16.02.2021 - 12:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Weil's schnell gehen soll: Neue Amberger Kinderkrippe startet in Containern

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Direkt neben der Hochschule in Amberg ist in den vergangenen Tagen ein großes Bauwerk aus Containern zusammengefügt worden. Nachfragen, was hier entsteht, liefen zunächst ins Leere. Inzwischen ist klar: Hier ziehen bald Kinder ein.

Was entsteht denn hier in der Nachbarschaft der OTH? Hier erweitert nicht die Hochschule, sondern das BRK baut eine Kinderkrippe, die übergangsweise in Containern untergebracht wird.
von Heike Unger Kontakt Profil

Der BRK-Kreisverband Amberg-Sulzbach steckt hinter dem großen Container-Bauwerk, das gerade direkt neben der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) an der Georg-Grammer-Straße eingerichtet wird: Hier entsteht eine neue Kinderkrippe mit drei Gruppen. Eine Übergangslösung, wie die zuständige BRK-Fachbereichsleiterin Kita, Anja Hopf, im Gespräch mit der Redaktion sagt. Das Provisorium, das aus mehreren Containern zusammengefügt wird, soll hier eine schnelle Inbetriebnahme dringend benötigter Betreuungsplätze für Kinder von einem bis drei Jahre ermöglichen. Eigentlich entstehen diese im neuen BRK-Kindergarten an der Winterstraße. Doch bis der bezugsfertig ist, wird es noch eine Weile dauern.

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"In Amberg gibt es so viele Krippenkinder ohne einen Betreuungsplatz", erklärt Anja Hopf zum Hintergrund, warum das BRK trotzdem jetzt schon aktiv wird. Geplant seien neben der OTH drei Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern. Starten werde man im Container-Bau aber zuerst nur mit einer Gruppe, "was nicht an den Kindern liegt, sondern am Personalmangel", betont Hopf. Kinder, die hier betreut werden könnten, gebe es nämlich genügend, aber derzeit fehlen die Mitarbeiter. Nach ihnen sucht das BRK weiter und ist zuversichtlich, fündig zu werden. "Wir hoffen, dass wir bis August noch eine zweite Gruppe aufmachen können", berichtet Anja Hopf. Im September, zum Ende des Schuljahres, sollen dann alle drei Gruppen laufen. Die Nachfrage sei groß, sagt Hopf, verweist aber darauf, dass Krippenplätze in Amberg zentral über das Anmeldeportal der Stadt vergeben werden. Dabei könne man auch eine Wunsch-Kita angeben.

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Außen ungewöhnlich, drinnen ganz normal

Die Krippe im Container sieht von außen ein wenig ungewöhnlich aus. Drinnen, das betonen Anja Hopf und die Leiterin der neuen Kita, Nadine Jans, werde man aber keinen Unterschied zu einem "normalen" Kindergarten merken. Die Container sind so zusammengefügt, dass verschiedene, große Räume entstanden sind, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Momentan sind sie noch weitgehend leer. Die Küchenzeile fürs Personal steht schon, auch die kleinen Kinder-Toiletten sind bereits eingebaut, die Möbel und weitere Einrichtung folgen jetzt. Gruppenräume, Sanitärbereiche, Intensiv-, Ruhe- und Bewegungsräume, Personalraum, Aufenthaltsbereich für Eltern: Hier wird es alles geben, was eine Kindertagesstätte (Kita) braucht. Dazu gehört auch ein Spielbereich im Freien, der im Frühjahr gebaut wird.

Die geplante BRK-Kita in der Winterstraße soll insgesamt acht Kindergarten- und Krippen-Gruppen beherbergen. Hier wird auch die ehemalige Kita Christkönig integriert, wie Jans erläutert. In Betrieb gehen soll dieser Neubau nach derzeitiger Planung 2023. Bis dahin soll die Übergangslösung im Container-Bau die große Nachfrage nach Krippenplätzen abfedern: "Das war die schnellste Lösung." Die mobilen Bauteile hat das BRK gemietet, sie stehen neben der OTH aus städtischem Grund. Weil sie von außen tatsächlich ein wenig spartanisch aussehen, "geben wir uns drinnen größte Mühe", alles besonders schön und "wohnlich" zu gestalten, verspricht Anja Hopf. "Das wird eine spannende Zeit, aber es ist alles gut vorgeplant."

Kinderkrippe heißt "Elements"

Die Container-Krippe ist ein Provisorium, die Möbel und weitere Ausstattung sind es nicht – sie wurden so ausgesucht, dass sie später in den Neubau an der Winterstraße umziehen können. Die neue Kinderkrippe bekommt den Namen "Elements", gemeint sind damit laut Nadine Jans die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Den Gedanken dahinter erklärt sie so: "So unterschiedlich, individuell, sich doch ergänzend und gleichermaßen wichtig wie die vier Elemente sind auch wir Menschen." Was als dreigruppige Kinderkrippe beginne, werde langfristig nach dem Umzug in die Winterstraße das neue „BRK-Kinderhaus der Elemente“.

Auch wenn das aktuelle Projekt das größte dieser Art ist, haben die Verantwortlichen des BRK doch schon einige Erfahrung mit Kitas in Containern. So logiert die Kita, die das BRK in Ehenfeld übernommen hat, seit September in Containern: Diese Auslagerung war bis zur Fertigstellung eines Neubaus erforderlich geworden, weil es im alten Kindergartengebäude gravierende Schimmel-Probleme gibt. Auch in Sorghof nutzt das BRK einen Container, in diesem Fall neben dem eigentlichen Kindergarten, für eine zusätzlich benötigte Gruppe. So lange sie gebraucht wird, wird es den mobilen Anbau geben. Ähnlich ist es in Sulzbach-Rosenberg im Eulenland. Diese Kita logiert eigentlich provisorisch im Schlössl, brauchte aber ebenfalls noch mehr Platz für eine Gruppe, der mit einer Container-Lösung geschaffen wurde. Ein Neubau, der die gesamte Einrichtung mit sechs Gruppen aufnehmen soll, ist laut Hopf beim Sportpark geplant.

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