23.05.2019 - 16:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Umbau der Bergwirtschaft nimmt Formen an

Sie wird kein Wellness-Hotel und abgerissen wird sie auch nicht - um die einschlägigen Gerüchte aufzugreifen. Die Bergwirtschaft, Ambergs wohl beliebtestes Ausflugsziel, wird einfach nur saniert und erweitert.

Ansicht der „neuen“ Bergwirtschaft, wie sie sich ab 2021 präsentieren wird. Der denkmalgeschützte Altbau wird in seinen historischen Zustand zurückversetzt und um einen Anbau ergänzt, der größtenteils im Berg „versteckt“ wird, wie der Entwurf von Architekt Georg Zunner zeigt.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Vor einiger Zeit sind bereits erste Entwürfe zur Neugestaltung der Bergwirtschaft vorgestellt worden. Nun nimmt das Projekt allmählich sehr konkrete Formen an. Am Mittwoch beriet schon mal der Bauausschuss über die Pläne - und fand sie durch die Bank und einstimmig sehr gelungen. "Der Sanierung und Erweiterung der Gaststätte wird zugestimmt", lautete der Beschluss, für den alle Ausschuss-Mitglieder die Hand hoben.

Einen Tag später nahmen sich Pfarrer Thomas Helm von St. Martin und Michael Fellner, der Schreinermeister aus Massenricht, der hinter dem Projekt steckt, die Zeit, um dieses ausführlich zu erläutern. Fellner spielte eigener Aussage nach schon einige Jahre mit dem Gedanken, dass man aus der Bergwirtschaft, die etwas in die Jahre gekommen ist, mehr machen sollte. Und er ist bereit, in diesen Traum sehr viel Geld zu investieren. Als Gegenleistung verpachtet ihm die Kirche in Person von Thomas Helm die Gastwirtschaft samt Umfeld für 99 plus drei Jahre.

Start Mitte des Jahres

Nachdem der Bauausschuss nun grünes Licht für den Umbau gegeben hat, ist der Weg frei für die Pläne von Michael Fellner. Der derzeitige Pachtvertrag mit Familie Erras läuft Mitte des Jahres aus. Unmittelbar danach beginnt der Rückbau, wie Fellner erläutert. Die modernen Anbauten werden dabei komplett weggebrochen, das Denkmal Bergwirtschaft von den Veränderungen vergangener Jahrzehnte befreit und in den historischen Zustand zurückversetzt. "Hier wollen wir ein paar Stuben einrichten", sagt Michael Fellner.

Der Rückbau dürfte seiner Einschätzung nach das restliche Jahr 2019 einnehmen, Anfang 2020 soll dann der eigentliche Bau beginnen, der auch eine großzügige Erweiterung der Gaststätte samt Schaffung eines 20-Betten-Hotels vorsieht - daher wohl das Gerücht vom Wellness-Hotel. Doch Fellner geht es eigener Aussage nach nicht darum, zahlungskräftiges Publikum auf den Berg zu locken, sondern die beliebte Gaststätte um die Möglichkeit der Übernachtung und von größeren Hochzeiten zu erweitern. "Bei unserem Konzept wird die Gewinn-Marge einfach geringer, dafür brauchen wir die Zimmer", sagt Fellner.

So präsentierte die Pfarrei im Oktober 2018 die Pläne

Amberg

Der Clou bei der Erweiterung steckt im Berg selbst - oder vielmehr darin, dass die neuen Bauten praktisch in den Berg hineingesetzt werden und von oben fast nicht zu erkennen sind. Aber auch von unten werden die Glasfronten des Anbaus, in dem der Saal, die meisten Hotelzimmer und die Küche sowie das Restaurant untergebracht sind, kaum auszumachen sein. Dem Schreinermeister ist wichtig, dass das Denkmal zur Geltung kommt - und nicht der funktionale Neubau.

150 Sitzplätze bietet der Saal einmal, damit können auch die Kunden bedient werden, die eine größere Hochzeit feiern wollen. Mit anschließender Übernachtungsmöglichkeit einschließlich Hochzeitssuite im historischen Altbau. "Unser Ziel ist schon, dass jeden Samstag eine Hochzeit ist", sagt Fellner, betont aber, dass die bisherigen Sperrzeitregelungen und das harmonische Miteinander mit dem Kloster beibehalten werden sollen - vertraglich geregelt übrigens mit der Pfarrei St. Martin. Halli-Galli-Partys wird es also auch künftig nicht geben auf dem Mariahilfberg. Dafür weiterhin eine regional geprägte Küche in einem zum Teil mit warmem Holz sanierten und zum Teil modernen Ambiente mit großzügigen Außenflächen und einem schön gestalteten Kinderbereich im Freien.

Noch kein Pächter

Einen Pächter gibt es bisher übrigens noch nicht, Fellner ist mit drei möglichen Kandidaten im konkreten Gespräch. Eröffnung wird wohl im Frühjahr 2021 sein, so schätzt er. Und Pfarrer Thomas Helm ist froh, dass er jemand gefunden hat, der sich der Bergwirtschaft angenommen hat. "Wir hätten da riesige Summen investieren müssen", sagt er mit Blick auf die Tatsache, dass der Unterhalt von Gaststätten nicht ureigenstes Terrain der Kirche sein sollte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.