02.10.2019 - 09:12 Uhr
RiedenOberpfalz

So geht es mit dem Freibad in Rieden weiter

Im April hat die Gemeinde Rieden die Zusage für eine Förderung zur Sanierung des Freibads erhalten. 1,3 Millionen Euro sollen vom Bund in die neuen Becken fließen. Die Badesaison ist jetzt vorbei. Wie geht es weiter?

So langsam kommt der Stein ins Rollen: Derzeit läuft die Ausschreibung für den Architekten, der das 48 Jahre alte Freibad in Rieden erneuern soll. Bürgermeister Erwin Geitner freut sich, dass etwas passiert.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Zunächst einmal bleibt alles wie gehabt. Bademeister Max Wagner und sein Team machen das beliebte Riedener Freibad in diesen Tagen winterfest. Der Rasen bekommt den letzten Schnitt, das herabfallende Laub der Bäume hat das Wasser in den Becken schon trüb gefärbt. Ein paar Tage ist Max Wagner wohl noch beschäftigt. Dann ist die Winterpause offiziell.

Unterdessen läuft noch bis 17. Oktober die Ausschreibung für die Vergabe der Architektenleistungen des Freibads. Danach sollen die Ergebnisse ausgewertet und eventuell schon in der Novembersitzung dem Gemeinderat vorgestellt werden, erklärt Bürgermeister Erwin Geitner. Der Sommer 2020 ist dann wohl der letzte, den die Riedener in ihrem alten Freibad verbringen. Läuft alles nach Plan könnten im Herbst 2020 die Bauarbeiten starten.

"Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt"

Rieden

Im April hatte die Gemeinde die Zusage für eine Bundesförderung in Höhe von 1,3 Millionen Euro erhalten, wenn Rieden die Sanierung des 48 Jahre alten Freibads angeht. „Außerdem waren wir beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Bonn und mussten noch ein paar Unterlagen nachreichen“, sagt Geitner. Voraussetzung zur Förderwürdigkeit war unter anderem, dass der Gemeindechef nachweist, dass die Einrichtung „einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur sozialen Integration in der Kommune leistet“.

Der weiße Rutsch-Elefant soll nach den Sanierungsplänen der Gemeinde für eine Breitbandrutsche weichen.

Im Prinzip ist Geitner nun auf der Suche nach einem Architekten, der das umsetzt, was sich die Gemeinde bereits überlegt hat. „Den Charme des Freibads wollen wir unbedingt beibehalten“, erklärt Geitner. „Ein Bad ist auch ein Standortfaktor für eine Gemeinde", ist er überzeugt. Jedoch sei die Technik völlig überaltert. „Wir sitzen auf einem Pulverfass. Wir können das Bad so nicht mehr weiter bewirtschaften."

Photovoltaik-Anlage am Dach

Die energetische Sanierung sei daher einer der wichtigsten Punkte in den Freibad-Plänen. Demnach verliere das Bad an heißen Tagen mit vielen Badegästen rund 120 Kubikmeter Wasser. „Entweder durch Überschwall oder durch nasse Badekleidung.“ Es gehe Wasser von um die 23 Grad verloren. „Mit einem künftigen Behälter, der das Wasser auffängt und wieder aufbereitet, sparen wir Wasser und das Erwärmen von acht Grad kaltem Wasser aus der Leitung.“ Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Umkleiden will der Gemeindechef generell das Wasser erhitzen. Die nicht ganz billige Variante, die gefliesten Becken durch Edelstahl-Wannen zu ersetzen, steht ebenfalls auf der Agenda. „Der Gemeinderat ist bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Wenn er etwas Gescheites dafür bekommt und man über Jahre Ruhe hat.“

Jedes Jahr habe man neue Hinterlassenschaften des Winters und des Frosts an den Fliesen entdeckt. „Wir haben das immer wieder ausgebessert. Aber eine große Lösung war das nie.“ Die Größe der Becken soll im Übrigen weiterhin so bleiben. „Ein 50-Meter-Becken zu haben, ist schon ein Alleinstellungsmerkmal“, ist Geitner überzeugt.

Barrierefreiheit ist wichtig

Ein zweites Thema bei der Sanierung ist die Barrierefreiheit. Bislang führen Treppen zu den Umkleiden und auch zum Freibad selbst. Die Lösung sieht die Gemeinde in Wegen, die wie eine Rampe funktionieren.

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Außerdem fordern viele Stammgäste mehr Liegeflächen, berichtet Geitner. Geplant sind sie um das Schwimmerbecken, den Kinderbereich, der mit Attraktionen im Planschbecken aufgewertet werden soll, sowie um das Nicht-Schwimmer-Becken. An Letzterem verschwindet die weiße Elefanten-Rutsche für eine sogenannte Breitbandrutsche. Sie ist etwa fünf bis sechs Meter hoch und sehr breit. „Da kann man bestimmt auch zu fünft auf einmal rutschen“, sagt Geitner.

Auch das Ein-Meter-Sprungbrett soll erhalten bleiben. Der Sprungturm hingegen verschwindet. Ebenfalls verschwinden wird der Kiosk am Eingang. Weil er einen neuen Platz zwischen den Liegeflächen am Schwimmerbecken bekommt. Doch jetzt muss Geitner erst einmal abwarten, ob sich ein geeigneter Architekt bei der Gemeinde bewirbt.

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