Amberg
15.12.2020 - 14:12 Uhr

In Amberg: Kein Weihnachtsgottesdienst im Fußballstadion

Weihnachten im Fußballstadion: Matthias Weigart, Pfarrer der evangelischen Paulanergemeinde Amberg, wollte an Heiligabend möglichst vielen Menschen einen Gottesdienstbesuch ermöglichen. Daraus wird nichts.

Pfarrer Matthias Weigart (links) von der Paulanergemeinde und Wolfgang Wrosch, (2. Vorsitzender des TV 1861 Amberg, hatten sich auf der Trainerbank schon auf die Gottesdienste im FC-Stadion gefreut. Wegen des verschärften Lockdowns wird nun aber nichts daraus. Bild: Wolfgang Steinbacher
Pfarrer Matthias Weigart (links) von der Paulanergemeinde und Wolfgang Wrosch, (2. Vorsitzender des TV 1861 Amberg, hatten sich auf der Trainerbank schon auf die Gottesdienste im FC-Stadion gefreut. Wegen des verschärften Lockdowns wird nun aber nichts daraus.

Die Corona-Pandemie war der Grund dafür, dass die evangelische Paulanergemeinde dieses Jahr zu Weihnachten ungewöhnliche Wege beschreiten wollte: Um allen, die dabei sein wollten, den Besuch eines Weihnachtsgottesdienstes zu ermöglichen, sollte es an Heiligabend einen Familien-Gottesdienst und eine Christvesper unter freiem Himmel geben. Am Dienstag aber war klar: Daraus wird nichts. Am Abend zuvor hatte der Kirchenvorstand getagt und sich letztlich dafür entschieden, diese Stadion-Gottesdienste angesichts des ab Mittwoch geltenden verschärften Lockdowns mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen abzusagen.

Derzeit überlege man noch, in welcher Form überhaupt Gottesdienste an Weihnachten stattfinden können, berichtete Weigart am Dienstag. Durch die neuen staatlichen Vorgaben könne sich auch bei den bereits angekündigten Gottesdiensten noch etwas ändern – bis hin zu der ebenfalls denkbaren Variante, dass diese, ähnlich wie bereits zu Ostern, nur als Live-Streams ins Internet übertragen werden. Sobald hier eine Entscheidung gefallen sei, werde man darüber informieren.

Amberg09.04.2020

"Gemeinschaft fehlt uns allen"

Bei einem Ortstermin im FC-Stadion vergangene Woche hatte Weigart betont, im Freiem und mit reichlich Platz im Stadion hätte man die Abstands-Vorschriften problemlos einhalten können. Beim "Hausherrn", dem TV 1861 Amberg, hatte er nicht betteln müssen – für seine unkonventionelle Idee hatte er sofort eine Zusage bekommen. 2. TV-Vorsitzender Wolfgang Wrosch fand, ein Gottesdienst im Stadion sei einfach eine gute Idee: "Ein Platz, der ja für alle da ist, gehört sich auch genutzt. Ist doch gut, wenn die Leute zusammenkommen können. Beim Fußball oder in der Kirche: Gemeinschaft ist doch das, was uns allen ein bisschen fehlt im Moment."

Fußball ist wegen der Pandemie seit längerem nicht möglich im FC-Stadion, ein Gottesdienst wäre nach den in der vergangenen Woche noch geltenden Corona-Vorgaben erlaubt gewesen. Die evangelische Landeskirche habe sogar explizit empfohlen, angesichts der Pandemie kirchliche Feiern draußen abzuhalten, berichtete Matthias Weigart beim Ortstermin. Geplant war, dass die Gottesdienstbesucher mit reichlich Abstand und Maske auf der Tribüne Platz nehmen, wo sonst die Fußball-Zuschauer sitzen. Und der Pfarrer wollte zwei Gottesdienste auf einem kleinen Podium auf dem Rasen halten, einen Familiengottesdienst um 15 Uhr und eine Christvesper um 17 Uhr.

Verkündigung auf allen Wegen

Einen Versuch, "den Menschen ein schönes Weihnachtsfest zu bieten", nannte der Pfarrer diese unkonventionelle Idee: "Wenn es um die Verkündigung geht, nutzen wir alle Wege." Ein bisschen fühlte er sich in dieser Umgebung sogar an das Wort von den "Hirten auf dem Felde" erinnert. Weigart hatte sich auf diese Gottesdienste gefreut, die auch für ihn etwas Besonderes gewesen wären: "In einem Stadion hatte ich noch keine."

 
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