17.04.2020 - 05:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Vorbereitung trotz Ungewissheit: Freibäder in Amberg-Sulzbach warten auf Startschuss

Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad: Die Vorfreude, demnächst im Freibad zu schwimmen, ist bei vielen riesig. Aber wird das überhaupt in der Corona-Pandemie möglich sein? Wie einige Betreiber in der Region mit der Ungewissheit umgehen.

Wie lange bleiben die Tore zum Hockermühlbad heuer geschlossen?
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Hockermühlbad Amberg

„Wir sind derzeit dabei, das Hocko auszuwintern und auf die Saison vorzubereiten“, erklärt die Pressesprecherin der Amberger Stadtwerke, Karoline Gajeck. Konkret heißt das: Die Becken und das Umfeld im Bad werden feste gereinigt. Kommende Woche sollen die Becken mit Wasser befüllt werden. Ein Zeitplan, als könne man regulär im Mai öffnen. „Wir wollen das Bad auf jeden Fall dann aufschließen, sobald wir dafür die Erlaubnis bekommen.“ Sollte das an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sein, „werden wir uns danach richten“. Die Stadtwerke bekamen die Information, dass sie alle zwei bis vier Wochen Updates erhalten. So lange heißt es weiter: warten.

Eine bestimmte Deadline gebe es nicht. Sollte sich ein mögliches Öffnungsdatum auch erst mitten im Sommer herauskristallisieren, ändert das nichts an der Vorgehensweise der Stadtwerke. „Ein Freibad ist ja sowieso nie in wirtschaftlicher Hinsicht rentabel.“

Im Juni 19 feierte das "Hocko" einen runden Geburtstag

Amberg

Waldbad Sulzbach-Rosenberg

Ein Sommer ohne das Waldbad in Sulzbach-Rosenberg: "Für viele ist das eine furchtbare Vorstellung", sagt die Zuständige im Rathaus, Gabriele Wagemann. "Liebend gerne würden wir aufmachen. Und hoffen doch sehr, dass es heuer auch so kommt." Auf dem Areal des beliebten Freibads wird schon seit Anfang März fleißig gewerkelt, damit man theoretisch die Pforten öffnen könnte. "Aber wir wissen überhaupt nicht, wie es weitergeht."

Bleiben die Becken heuer leer? Das ist die spannende Frage, die Betreiber von Freibädern in der Region derzeit umtreibt.

Daher wird auch vorerst kein Wasser in die bereits gereinigten Becken gefüllt, auch auf das Aufheizen verzichten derzeit die Verantwortlichen. Gäbe es grünes Licht von der Staatsregierung, bräuchte das Team der Bademeister rund zwei Wochen, damit alles für die Besucher bereit wäre. "Normalerweise würde jetzt das Wasser angewärmt werden, damit die Saison am 1. Mai starten könnte."

Könnte, wäre, hätte. Den Vorverkauf der Eintrittskarten für das Waldbad hat das Rathaus noch nicht gestartet. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Mai öffnen können." Sich jetzt über den Vorverkauf Gedanken zu machen, mache keinen Sinn. "Ich bin skeptisch, auch wenn es mir in der Seele wehtut." Wagemann sieht vor allem auch für Familien ein Problem, sollte es heuer nichts mehr werden, dass die Freibäder in Bayern öffnen. "Stellt man sich nur einen heißen Sommer und die Sommerferien vor. Vielleicht kann man auch gar nicht in den Sommerurlaub fahren."

Daher hofft sie umso mehr, notfalls auch mit Beschränkungen, dass das Freibad für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann; indem man Besucherzahlen deckelt oder den Einlass ins Becken begrenzt.

Freibad in Rieden

In Rieden ist dieser Sommer ein besonderer: Es ist nämlich die letzte Gelegenheit, dass die Riedener in ihrem geliebten, aber in die Jahre gekommenen, Freibad Runden ziehen können. Denn das gerade bei Familien beliebte Bad muss dringend energetisch saniert werden.

Im Herbst 2020 steht die Sanierung an

Rieden

Läuft alles nach Plan starten im Herbst die Bauarbeiten in der knapp 50 Jahre alten Einrichtung. Bürgermeister Erwin Geitner hält aber nichts davon, wegen der Corona-Pandemie das Bad heuer erst gar nicht zu öffnen, um gleich die Bagger anrollen zu lassen. "Wenn wir aufmachen dürfen, machen wir sofort auf", verspricht er den Riedener Schwimmfreunden. Der Vorverkauf für Jahreskarten sei auch schon "ganz ordentlich" angelaufen.

Kolumne "Virus und wir": Ein Sommer ohne Freibadbesuch?

Amberg

Die Sanierungspläne seien für ihn keine spezielle Situation. "Wir wollten deshalb 15 Tage früher die Saison beendet. Statt im September also im August, um mit den Arbeiten zu beginnen." Sollte von der bayerischen Staatsregierung grünes Licht kommen und ein Betrieb wieder möglich sein, sei das Team um Bademeister Max Wagner und dem Bauhof vorbereitet. Seit Anfang März werde gereinigt und geschnitten, um das Bad auf Vordermann zu bringen. "Wir bereiten uns so vor, als könnten wir planmäßig Mitte Mai die Türen öffnen." Geitner hofft, dass die Pandemie möglichst spurlos an seiner Gemeinde vorbeigeht. "Es ist jetzt ein Zittern und Hoffen."

Freibad in Vilseck

Abwarten, schauen, wie sich die Lage weiterentwickelt: Das ist das Motto im Rathaus von Vilseck, sagt dritter Bürgermeister Heinrich Ruppert. "Seit Anfang März laufen die Vorbereitungen, um das Freibad zu öffnen, auf Hochtouren." Doch wann die Einrichtung ihre Pforten öffnen kann, "kann niemand außer die Staatsregierung entscheiden".

Wird es heuer auch so kommen im Freibad von Vilseck? Derzeit sieht es nicht so aus, als öffneten die Freibäder in der Region zum gewohnten Starttermin.

Auf den Badespaß vorsorglich verzichten, will man in Vilseck nicht. "Wenn es möglich ist, wollen wir das machen." Karten gibt es noch keine zu kaufen. "Wenn wir doch erst im Juli öffnen dürfen, muss man die Situation der Einrittpreise sowieso neu bewerten. Jetzt ist es noch viel zu früh, um eine Aussage zu treffen."

Freibad in Hirschbach bzw. Naturbad Königstein

Hirschbach hat mit das kleinste Freibad im Landkreis Amberg-Sulzbach. Da die Hirschbacher den Eintritt in ihr Bad mit einer Karte des Naturbads Königstein kombinieren, sprechen sich auch in Corona-Zeiten die beiden Kommunen miteinander ab. Doch Hirschbachs noch amtierender Bürgermeister Hans Durst sieht für den befreiten Badespaß heuer eher schwarz. "Meine persönliche Meinung: Ich fürchte, die Bäder öffnen dieses Jahr nicht mehr." Er glaubt, dass das Mittel der Wahl, um den Alltag wieder in Gang zu bringen, kleine Schritte sind. "Keine Menschenansammlungen." Wie also sollten Hygienevorschriften und Abstandsregelungen in einem heißen Sommer mit Rücken an Rücken auf der Badwiese umgesetzt werden?, fragt er sich.

"Wir sind uns mit Königstein einig, dass solange nicht geklärt ist, wie es weitergeht, kein Vorverkauf von Eintrittskarten stattfindet." Der Förderverein, der das Freibad maßgeblich am Laufen hält, habe Durst aber zugesichert, innerhalb von bis zu 14 Tagen das Bad so in Schuss zu bringen, dass es öffnen könne.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.