17.11.2020 - 16:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Weihnachtsmarkt Amberg: Plan B und C in Schublade

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Wie geht es in der Gastronomie und mit Veranstaltungen weiter? Eine Entscheidung wird für 25. November erwartet. Für Andreas Raab von der Park- und Werbegemeinschaft ist das mit Blick auf den Weihnachtsmarkt in Amberg ein großes Problem.

Wie auch immer die Corona-Bestimmungen ab 1. Dezember lauten: So wird es in der Adventszeit auf dem Amberger Marktplatz definitiv nicht aussehen. Sollte der Weihnachtsmarkt tatsächlich stattfinden dürfen, würden die Buden in der Altstadt auf Abstand zwischen Multifunktionsplatz und Roßmarkt verteilt.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Gespannt verfolgte Andreas Raab, Vorsitzender der Park- und Werbegemeinschaft (PWG) Amberg, am Montag bis in den Abend die Nachrichtensendungen. In der Hoffnung darauf, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Ministerpräsident Markus Söder dazu äußern, ob es auch nach dem 30. November beim Teil-Lockdown bleibt und wenn ja, in welcher Form. Denn für Raab und die PWG, die traditionell den Amberger Weihnachtsmarkt veranstaltet, wird die Zeit allmählich knapp. Von der geplanten offiziellen Eröffnung am Donnerstag, 26. November, haben sich die Organisatoren gedanklich zwangsläufig bereits vor mehr als zwei Wochen verabschiedet, als klar war, dass es den gesamten November über wegen der Pandemie keine Feste und Feiern geben darf. Aber was ist danach? Darf es im Dezember einen Weihnachtsmarkt in Amberg geben? Eine Antwort bekam Raab auch am Dienstag nicht. Er wird sich noch bis Mittwoch, 25. November, gedulden müssen. Dann will Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Krise informieren.

"Das größte Problem ist jetzt, dass keiner weiß, wie es weitergeht. Im Prinzip können wir jetzt nichts machen", sagt Raab, der aber dringend Planungssicherheit bräuchte. "Jeder steht total unter Druck", sagt der PWG-Chef und meint damit nicht nur sich, sondern sämtliche Beschicker des Weihnachtsmarkts, der in diesem Jahr auch ohne Lockdown wegen der Pandemie ohnehin anders als gewohnt stattfinden sollte: Um die Besucher auf Abstand zu halten, sollen die Buden großräumig zwischen Multifunktionsplatz und Roßmarkt verteilt werden.

Gespräche nächsten Sonntag

Während viele andere Städte wie beispielsweise Nürnberg und Weiden ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt haben, will Raab trotz des Zeitdrucks noch abwarten: "Wir machen es uns nicht so leicht." Als Veranstalter müsse die PWG auch die wirtschaftliche Situation der Fieranten und Beschicker in die Wertung nehmen, bei denen es nur noch darum gehe, im Dezember wenigstens etwas Schadensbegrenzung betreiben zu können: "Von großen Gewinnen redet schon lange keiner mehr. Es geht im Prinzip nur noch um Verlustreduzierungen. Das kann man nicht von oben herab einfach absagen. Eine Absage ist das Letzte, was sich will. " Eine Entscheidung müsse aber her. Und zwar bald. Wie Raab im Gespräch mit der Amberger Zeitung und Oberpfalz-Medien wissen ließ, trifft sich ein aus PWG-Vorstandsmitgliedern und Marktbeschickern bestehendes Gremium am Sonntag, 22. November, zu einer Telefonkonferenz, um über die weitere Strategie zu beraten, bevor die Kanzlerin drei Tage später über das weitere Vorgehen informiert. Zwei Konstellationen seien grundsätzlich vorstellbar.

Eine Absage ist das Letzte, was ich will.

Andreas Raab, Vorsitzender der Park- und Werbegemeinschaft Amberg

Andreas Raab, Vorsitzender der Park- und Werbegemeinschaft Amberg

Variante 1: Ab 1. Dezember gibt es keinen Lockdown mehr. Dann könne der Markt stattfinden. Diesen Plan A hält Raab aber für unwahrscheinlich. Variante 2: Es bleibt bis auf Weiteres bei den aktuellen Vorgaben. Dann müsste tatsächlich über eine Absage nachgedacht werden. Doch damit möchte sich der PWG-Vorsitzende nicht anfreunden, schließlich gebe es noch die Option, die Budenstadt nicht wie geplant ab 23. Dezember zu schließen, sondern eventuell bis 6. Januar offen zu lassen. Das wäre Plan B.

Auch bis 6. Januar vorstellbar

Doch das wiederum sei nicht für alle Anbieter eine Option, denn: "Viele Fieranten haben ein klassisches Adventssortiment." Eine Krippe werde am 4. Januar vermutlich nicht mehr gekauft, am 4. Dezember dagegen schon. Für diese Händler müsste der Markt spätestens am Samstag, 5. Dezember, öffnen. Sollte die Budenstadt erst danach aufmachen dürfen, möchte Raab noch immer nicht von einer Absage reden: "Wir wollen grundsätzlich einen Weihnachtsmarkt und keinen Essensmarkt." Andererseits: "Dann haben wir halt einen Essensmarkt." Das sei immer noch besser als gar nichts. Das wäre Plan C. Raab möchte da aber keine Richtung vorgeben: "Das soll das Gremium entscheiden." Dafür gebe es das Treffen am Sonntag.

Beleuchtung ab 27. November

Fest steht nur das: Die Weihnachtsbeleuchtung wird am Donnerstag, 27. November, eingeschaltet. In den Tagen danach sollen zwischen dem Multifunktionsplatz und dem Roßmarkt Weihnachtsbäume platziert werden. Gedacht waren diese zunächst als Wegführung von Bude zu Bude. Raab lässt die Exemplare nun aber dennoch platzieren: "Wir haben das jetzt vom Weihnachtsmarkt abgekoppelt und machen das trotzdem." Für den Innenstadt-Einzelhandel, der trotz des Lockdowns seine Produkte anbieten darf, aber derzeit nicht annähernd auf die erhofften und üblichen November-Umsätze komme: "Da fehlen 20 bis 25 Prozent. Die Kundenfrequenz ist so schwach wie noch nie. Das geht schon an die Substanz."

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Amberg
Kommentar:

Plan B oder C auch in Ordnung

Keine Frage: Plan A wäre natürlich am besten. Dann würde der Weihnachtsmarkt am 1. Dezember öffnen dürfen. Mit fünf Tagen Verspätung zwar, aber alle wären angesichts der aktuellen Umstände vermutlich einigermaßen zufrieden. Dagegen sprechen allerdings mehrere Tatsachen: Das derzeitige Infektionsgeschehen zum Beispiel und fehlende positive Signale der großen Politik. Die Park- und Werbegemeinschaft gibt als Veranstalter aber keineswegs auf und hofft, dass es noch eine gute Lösung gibt. Plan B oder C wäre tatsächlich okay, denn dann würden zumindest einige der Händler und Fieranten von einer höheren Kundenfrequenz profitieren.

Thomas Kosarew

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