08.11.2020 - 15:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Zwei Amberg-Sulzbacher als Komparsen beim Dreh mit Marcus H. Rosenmüller in Pleystein

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Das Wetter im Freibad Pleystein war nasskalt und ungemütlich. Das Klima war trotzdem bestens. Zwei Amberg-Sulzbacher waren als Komparsen bei den Dreharbeiten zu Marcus H. Rosenmüllers Kinofilm „Beckenrand-Sheriff“ dabei.

"Ersatzspieler" Helmut Graf: "Die Wasserballer hatten es besser, das Becken wurde auf 28 Grad aufgeheizt".
von Helga KammProfil

Es war "das" Thema im Spätsommer in der Oberpfalz: Regisseur Marcus H. Rosenmüller dreht einen Kinofilm im Freibad in Pleystein (Landkreis Neustadt/Waldnaab). Unter rund 600 Bewerbern für eine Statistenrolle wurden 200 ausgewählt, darunter zwei Männer aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Der eine, Helmut Graf, kommt aus Riedelhof im Birgland, der andere, Manfred Rösl, aus Freudenberg. Die beiden kennen sich nicht, sind sich auch bei den Dreharbeiten nicht begegnet, denn sie waren an verschiedenen Tagen in verschiedenen Rollen im Einsatz. Zu erzählen haben beide einiges über ihre Mitwirkung am „Beckenrand-Sheriff“.

Marcus H. Rosenmüller dreht Kinofilm in Pleystein

Pleystein

Helmut Graf ist Beamter bei der Stadt Nürnberg. „Das Filmgeschäft hat mich schon immer interessiert“, begründet er seine Bewerbung. Sie bot ihm die Möglichkeit, einmal live bei Dreharbeiten dabei zu sein und selber eine kleine Rolle zu spielen. „Vorgesehen war ich als Zuschauer am Beckenrand, wurde aber dann als Ersatzspieler der Wasserballmannschaft eingesetzt“, beschreibt Graf seine Rolle. Die Wasserballmannschaft bestand hauptsächlich aus Bundesliga-Profis vom 1. FC Nürnberg, die zusammen mit den Ersatzspielern ins Freibad einliefen. Der Erste der Ersatzspieler sollte Bauchmuskeln vorzeigen können. „Alle Statisten wurden dahingehend gecheckt, da war ich schnell raus“, erinnert sich der 47-Jährige lachend.

Strenge Corona-Vorschriften

Manfred Rösl ist im Film ein begeisterter Wasserball-Zuschauer. Bei ihm war es die Ehefrau, die den Anstoß für die Bewerbung gegeben hatte. Er freute sich über die Zusage und auch über die ihm zugedachte Rolle. „Wir Fans auf der Tribüne sollten drei Outfits mitbringen“, erzählt er von den Vorbereitungen. „Die Trikots waren wichtig, sollten in den Farben der jeweiligen Mannschaft sein und natürlich auch der Jahreszeit und dem Wetter entsprechen“. Der 61-jährige Makler und Unternehmensberater fand Gnade bei der Kostümberatung, er hatte das Richtige dabei.

Beeindruckt waren beide Komparsen, wie streng die Hygienevorschriften während der Drehtage eingehalten wurden. Ein Covid-19-Test vorab war selbstverständlich, eine anschließende freiwillige Quarantäne bis zum Dreh wurde empfohlen. Die Kehrseite war allerdings, dass dadurch kaum Kontakt mit den Hauptdarstellern zustande kam. „Rosenmüller habe ich nur im Vorbeigehen gesehen“, sagt Rösl. Helmut Graf hatte da mehr Glück. Dass sein erster Drehtag gleichzeitig sein Hochzeitstag war, musste dem Regisseur zu Ohren gekommen sein. „Er hat mir dazu gratuliert.“

Stunden warten für ein paar Minuten

Der Riedelhofer war insgesamt drei Tage in Pleystein. Von morgens 7 Uhr bis zum Spätnachmittag galt es für ihn, bereit zu sein. „Man wartet viele Stunden auf ein paar Minuten Einsatz“, schildert er diese Tage. Der Einlauf der Wasserballmannschaft sei 14-mal geprobt worden, bevor die Szene endgültig im Kasten war. „Wahrscheinlich wird sie aber gar nicht genommen“, fürchtet er, „weil gerade zu dieser Zeit die Sonne schien, während es sonst andauernd geregnet hat.“

Da wird einen ganzen Tag lang gearbeitet und dann kommen nur ein paar Minuten Film dabei heraus.

Komparse Manfred Rösl

Komparse Manfred Rösl

Das Wetter machte allen zu schaffen, den Profis ebenso wie den Statisten. Nasskalt und ungemütlich beschreiben Rösl und Graf ihre Drehtage. Vor allem Graf durfte bei sieben Grad in der Badehose keinesfalls bibbern, konnte aber in den Pausen die Füße in ein Wärmebecken stellen und sich mit Decken ein wenig vor Regen und Kälte schützen. „Das Klima unter uns Komparsen aber war gut und wir haben viel gelacht“, schildert der „Ersatzspieler“ die Stimmung unter den Kindern und Erwachsenen.

Knochenarbeit für die Crew

Manfred Rösl wunderte sich über die „total zusammengewürfelte“ Schar der Komparsen: „Autonummern aus ganz Deutschland, sogar aus Wien habe ich gesehen“. Sein Part als Zuschauer auf der Tribüne wurde an einem Tag erledigt – und auch da hat es geregnet. „Eine Knochenarbeit ist das vor allem für die Crew“, stellt er bewundernd fest. Sie sei ständig am Arbeiten, während die Schauspieler sich zwischendurch in ihren Wohnmobilen erholen könnten. Das Überraschendste für ihn: „Dass einen ganzen Tag lang gearbeitet wird und dann nur ein paar Minuten Film dabei herauskommen.“ Eindruck haben die Drehtage auch bei Helmut Graf hinterlassen, insbesondere die perfekte Organisation. Sehr viele Leute seien für alle möglichen kleinen Bereiche zuständig, denn „wo die Kamera hinschaut, muss alles stimmen“. Er werde künftig bei Filmen nicht nur mehr auf die Hauptdarsteller schauen, sondern auch auf die Komparsen dahinter.

Graf und Rösl haben in diesen Tagen in Pleystein mitbekommen, dass im Filmgeschäft hart gearbeitet wird und es viel Einsatz und Mühe braucht, um einen später erfolgreichen Film zu produzieren. Dass „ihr“ Film ein Hit werden wird, hoffen beide, auch wenn ihre Szenen vielleicht gar nicht darin enthalten sein könnten. Voraussichtlich wird eine Vorschau auf das Werk im Januar ins Internet gestellt. Die Premiere ist für 2021 im Pleysteiner Freibad vorgesehen.

Hintergrund:

Darum geht es im Film

Das örtliche Freibad von Grubberg ist der Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) ein Dorn im Auge. Es hat seine besten Zeiten hinter sich, ist viel zu teuer und soll geschlossen werden. Darüber freut sich der Bauherr Albert Dengler (Sebastian Bezzel) und wittert ein gutes Geschäft im Wohnungsbau. Doch der Bademeister Karl (Milan Peschel) kämpft um seinen Arbeitsplatz, das Freibad. Ein Wasserballspiel zwischen einer Profi- und einer Laienmannschaft aus dem Dorf soll ihn dabei unterstützen.

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