12.04.2021 - 17:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Unterricht ja, aber sicher – Testpflicht an Ambergs Schulen

Nach den Osterferien starten viele Schüler in Amberg wieder in den Präsenzunterricht. Diesmal aber mit Testpflicht für alle. Neben Abschlussklassen und Viertklässlern sind nun auch elfte Klassen mit dabei. Der Aufwand ist teils groß.

Augen zu und durch! Auch in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach lernen die Kinder gerade, sich selbst auf das Coronavirus zu testen.
von Redaktion onetzProfil

Von Kristina Sandig, Mareike Schwab und Tobias Gräf

Das Gregor-Mendel-Gymnasium hat den ersten Schultag nach den Osterferien genutzt, um die Schüler über die Neuerung, sprich die Testpflicht für die Teilnahme am Präsenzunterricht, zu informieren. Mit den Tests selbst werde heute gestartet, so Schulleiter Peter Welnhofer. Aktuell in der Schule sind 92 Zwölftklässler und rund 80 Elftklässler, wobei diese im Wechselunterricht sind. Grund dafür ist laut Welnhofer, dass an der Schule nicht genügend Räume zur Verfügung stehen, die ausreichend groß sind, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Sei das Abitur rum, könnten die Elftklässler dann in voller Mannschaft in den Klassen sein.

Der Oberstudiendirektor erklärt weiter, dass wegen der Testpflicht extra die Stundenpläne angepasst worden seien. So seien Fächer wie Deutsch und Mathe, die für alle in der Q12 verpflichtet seien, bevorzugt in die erste oder zweite Schulstunde verlegt worden. Das sei an zwei Tagen die Woche der Fall. Da seien dann alle Schüler da, die Tests könnten direkt im Klassenzimmer erfolgen. Welnhofer erklärt, dass aber auch in der Aula des GMG eine Teststation aufgebaut werden soll. Dort könnten sich die Schüler ihre Tests abholen und in die Klassenzimmer gehen.

Laut Welnhofer gibt es Unterschiede, wie lange ein negatives Testergebnis zu Unterrichtsbeginn gültig ist. Ausschlaggebend dafür sei die Inzidenz. Liegt der Wert unter 100 gilt es 48 Stunden, liegt er über 100 gilt es lediglich 24 Stunden.

Max-Josef-Grundschule testet täglich

Dass die Tests nur für einen Tag Gültigkeit besitzen, macht auch der Max-Josef-Grundschule am Altstadtring zu schaffen. Dort sind laut Angaben von Schulleiterin Silke Kick am Montag drei vierte Klassen sowie circa 25 Schüler der Notbetreuung in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Die einzelnen Klassen erscheinen nicht in voller Stärke, sondern immer zur Hälfte im Wechselunterricht – und damit nur alle zwei Tage. „Das bedeutet, dass wir täglich testen müssen, weil wir täglich wechselnde Gruppen haben“, informiert Kick. In einer Präsenz-Klasse seien momentan zwölf Schüler.

Testen dauert eine Stunde

Zwar habe eine Mutter, die Ärztin sei, beim Testen geholfen, aber natürlich sei das Testen auch mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. „Eine Schulstunde kann man schon rechnen“, die vom Unterricht verloren geht, sagt die Rektorin. Die Tests würden vorab von den Lehrern vorbereitet, anschließend testen die Pädagogen auch selbst. Dies habe am ersten Tag gut funktioniert. „Es ist gut gelaufen. Die Kinder waren alle ruhig und gelassen.“ Bereits vorab habe die Schule den Eltern viele Informationen zukommen lassen, sodass die Kinder wussten, was auf sie zukommt. Zudem sei den Grundschülern in den Klassenzimmern ein Info-Video zur Vorbereitung vorgespielt worden.

Test-Verweigerer habe es laut Kick an der Max-Josef-Schule nicht gegeben. „Bislang noch nicht, es waren alle Kinder da und haben mitgemacht“, sagt die Rektorin. Auch einen oder mehrere positive Tests seien nicht darunter gewesen, gibt sie zumindest für den ersten Tag Entwarnung.

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800 Schüler im Präsenzunterricht

Am Beruflichen Schulzentrum in der Raigeringer Straße in Amberg befinden sich momentan rund 800 Schüler im Präsenzunterricht. Darunter sind nicht nur die zwölften und dreizehnten Klassen der FOS und BOS sowie die Abschlussklassen der Berufsschule. Auch die elften Klassen durften nach den Osterferien – unabhängig von der Inzidenz – wieder in in den Präsenzunterricht zurück. Alle anderen Klassen sind weiterhin im Distanzunterricht.

Die geltende Testpflicht wurde von allen Schülern gut angenommen. „Es gab am Morgen keine Probleme“, sagt der Oberstudiendirektor Martin Wurdack. Schüler die, die Testpflicht verweigern, seien wahrscheinlich einfach nicht zum Unterricht erschienen, vermutet der Schulleiter. Die Schule habe lediglich ein Anwaltliches Schreiben erhalten, allerdings von dem Vater einer Schülerin die momentan eh nicht von der Präsenzunterrichtsregelung betroffen sei.

Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums, die nur an einzelnen Tagen die Schule besuchen, müssen sich an jedem Schultag testen. Schüler mit Vollzeitunterricht testen sich am Montag, Mittwoch und Freitag. Laut Wurdack seien für die nächsten zwei bis drei Wochen erst mal ausreichend Tests für die Schüler vorhanden.

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Kommentar:

Testen ist keine verschwendete Zeit

Bis zu einer Stunde. So viel Zeit geht in manchen Schulen täglich von der Unterrichtszeit verloren, weil Lehrer ihre Schüler jeden Morgen erneut auf das Coronavirus testen müssen. Dies wird viele schon nach wenigen Tagen nerven – nachvollziehbar ist es. Und dennoch ist der tägliche Extra-Aufwand unverzichtbar. In drei Wochen schreiben Oberstufen-Schüler ihr Abitur. Für Grundschüler steht der wichtige Übertritt in weiterführende Schulen an. Auch die Corona-Generation hat die bestmögliche Vorbereitung auf die wichtigen Prüfungen verdient. Das geht im Präsenzunterricht bei Weitem besser als im Homeschooling. Der Zeitverlust im morgendlichen Test-Marathon – er ist das kleinere Übel.

Von Tobias Gräf

 

 

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