10.08.2020 - 17:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Wasserwacht Amberg-Sulzbach im Corona-Einsatz bei Passau

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Wenn sie sonst nach Passau ausrücken, dann ist der Grund meist Hochwasser. Diesmal hatte die Kreiswasserwacht Amberg-Sulzbach eine ganz andere Mission. Sie half an der Corona-Teststation für Reiserückkehrer.

Einsatzbesprechung vor Schichtbeginn: Die Freiwilligen der Wasserwacht Amberg-Sulzbach klären, was zu tun ist.
von Heike Unger Kontakt Profil

Die Wasserwacht bildet den größten ehrenamtlichen Teil des Bayerischen Roten Kreuzes. Letzteres war vom Innenministerium zur Besetzung der Corona-Teststationen für Urlaubs-Heimkehrer angefragt worden. So erklärt Michael Schmid, der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Amberg-Sulzbach, den Hintergrund des Corona-Einsatzes seiner Leute. 19 Aktive der Wasserwacht Amberg-Sulzbach waren in den vergangenen Tagen bei drei Einsätzen an der Passauer Teststation dabei – sie besetzten dort jeweils zwölf-Stunden-Schichten.

Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer

Deutschland und die Welt

Auswärts-Einsatz nicht unüblich

Dass die Oberpfälzer als BRK-Verstärkung nach Passau ausrücken, sei gar nicht so unüblich, meint Schmid. Allerdings gehe es sonst eher um Hochwasser. Diesmal war Corona der Grund. Auf einen entsprechenden Aufruf des Kreisverbands hatten sich 19 Kräfte aus dem Raum Amberg-Sulzbach als Personal für die Teststation gemeldet, Schmid war einer von ihnen. Und als sich dann am Ende einer Schicht abends in Passau herausstellte, dass für den folgende Tagesdienst noch Kräfte fehlten, rückten laut Schmid kurzfristig noch einmal vier Kollegen aus Kümmersbruck nach.

Die Wasserwacht übernahm diese Dienste in Passau zusätzlich zu ihren normalen Aufgaben: Sommer ist für die Wasserretter Hochsaison, sie betreuen hier zum Beispiel die Rettungsstation am See in Trausnitz und seit zwei Wochen auch die am Murner See (beides Landkreis Schwandorf). Auch mit Corona hatten Schmid und seine Kollegen schon zu tun, sei es im Krisenstab während des inzwischen beendeten Katastrophenfalls in Bayern oder bei Material-Transporten.

Malteser aus Weiden waren auch schon im Corona-Testeinsatz an der Grenze

Weiden in der Oberpfalz

Großes Interesse am Test

Diesmal sorgte die Wasserwacht neben Kräften anderer Organisationen wie Technisches Hilfswerk, BRK-Bereitschaft oder Malteser-Hilfsdienst für die personelle Besetzung der Corona-Teststation Passau an der Autobahn-Raststätte Donautal/Ost. Das war Ende vergangener Woche, also noch vor Inkrafttreten der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikoländern am vergangenen Samstag.

Das Interesse sei aber schon vorher groß gewesen, viele Urlauber hätten die Gelegenheit auf dem Heimweg gerne wahrgenommen. "Sie haben alle freiwillig den Corona-Test gemacht", berichtet Schmid. Sehr oft habe er als Grund dafür gehört, dass die Heimkehrer diese Woche zurück in die Arbeit mussten und ihre Arbeitgeber Wert auf einen negativen Coronatest legten. Schmid kann sich vorstellen, dass die Nachfrage nun, da eine Testpflicht für bestimmte Länder besteht, noch zunimmt.

Alles Ehrenamtliche

"Eigentlich hätten wir am Montag nochmal nach Passau kommen sollen", erzählt Schmid – doch dieser Einsatz sei abgesagt worden. Da die Wasserwacht-Trupps ausschließlich aus Ehrenamtlichen bestehen, die also auch noch zur Arbeit gehen, sei von vorneherein klar gewesen, dass die Hilfe an den Covid-19-Teststationen nur vorübergehend möglich sein würde. "Unsere Arbeitgeber sind super, die stellen unsere Leute in solchen Fällen frei", freut sich Schmid. Das BRK könne deshalb bei Bedarf sehr schnell tätig werden, dies aber eben nicht dauerhaft. Inzwischen hat die Arbeit in Passau eine zivile Firma übernommen. Eine weitere Anfrage vom Chiemsee habe man ablehnen müssen, sagt Schmid – über 300 Kilometer Anfahrt seien einfach zu weit.

In Passau haben die Helfer aus Amberg-Sulzbach testwillige Urlaubsheimkehrer am Autobahnparkplatz in Empfang genommen, ihnen beim Erledigen des nötigen Paierkrams geholfen, Teströhrchen vorbereitet und dann den Ärzten bei den eigentlichen Tests assistiert. Letzere waren in Passau Abstriche im Rachenraum. Vielleicht "nicht ganz angenehm", wie Schmid meinte, aber dann doch "zum Aushalten", so sein Eindruck. Den habe auch das Feedback der Getesten bestätigt. "Die Leute waren dankbar, dass sie getestet wurden."

Kroatien, Österreich, Türkei

Über einen QR-Code konnten sie per Corona-App dann zu Hause ihre Ergebnisse abrufen, bekamen aber außerdem auch eine Nachricht per Telefon oder Mail. "Zwischen einem und drei Tage" habe das gedauert, berichtet Schmid. Die meisten Heimkehrer seien aus den klassischen südlichen Urlaubsländern gekommen: Kroatien, Österreich, auf der Route über Passau weniger aus Italien. Sogar ein paar "Exoten" sind Schmid begegnet – Urlauber, die aus der Türkei kamen. Ob die Wasserwacht Amberg-Sulzbach demnächst noch einmal auswärts im Corona-Einsatz sein wird, weiß Schmid noch nicht. Trotz einer Spezialisierung in Sachen Wasserrettung "sehen wir uns in erster Linie als Rotkreuzler", betont er. Deshalb sei klar: "Wenn wir angefordert werden, werden wir versuchen, Unterstützung zu leisten".

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