04.06.2021 - 15:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Wasserschaden im Max-Reger-Gymnasium Amberg: Vier Etagen und Dach betroffen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Die Ursache steht fest, das Ausmaß nicht. Ein gelöster Schlauch der Heizungsanlage hat im Max-Reger-Gymnasium vier Etagen unter Wasser gesetzt. Was bedeutet das für die Schüler, die ab Montag wieder in den Präsenzunterricht gehen sollen?

Schulleiter Georg Meyer steht vor dem von 2005 bis 2008 sanierten Westflügel des Max-Reger-Gymnasiums. Deutlich sind die feuchten Stellen zu sehen, die Nachbarn am Donnerstagvormittag aufgefallen waren.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Aufmerksamen Nachbarn ist es zu verdanken, dass der Wasserschaden im Max-Reger-Gymnasium (MRG) nicht noch länger unentdeckt blieb. Anwohner meldeten sich am Fronleichnamstag um 10.30 Uhr bei der Polizeiinspektion Amberg, weil ihnen an den der Kugelbühlstraße zugewandten Gebäudeteilen überdimensionale nasse Stellen aufgefallen waren.

3000 Liter Wasser pro Stunde

Danach ging laut Schulleiter Georg Meyer alles sehr schnell: Die Polizei informierte den Hausmeister und dieser wiederum seinen Chef, der am Tag danach nur vermuten konnte, über wie viele Stunden hinweg sich das Wasser ungehindert ausbreiten konnte: "Wir wissen es nicht genau. Aber wir gehen im Moment von mindestens zehn Stunden aus", sagte Meyer am Freitagmittag im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich in der Heizungsanlage, die in einem Teil des seit 2008 sanierten Westflügels des Gymnasiums untergebracht ist, ein Schlauch gelöst. Rund 3000 Liter seien in etwa pro Stunde ausgetreten, hat Meyer mittlerweile in Erfahrung gebracht. Bei den angenommenen zehn Stunden seien so um die 30 000 Liter zusammengekommen. "Das Wasser hat sich überall seinen Weg gebahnt", sagte Meyer und nannte Beispiele: "Sicherungen sind geflogen, Internet und Telefon gingen nicht. Aus den Rauchmeldern und Beamern tropfte das Wasser."

Elftklässler: Unterricht im Bergamt

Der betroffene Abschnitt wurde bereits am Donnerstag vorsorglich gesperrt. Auch Fotoaufnahmen aus dem Inneren waren nicht möglich. "Da geht es um elektrische Leitungen und Wasser. Das ist mir zu gefährlich", bat Meyer um Verständnis und atmete zeitgleich etwas durch. Nach der Corona-Zwangspause könne der Schulbetrieb dennoch ab Montag in allen anderen Gebäudeteilen wie geplant im Präsenzunterricht für sämtliche Jahrgänge starten. Mit einer Ausnahme. Die Oberstufenschüler aus der Q11 sollten am ersten Tag nach den Ferien in die Räume wechseln, die der Abschlussjahrgang freigemacht hat. Das ist nun nicht möglich, da exakt dieser Bereich vom Wasserschaden betroffen ist. Laut Georg Meyer geht es um etwa 50 Schüler, die nun vorübergehend im 1723 erbauten Bergamt am Malteserplatz unterrichtet werden sollen. Das ehemalige Behördengebäude gehört seit der 2005 begonnenen und 2008 beendeten Sanierung des nun betroffenen Altbaus zum MRG-Bestand und diente der Schule seitdem immer wieder als Ausweichquartier.

Auch die aktuellen Elftklässler, die am Montag nun nicht ins Hauptgebäude zurückkehren dürfen, sind dort bereits teilweise unterrichtet worden. "Sie kennen das schon", sagte Meyer am Freitag und ließ ergänzend wissen, dass es insgesamt um nicht mehr als drei Klassenzimmer geht, die im Bergamt eingerichtet werden müssen: "Für die Nutzung ist das erstmal kein Problem." Wie lange die künftigen Zwölftklässler, die sich ab September auf ihr Abitur im nächsten Jahr vorbereiten, ausgelagert werden müssen, lasse sich jetzt noch nicht sagen.

Bestandsaufnahme läuft noch

Da es sich beim Max-Reger-Gymnasium um eine staatliche Schule handelt, ist nicht die Stadt als Sachaufwandsträger im Schadensfall zuständig, sondern das Staatliche Hochbauamt, von dem es am Freitag keine offizielle Stellungnahme gab. Nur so viel sickerte durch: Noch laufe die Bestandsaufnahme. Im nächsten Schritt müsse ein Sanierungskonzept erstellt werden. Am Tag nach der Schadensmeldung sei es zu früh, um über einen Zeitrahmen und die finanziellen Auswirkungen zu sprechen.

Februar 2021: Auch Amberger Stadtarchiv unter Wasser

Amberg

„Das Wasser hat sich überall seinen Weg gebahnt. Sicherungen sind geflogen, Internet und Telefon gingen nicht. Aus den Rauchmeldern und Beamern tropfte das Wasser.“

Georg Meyer, Leiter des Max-Reger-Gymnasiums

Das 1723 erbaute ehemalige Bergamt ist ab Montag die Bleibe der Elftklässler, die wegen des Wasserschadens vom Max-Reger-Gymnasium (im Hintergrund) an den Malteserplatz umziehen müssen.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.