Amberg
23.02.2022 - 07:05 Uhr

Weckerbett und Iron-Man-Helm bei „Jugend forscht“

Der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ an der OTH Amberg-Weiden ist entschieden. Junge Forschertalente haben gezeigt, was sie können und die Jury beeindruckt. Vom Weckerbett bis zum von Iron-Man inspirierten automatisierten Helm.

Linus Eisenhut (13) und Niklas Bitter (13) haben sich gegen 14 Bewerber in der Kategorie Chemie durchgesetzt. Sie haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Obst und Gemüse mit einem abwaschbaren Verpackungsstoff ummantelt werden kann, so dass kein Plastikmüll entsteht. Bild: Ostbayerische Technische Hochschule/exb
Linus Eisenhut (13) und Niklas Bitter (13) haben sich gegen 14 Bewerber in der Kategorie Chemie durchgesetzt. Sie haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Obst und Gemüse mit einem abwaschbaren Verpackungsstoff ummantelt werden kann, so dass kein Plastikmüll entsteht.

„Zufällig genial?“ Unter diesem Thema fand der Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) am Dienstag online statt. Die Gewinner kommen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen und Regionen. Professor Werner Prell von der Fakultät für Maschinenbau und Umwelttechnik, der den Wettbewerb vonseiten der OTH betreute, musste sich bei der Preisverleihung für einen verspäteten Start entschuldigen. „Die Projekte haben es der Jury nicht leicht gemacht, sie hat lange und intensiv diskutiert, weshalb wir nun später dran sind."

Kategorie Arbeitswelt

Den ersten Preis in diesem Bereich hat Oscar Lambrecht (13) vom Christoph-Jakob-Treu Gymnasium in Lauf an der Pegnitz gewonnen. Er hat ein High-Tech-Fenster mit dem Namen „Night Breeze“ entwickelt, das nur einen verschwindend geringen Teil einer herkömmlichen Klimaanlage verbraucht und zum Beispiel ein Schlafzimmer im Sommer dennoch angenehm kühlen kann. Juror Jürgen Koch lobte den Schüler für sein „pfiffiges Projekt“, dessen Ergebnis er sich künftig „an zahlreichen Schlafzimmerfenstern“ vorstellen könne. „Er hat den ersten Preis verdient, weil er gezeigt hat, dass auch mit einfacheren Mitteln eine gute Belüftung möglich ist. Er hat bewiesen, dass er das nicht nur handwerklich draufhat, sondern es auch wissenschaftlich begleiten kann." Den zweiten Platz belegten Florian Hierl (14), Niklas Drescher, (14) und David Koberstein (14) vom Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt mit ihrem Projekt einer Ampelanlage für Räume mit begrenzter Besucherzahl. Der dritte Preis ging an Paulina Swoboda (12) vom Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld mit ihrem wieder verwendbaren To-Go-Pizzakarton.

Kategorie Biologie:

Für ihr besonderes Fachwissen im Bereich Biologie wurden Lea Egger (10), Paul Simm (11) und Constantin Basta (11) vom Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld ausgezeichnet. Die Schüler haben untersucht, ob sich an unterschiedlichen Körperstellen auf der Kleidung unterschiedlich viele Bakterien halten, ob die Bakterienbelastung auch vom Kleidungsmaterial abhängt und ob dadurch Krankheiten übertragen werden können. Juror Sebastian Buhl sagte in seiner Laudatio: „Es gibt wenige Ereignisse wie die Coronapandemie, die unser Leben derart beeinflusst haben.“ Mit ihrem Projekt hätten die Schüler nicht nur einen Nerv getroffen, sondern auch „strukturierte Untersuchungen entwickelt und ihr weiteres Vorgehen geplant“. „Das Team hat mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln fundierte mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt.“ Den zweiten Platz belegte das Projekt des 18-jährigen Nathan Unold von der FOS/BOS in Schwandorf, der sich dem Thema widmete, was wäre, müsste man nicht altern. Den dritten Platz belegten drei Projekte, in denen es um Kresse in der Wüste, das Futterverhalten von Ameisen und eine Untersuchung zu klimabeständigem Rasen ging.

Kategorie Chemie:

In der Kategorie Chemie traten gleich 15 Projekte an, um den ersten Platz zu belegen. Gewonnen haben ihn Linus Eisenhut (13) und Niklas Bitter (13) vom Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld mit ihrem Projekt alternativer Verpackungen von Obst und Gemüse, die leicht vom Produkt entfernt werden können, ohne dabei Müll zu produzieren. Jurorin Verena Bärenfänger lobte die Arbeit der Schüler. „Ihr habt uns deutlich gezeigt, dass die Jugend die Zukunft selbst in die Hand nimmt.“ Aufgrund ihrer wissenschaftlichen Herangehensweise hätten sich die Schüler den ersten Platz auf jeden Fall verdient.

Mathe, Physik und Technik

Mit einem Experiment im Bereich der sogenannten dynamischen Hydrophobie belegte Maximilian Pfindel (17) vom Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt den ersten Platz. Dazu sagte Juror Christoph Angermann: „Jeder kennt den abperlenden Lotusblüten-Effekt. Der ist aber statisch. Maximilian Pfindel wollte wissen, wie das im Bewegten aussieht.“

Für die technischen Tüfteleien vergaben die Juroren gleich zweimal einen ersten Platz. Einmal landete das von den Iron-Man-Filmen inspirierte Projekt von Leonie Boog (12) vom Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt ganz oben. Sie hat einen Automatisierten Baustellenhelm entwickelt. Juror Burkhard Stolz erklärte „Du hast die Jury mit deinem Projekt sehr überrascht.“ Nicht nur habe die Schülerin die notwendigen Teile selbst im 3D-Drucker erstellt und sie in den Helm implementiert. „Du kennst dich in der Programmierung richtig gut aus. Dass du erst in der sechsten Klasse bist, macht das sogar noch toller.“ Zum anderen haben Ben Walter (17) und Benedikt Wolf (17) vom Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium in Nabburg ebenfalls einen ersten Preis erhalten. Sie haben ein Weckerbett samt Frühstücksroboter entwickelt, die sich in ein Smart-Home-Konzept integrieren lassen.

Oberbürgermeister geben Unterstützung

Bereits vor dem Start in den Tag am Dienstag hatten die Oberbürgermeister der beiden OTH-Städte Amberg und Weiden Grußworte an die Nachwuchsforscher gerichtet. Ambergs OB Michael Cerny sagte: „Ich bin mir sicher, dass ihr hier viele tolle, geniale und coole Ideen mitgebracht habt.“ Zwar seien die Projekte „noch nicht so ausgefeilt“, wie es erfahrene Ingenieure angehen würden, allerdings hätten die jungen Forscher und Forscherinnen die „Kreativität der Jugend“ und damit vielleicht völlig neue Ideen anzubieten. „Ihr alle seid tolle Forscher, die daran arbeiten, unsere Welt einfacher, nachhaltiger und auch ein Stück weiter besser zu machen.“

Auch Weidens Oberbürgermeister Jens Meyer richtet den jungen Forschern seine Grüße aus. „Am Anfang steht immer die Neugierde. Es macht Spaß zu experimentieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Es ist offensichtlich, dass ihr Engagement und ein hohes Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zeigt. Ich wünsche mir, dass viele von euch einen wissenschaftlichen Beruf ergreifen.“

Amberg01.02.2021
 
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