung gegeben werden? Der Verteidiger bejahte und sah günstige Zukunftsprognosen. Vom Staatsanwalt kam eine Ablehnung. Sie war verbunden mit der Feststellung, dass nicht immer wieder Chancen gewährt werden könnten. Dieser Auffassung schloss sich die Strafkammer an. "Sie müssen die Konsequenzen tragen", hieß es im Urteil.

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