Amberg
02.04.2026 - 13:44 Uhr
OnetzPlus

Verbesserung für Radfahrer am Altstadtring in Amberg endet in Parkplatz-Debatte

Vor dem ehemaligen Josefshaus ist es an einer Stelle für Fußgänger und Radfahrer richtig eng. Diese Situation soll verbessert werden. Aber da wäre die Sache mit den Parkplätzen, die dafür wegfallen sollen: Der CSU gefällt das nicht.

An dieser Stelle ist es richtig eng. Im Fachjargon nennt sich das "Überhang". Ein Radfahrer würde hier vermutlich nicht mehr durchpassen. Deswegen soll die Situation am Kaiser-Wilhelm-Ring beim Wingershofer Tor verbessert werden. Diskussionen gab es im Verkehrsausschuss Amberg um die wegfallenden Parkplätze. Bild: Stephan Huber
An dieser Stelle ist es richtig eng. Im Fachjargon nennt sich das "Überhang". Ein Radfahrer würde hier vermutlich nicht mehr durchpassen. Deswegen soll die Situation am Kaiser-Wilhelm-Ring beim Wingershofer Tor verbessert werden. Diskussionen gab es im Verkehrsausschuss Amberg um die wegfallenden Parkplätze.

Sechs Jahre ist es jetzt her, dass der Ferienausschuss der Stadt Amberg die Umsetzung des Radverkehrskonzepts am Kaiser-Wilhelm-Ring zwischen Wingershofer Tor und Malteserplatz beschlossen hat. Weil dort nun endlich etwas passieren soll, hat Ulrich Schaller, Leiter der Stabsstelle Mobilität, das Thema erneut in die aktuelle Sitzung des Gremiums mitgebracht – allerdings mit neuem Vorschlag. Nach aktuellem Beschluss sollte auf der Häuserseite des Kaiser-Wilhelm-Rings ein gemeinsamer Geh- und Radweg errichtet werden. Weil an einer Stelle zwischen parkenden Autos und Haus nur 1,5 Meter Platz ist, sollten auch die Parkplätze entfernt, das Areal asphaltiert und somit für Fußgänger und Radfahrer aufgeweitet werden.

2020 wurde zudem beschlossen, die Straßenlaternen, die derzeit an der Straßenseite entlang stehen, näher in Richtung Häuser zu verrücken. Darauf wollte der Experte nun gerne verzichten. „Die Aufhebung der Parkplätze und Anhebung der Asphaltierung ist unsere städteplanerische Vorzugsvariante. Dann haben wir einen Platz, den man später gestalten kann“, sagte Schaller. Dennoch habe man sich Gedanken über Alternativen gemacht. Einerseits könnte man Längsparkplätze einbauen, wie beispielsweise am Bahnhof. Andererseits könnte man auch fünf der insgesamt zehn Parkplätze weglassen. „Das rückwärts Ausparken ist aber etwas für Insider“, verwies er auf das mögliche Sicherheitsrisiko. Denn hauptsächlich solle die Maßnahme eine Engstelle aufheben und in Zukunft keine Gestaltung verbauen.

Lieblingsthema der CSU

Und damit war man mittendrin im Lieblingsthema der CSU: Parkplätze. Susanne Herding (CSU) meldete sich gleich als Erste zu Wort, um zu sagen, dass sie keine Gefahr von diesen Parkplätzen ausgehen sehe. „Und sie sind selten leer, also ist Bedarf da.“ Claudia Ried (Grüne) entgegnete: „Wenn Parkplätze wie an dieser Stelle nichts kosten, werden sie natürlich angenommen.“ Ihrer Meinung nach bestehe jetzt eine Chance zur positiven Veränderung. Auch Simone Böhm-Donhauser (SPD) war der Meinung, dass kostenlose Parkplätze am Altstadtring wie auch gegenüber der Max-Josef-Schule begehrt seien. Als Gefahrenquelle habe sie die Stelle bislang jedoch noch nicht wahrgenommen.

Für Klaus Mrasek (ÖDP) wäre das Auflösen der Parkplätze tatsächlich eine Verbesserung der Situation. „Und sollten sie bleiben, beantrage ich, dass sie künftig auch kostenpflichtig sind.“ Michael Schittko (CSU) erklärte, dass er seit 27 Jahren am Kaiser-Wilhelm-Ring wohne und auf die Parkplätze schauen könne. „Das Rückwärts-Ausfahren erweckt zwar theoretisch einen gefährlichen Eindruck, läuft aber praktisch ungefährlich ab.“ Er war dagegen, diese zu reduzieren, doch die Idee, dafür Gebühren zu erheben, gefiel ihm. Bevor es zur Abstimmung ging, blieb noch ein Appell von Martin Frey (DLA): „Wir haben so ein wunderschönes Wingershofer Tor. Das merkt man gar nicht mehr, wenn Autos davor stehen.“ Seiner Meinung nach wäre es im zweiten Schritt auch sinnvoll, die Frage der Entsiegelung des Platzes zu stellen. Herding darauf: „So lange zubetoniert ist, können wir auch Parkplätze lassen.“

Wenn parken, dann kostenpflichtig

Bürgermeister Franz Badura, der den Oberbürgermeister Michael Cerny in der Sitzung vertrat, erinnerte die Stadträte daran, dass die aktuelle Beschlusslage aus dem Ferienausschuss 2020 besagte, die Parkplätze kämen weg. Am Ende waren sich die Räte zwar einig darüber, dass die Straßenlaternen an ihrer jetzigen Position bleiben, doch das „niveaugleiche Asphaltieren“ und damit der Wegfall der Parkplätze vor dem Wingershofer Tor fand keine Mehrheit mehr. Stattdessen ging die Empfehlung an den Stadtrat, lediglich auf fünf Parkplätze zu verzichten und den Rest der Fläche für den gemeinsamen Geh- und Radweg zu verwenden. Postwendend stellte Klaus Mrasek den spontanen Antrag, dass auch diese Parkplätze künftig etwas kosten sollen.

OnetzPlus
Amberg30.03.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.