Dem Kirchenvorstand der evangelischen Paulanergemeinde ist das nicht leicht gefallen – aber er hat mit großer Mehrheit entschieden, bis 10. Januar keine Gottesdienste mehr zu halten, an denen Gläubige persönlich teilnehmen können. Paulaner-Pfarrer Joachim von Kölichen erklärt den Hintergrund dieser Absage weiterer Präsenz-Gottesdienste im Gespräch mit der Redaktion so: "Wir als Kirche können nicht den Menschen zurufen ,kommt!‘, wenn der gesamte Lockdown dazu da ist, das Gegenteil zu bewirken, nämlich ,bleibt, wo ihr seid!‘".
Auch wenn Weihnachten in diesem Jahr wegen der Coronakrise schon "mit ganz vielen Zumutungen, Enttäuschungen, Traurigkeiten behaftet sein wird", seien die Verantwortlichen doch zu dem Schluss gekommen, dass es gerade jetzt wichtig ist, dass "im Interesse aller" auch "möglichst alle auf möglichst viele Kontakte verzichten". Begegnungen, die trotzdem stattfänden, müsse sich jeder gut überlegen, betont von Kölichen: " Denn jeder Kontakt ist ein Risiko."
Nur als Video im Netz
Deshalb werden Paulanerkirche, Martin-Schalling- und Andreas-Hügel-Haus an den kommenden Sonn- und Feiertagen ihre Gottesdienste nur online, als Videos, zugänglich machen. Die Gottesdienste und Andachten werden aufgezeichnet und stehen dann zu den jeweiligen Sonn- und Feiertagen online als Videos zur Verfügung, Heiligabend und Silvester auch mehrfach, und zwar abrufbar über die Internet-Seite der Paulanergemeinde (www.paulanerkirche-amberg.de).
Schwierige Entscheidung
Pfarrer von Kölichen spricht von einer sehr schwierigen Entscheidung, aber auch von einer, bei der am Ende die Sicherheit und Gesundheit mitten in einer schweren Pandemie im Vordergrund gestanden seien. Er sei überrascht gewesen, "wie positiv das aufgenommen wurde", gibt von Kölichen angesichts der bisherigen Reaktionen aus der Gemeinde zu. Die seien ganz "anders als erwartet" gewesen: "Keine einzige ärgerlich – traurig natürlich viele, aber erleichtert eigentlich alle, weil es so klar ist. Kein Hin und Her mit Anmeldungen und den damit verbundenen Beschwernissen und Enttäuschungen." Froh ist der Pfarrer, dass man mit dieser Entscheidung den Gemeindegliedern auch "die Last der Abwägung – ,soll ich oder soll ich nicht?‘" abgenommen habe. Mit diesen Reaktion "hatten wir so nicht gerechnet", man sei dafür aber "unendlich dankbar, weil sie zeigen, dass vielen die Frage sehr auf der Seele lag". Und die Weihnachts-Botschaft könne auch auf diesem Weg übermittelt werden – und zwar "auf sichere Weise".

















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