24.01.2020 - 11:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Viel Konkurrenz um Plätze im Amberger Stadtrat

Acht Parteien und Gruppierungen sind im Rennen um die Plätze im Amberger Stadtrat. Fünf Männer und eine Frau wollen um das OB-Amt konkurrieren. Die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge ist beendet. Kurzfristig kam am Ende niemand dazu.

Durch diese Mikrofone im Großen Rathaussaal in Amberg sprechen üblicherweise die Stadträte bei Sitzungen, wenn sie Anliegen öffentlich vortragen. Wer auf den Stühlen Platz nehmen darf, entscheidet die Kommunalwahl am 15. März.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Am Donnerstag um 18 Uhr öffnete Martin Schafbauer, Leiter des Einwohneramtes, zum letzten Mal den Briefkasten. Gähnende Leere. Damit war die Frist zur Einreichung der Vorschläge für die Stadtrats- und Oberbürgermeister-Wahlen zu Ende. Bis dahin hatten CSU, Bündnis 90/ Die Grünen, Freie Wähler Amberg, SPD, FDP, ÖDP, Amberger Bunt und Die Liste Amberg ihre Unterlagen abgegeben.

Die CSU mit Michael Cerny, Grüne mit Hans-Jürgen Bumes, Freie Wähler mit Manuel Werthner, SPD mit Birgit Fruth und ÖDP mit Franz Badura nominierten OB-Kandidaten. Außerdem tritt Markus Mrozek von der Bayernpartei als Einzelkämpfer an, denn die Gruppierung findet sich nicht auf der Liste der Wahlvorschläge für den Stadtrat wieder.

Jetzt prüfen Verwaltung und Wahlausschuss, ob die Wahlvorschläge gültig sind. Das Ergebnis soll am 4. Februar bekannt gemacht werden. "Es beginnt die Mängelbeseitigung", sagte Schafbauer. Die Verwaltung kontrolliert, ob alle Formalitäten eingehalten werden. Dazu zählt beispielsweise, ob auch jeder Kandidat, der sich für das Amt des Stadtrats zur Wahl stellt, auch einen Erst- oder Zweitwohnsitz in Amberg hat. Für einen Oberbürgermeister ist dies übrigens nicht zwingend erforderlich.

Eine besondere Hürde hat Markus Mrozek noch zu überspringen. Er braucht bis 2. Februar, insgesamt 215 Unterschriften auf der Unterstütz-Liste, um im Rennen um den Chefsessel im Rathaus antreten zu können. Am Freitag hatte er sieben Unterschriften beisammen.

Die Liste Amberg hat dieses Hindernis schon überwunden und eine Woche vor dem Stichtag über 300 Unterstützer gefunden. In einer Pressemitteilung verkündete Vorsitzender Albert Schindlbeck: "Dieser enorme Zuspruch ist die beste Bestätigung für das Vorhaben bei den Stadtratswahlen mit der Liste Amberg anzutreten."

Die Unterstützer-Unterschriften sind nötig, weil Die Liste Amberg und Markus Mrozek weder im Stadtrat vertreten sind noch bei den letzten Landtags-, Bundestags- oder Europawahlen fünf Prozent erreicht haben.

Viele Interessenten für das Amt des Oberbürgermeisters haben in Amberg schon gute Tradition. Bei der vergangenen Kommunalwahl hatten die Amberger ebenfalls die Wahl zwischen sechs Kandidaten.

Beim Leiter des Einwohneramtes, Martin Schafbauer, laufen alle Fäden zu den Kommunalwahlen in Amberg zusammen.
Kommentar:

Gottseidank ohne die AfD

Vielfalt belebt bekanntlich eine Gesellschaft. Auf diese eine Komponente können viele Amberger aber liebend gerne verzichten: Bei der Kommunalwahl 2020 spielt die AfD im Rennen um die Stadtratssitze keine Rolle. Auch der Chefposten im Amberger Rathaus wird nicht von einem AfD-Politiker angestrebt. In diversen Orten im Landkreis – darunter Sulzbach-Rosenberg, Rieden oder Kümmersbruck – haben die Rechtspopulisten entweder keine Liste zusammengebracht oder auf die Einreichung eines Wahlvorschlags verzichtet. Kommunalwahl ohne AfD. Gottseidank. Die Arbeit von Gruppen wie dem Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte trägt Früchte.
Hier gibt es Gegenwind im großen Stil. Im Oktober 2016 kamen rund 700 Leute zur Anti-AfD-Kundgebung auf den Marktplatz. Ausschlaggebend war der Besuch von Frauke Petry in der Festhalle Rieden. Im Oktober 2018 zogen über 3000 Menschen durch die Innenstadt zum ACC, wo die AfD den Abschluss ihres Landtagswahlkampfs mit Alice Weidel über die Bühne brachte. Auf dem Marktplatz wurde ein Fest der Demokratie gefeiert. Zuletzt wehte dem AfD-Bus am Multifunktionsplatz mit 150 Demonstranten ein herbes Lüftchen entgegen. Lokalpolitische Inhalte für Amberg hat man dort übrigens vergebens gesucht.

Andrea Mußemann

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