26.11.2020 - 18:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Weihnachtsmarkt Amberg: Nur ein paar Buden und kein Glühwein

Kein Weihnachtsmarkt, aber auch keine Absage: Die Park- und Werbegemeinschaft (PWG) hat mit der Stadt Amberg einen Weg gefunden, wie trotz des verlängerten Teil-Lockdowns adventliche Stimmung in die Altstadt einziehen kann.

Zwischen Bahnhofstraße und Malteserplatz stehen 300 dieser geschmückten Bäume. Sie sollen unter dem Motto „Amberger Winterzauber“ für adventliche Stimmung sorgen, wenn es schon keinen Weihnachtsmarkt geben kann.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Spätestens im Oktober, als der Teil-Lockdown für den gesamten November bekanntgegeben wurde, war klar, dass es in Amberg keinen klassischen Weihnachtsmarkt wie in den vergangenen 35 Jahren geben kann. Jetzt, wo klar ist, dass die Regelungen bis mindestens 20. Dezember verlängert werden, sagen die Amberger den Weihnachtsmarkt aber nicht ab. "Wir müssen die Fakten hinnehmen, die nicht mehr diskutierbar sind", sagte PWG-Vorsitzender Andreas Raab, als er am Donnerstagabend mit OB Michael Cerny die Weihnachtsbeleuchtung einschaltete und das Konzept für die nächsten Wochen bekanntgab.

Die Richtung hatte zunächst der zuständige Referatsleiter Bernhard Mitko vorgegeben: "Angesichts des aktuell geltenden Marktverbots, von dem lediglich Lebensmittelmärkte ausgenommen sind, sowie der derzeit hohen Inzidenzwerte in der Stadt und im Landkreis ist es leider unmöglich, einen Markt mit Glühwein und Leckereien anzubieten." Um den Besuchern der Altstadt dennoch die Möglichkeit eines kleinen Imbisses in Form der beliebten Bratwurstsemmel zu geben, wird laut Cerny in der Bahnhofstraße, auf dem Marktplatz und am Roßmarkt jeweils eine einzige Verkaufsstelle erlaubt. Andere Essensstände können nicht genehmigt werden. Gleiches gilt für den Verkauf von Glühwein.

Mehrere Buden möglich

Bei den Bratwurstsemmeln allein bleibt es aber nicht, wie Andreas Raab wissen ließ. Außerdem können einzelne Buden, die Weihnachtliches und Geschenke wie Handarbeiten, Krippenzubehör, Christbaumschmuck und Spielwaren offerieren, aufgestellt werden. Deren Standorte werden laut Cerny "in gebührendem Abstand" in der Bahnhofstraße, in der Rathausstraße und auf dem Marktplatz verteilt. Voraussetzung ist in sämtlichen Fällen jedoch, dass die Betreiber ein Hygienekonzept vorlegen, "das den aktuellen Anforderungen entspricht". Ziel dieser Maßnahme sei es, ein Verweilen vor den Buden und "jede Art der Gruppenbildung" zu verhindern, um Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Zudem soll nach neuesten Informationen aus München für sogenannte Hotspots mit einem Inzidenzwert von mehr als 200 künftig ein Alkoholverbot in den Innenstädten gelten, weshalb keine Glühweinstände zugelassen werden können. Da es sich nunmehr nicht um einen klassischen Markt handelt, gelten laut OB Cerny die regulären Ladenöffnungszeiten. Damit ist eine Öffnung an den Sonntagen und nach 20 Uhr nicht erlaubt.

Wie viele Buden zusätzlich zu den drei erwähnten Bratwurstständen in den nächsten Tagen tatsächlich aufgebaut werden, steht zur Stunde noch nicht fest. Andreas Raab dazu wörtlich: "Im Prinzip muss das jetzt jeder einzelne Fierant selbst entscheiden." Spätestens bis zum Wochenende 4./5. Dezember werde sich ein Bild fügen. Wer bis dahin mit seinen Angeboten nicht vertreten ist, werde auch nicht mehr dazustoßen, denn: "Danach rentiert es sich auch nicht mehr", sagte Raab und fügte hinzu, dass viele Budenbetreiber froh wären, wenn sie auf 20 Prozent ihres gewohnten Umsatzes kämen.

Rund 300 Bäume zusätzlich

Um den Besuchern zusätzlich eine adventliche Atmosphäre zu bieten, haben sich die PWG, das Stadtmarketing, die Wirtschaftsförderer der Gewerbebau und die beiden Round-Table-Clubs zusammengeschlossen, um innerhalb kürzester Zeit den Amberger "Winterzauber" zu inszenieren. Dabei handelt es sich um rund 300 Bäume, die in der Innenstadt verteilt werden. Sehr zur Freude von Thomas Eichenseher, dem Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins: "Was da innerhalb von zweieinhalb Tagen in die Stadt gezaubert worden ist, verdient den Namen Winterzauber." Laut Altstadt-Kümmerin Verena Fitzgerald ist es "schön zu sehen, wie alle für ein Ziel zusammenarbeiten". Sie meint damit die Tatsache, dass knapp 50 Geschäftsleute die Aufgabe übernommen haben, die Bäume zu schmücken, obwohl ihre Betriebe, zum Beispiel aus der Gastronomie, geschlossen bleiben.

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