12.10.2021 - 14:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Unfallschwerpunkt bei Amberg wird entschärft

Die Einmündung nach Aschach zwischen Immenstetten und Raigering bei Amberg gilt als Unfallschwerpunkt. Das soll sich ändern. Doch bis es soweit ist, werden die Autofahrer Umleitungen fahren müssen. Schon heute ist die Durchfahrt gesperrt.

Autofahrer, die von Raigering nach Aschach wollen, müssen über das Industriegebiet ausweichen. 2022 soll der Straßenausbau weitergehen. Dann müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf eine längere Umleitung einstellen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Vielen Autofahrern dürfte es bereits aufgefallen sein. Die Kreisstraße zwischen Raigering, Immenstetten und der Staatsstraße in die Richtungen Amberg und Hirschau ist gesperrt. Das dürfte sich so schnell wohl auch nicht ändern. Das war am Montag Thema im Planungsausschuss. Denn die sechs Meter breite Fahrbahn ist nach Ansicht des zuständigen Sachbearbeiters und Leiters des Tiefbauamts für den Landkreis, Matthias Kolb, "unterdimensioniert und entspricht nicht den aktuellen Richtlinien". Kolb: "Die Fahrbahn weist in Verbindung mit der erheblichen Schwerverkehrsbelastung deutliche Schäden auf." Dass die Straße enormen Belastungen ausgesetzt ist, zeigt das Ergebnis einer Verkehrszählung. Innerhalb eines Tages rollen im Durchschnitt 5777 Fahrzeuge über den Asphalt. Hinzu kommen 321 Lastwagenfahrer, die die Strecke nutzen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Straße als Hauptzubringer für das Industriegebiet Nord bei Immenstetten dient. Bei der sogenannten Straßenzustandserfassung wurde deutlich, so Kolb, dass dort "dringlichster Handlungsbedarf" besteht. Fest steht: Das muss sich ändern.

Weiterer Ausbau in Planung

Derzeit befindet sich der gesperrte Abschnitt zwischen dem Industriegebiet und Immenstetten bereits im Ausbau. Mit dieser Maßnahme dürfte das Problem aber noch nicht gelöst sein, weshalb 2022 der Abschnitt bis zur Mündung der Straße nach Aschach drankommt. Dabei, so Kolb, soll auch gleich diese Kreuzung erneuert werden. Ziel sei eine "zeitgemäß Leistungsfähigkeit einhergehend mit einer Verbesserung der Verkehrssicherheit". Sicherer müsse es insbesondere an der Einmündung nach Aschach werden. Kolb: "Aufgrund der äußerst ungünstigen, spitzwinkligen Einmündung kommt es an dieser Stelle immer wieder zu Unfällen." Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen und Beschilderungen hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Deshalb bleibt nun in letzter Konsequenz nur noch der Umbau und damit ein völliger Neubau der Strecke.

Kreuzung soll rechtwinklig werden

Und so soll der Neubau aussehen, den Werner Stauber, Planer beim Ingenieurbüro Renner und Hartmann, vorstellte. Es geht um eine Strecke von 945 Metern. Während davon 400 Meter nur eine Oberbauverstärkung brauchen, haben es die anderen 445 Meter in sich. Oberbauverstärkung heißt, dass die bisherige Straße bestehen bleibt, also nur die oberen Asphaltschichten abgefräst werden und die Fahrbahn verbreitert wird. Anders verhält es sich rund um die Kreuzung nach Aschach. Zunächst soll diese rechtwinklig werden, so dass die Autofahrer den Verkehr besser überblicken können. Wer auf der Kreisstraße aus Richtung Immenstetten kommt, wird künftig sogar eine Linksabbiegerspur nutzen können, wenn er nach Aschach will. Hinzu kommt, dass die Fahrbahn von sechs auf acht Meter verbreitert wird.

Kreuzung zu Aschach wird teuer

Billig wird der Umbau insbesondere im Kreuzungsbereich nicht. Kolb spricht von einem "Rückbau", was nichts anderes heißt, als dass der Abschnitt komplett neu gebaut werden muss. Dies wird rund 2,75 Millionen Euro kosten.

Auf Autofahrer wird während des Baus eine größere Umleitung zukommen. Momentan noch wird der Verkehr durch das Industriegebiet umgeleitet. Auf die Frage von Kreisrat Reinhold Strobl (SPD), was denn die Verkehrsteilnehmer erwarten wird, wenn es an die Kreuzung bei Aschach geht, antwortete Kolb: "So günstig wie im ersten Bauabschnitt werden die Umleitungsverhältnisse wohl nicht werden. Die Umleitung wird großräumiger."

Wie problematisch Umleitungen sein können, lesen Sie hier

Freihung
Info:

Das erwartet die Autofahrer

  • Derzeit ist die Straße zwischen Immenstetten und Raigering gesperrt.
  • 2022 sollen die Arbeiten am nächsten Abschnitt beginnen.
  • Im Fokus steht die Einmündung der Gemeindestraße aus Richtung Aschach.
  • Die Einmündung gilt als absoluter Unfall-Hotspot und soll deshalb möglichst entschärft werden.
  • Dafür braucht es eine Linksabbiegerspur für Fahrer, die aus Richtung Immenstetten kommen. Die Kreuzung soll rechtwinklig werden.
  • Weil die bestehende Straße bereits jetzt an ihre Grenzen stößt, soll eine 445 Meter lange Strecke von Grund auf neu gebaut werden.
  • Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 2,75 Millionen Euro, wovon rund zwei Drittel gefördert werden.

 

 

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