Die neue Corona-Impfstation in der Helmut-Ott-Halle in Auerbach ist bereits Ende vergangener Woche vorgestellt worden. Jetzt kommt noch eine ähnliche Einrichtung in Amberg, in der ehemaligen amerikanischen Schule in der Kennedystraße, dazu. Die beiden Stationen sollen ergänzend zu den seit Dezember etablierten beiden großen Impfzentren in Amberg (Jugendzentrum Klärwerk) und Sulzbach-Rosenberg (LCC) für Corona-Impfungen zur Verfügung stehen. Während in den großen Zentren inzwischen täglich im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet wird, sollen die kleineren Stationen in Auerbach und Amberg aktiv werden, wenn es nötig wird. Momentan gibt es diesen Bedarf: Ab Mittwoch werden hier die kurzfristig erhaltenen Sonderzuteilungen an Astrazeneca verimpft, für die sich Interessierte am Sonntag beim BRK anmelden konnten.
Vorerst wird in den beiden neuen Stationen nur ein paar Tage geimpft. Die beiden Außenstellen werden anders als die großen Impfzentren nicht regelmäßig in Betrieb sein, sondern nur dann, wenn es wegen größerer Impfstoff-Lieferungen nötig wird. So könne man sicherstellen, dass auch größere Mengen an Vakzin schnell gespritzt werden können, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller. Räumlich stoße man hier nämlich in den beiden Impfzentren inzwischen an Grenzen, wenn größere Liefermengen eintreffen. Personell deckt das BRK die beiden neuen Außenstellen durch seine mobilen Impfteams ab: Die haben die Impfwilligen in den Seniorenheimen inzwischen versorgt, um immobile Menschen, die zu Hause leben, kümmern sich die Hausärzte – damit können die mobilen Teams jetzt in den neuen Impfstationen wertvolle Dienste leisten.
Viel leerer Platz
Möglich wurde dies, weil Stadt und Landkreis kurzfristig entsprechende Gebäude zur Verfügung stellen konnten, erklärt Schaller. Und so sollen nun ab Mittwoch in der Helmut-Ott-Halle in Auerbach und in der ehemaligen US-Schule in Amberg 200 bis 300 Impfungen pro Tag verabreicht werden. Zum Start werden es 110 sein, kündigt Schaller an, "wir wollen mal ausloten, wie es läuft". Die beiden großen Impfzentren seien für weitere 300 Impfungen pro Tag ausgelegt, kommen derzeit im Drei-Schicht-Betrieb von 8 bis 22 Uhr aber tatsächlich auf 430. Jetzt noch zwei Außenstellen dazuzuschalten, um Spitzen abzufangen, ist laut Schaller "nicht übertrieben aufwendig", weil es in der Auerbacher Halle und der momentan ungenutzten Amberger Schule "sehr viel leeren Platz in Quadratmetern" gebe. Der lasse sich schnell gut nutzen: Ein paar Sichtabtrennungen machten beispielsweise aus einem Klassenzimmer zwei Impfräume.
Ursprünglich hatte man zunächst an einen Testbetrieb gedacht, doch weil jetzt kurzfristig eine Sonderlieferung Astrazeneca zur Verfügung steht, legen die beiden Außenstellen am Mittwoch ohne Test ganz regulär los. "Im Moment werden wir mit hohen Zuweisungen verwöhnt", freut sich Schaller darüber, dass nach den anfänglich geringen Mengen der Nachschub jetzt richtig läuft. "Wir kommen gut voran", sagt der BRK-Chef – auch, weil inzwischen die Hausärzte mitmachen dürfen. So haben Amberg und der Landkreis gerade die Marke von 30.000 Erstimpfungen überschritten. "Und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir zum Monatsende nicht die 40.000 geknackt hätten", kündigt Schaller an.
Auf Sonderzuteilungen gut vorbereitet
Er rechnet damit, dass es in den nächsten Wochen immer wieder einmal unerwartete Sonderlieferungen an Impfstoff geben wird: "Darauf sollten wir vorbereitet sein." Mit den Praxen und den neuen Außenstellen sei das gewährleistet: "Mit den Hausärzten und den Impfstationen sind wir gut aufgestellt." Dass die Amberger Außenstelle in der Kennedystraße in einem Wohngebiet liegt, sieht Schaller nicht als Problem. Er hat überschlagen, dass 110 Besucher, die hier zu festen Terminen über insgesamt sieben Stunden angemeldet sind, etwa acht Parkplätze brauchen "Ich glaube, das müsste die Umgebung vertragen." Auch Thomas Graml von der städtischen Pressestelle sieht hier keine größeren Verkehrsprobleme: "Die Stadt und die Polizei haben das im Blick", sagt er auf Nachfrage: "Und wenn es eine Belastung durch Verkehr oder Parkdruck geben würde, würden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen."
Corona-Impfstellen im Raum Amberg-Sulzbach
- Impfzentrum im Jugendzentrum Klärwerk, Bruno-Hofer-Straße 8, Amberg
- Impfzentrum im Landkreis Cultur Center (LCC), Obere Gartenstraße 3, Sulzbach-Rosenberg
- Impfstation Amberg, ehemalige US-Schule, Kennedystraße 50
- Impfstation Auerbach, Helmut-Ott-Halle, Neuhauser Straße 1B
Kommentar: Jeder Geimpfte zählt
Na also. Geht doch. Inzwischen bekommen Amberg und der Landkreis also so viel Corona-Impfstoff, dass die beiden großen Impfzentren an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Gut so. Und noch besser, dass es mit den zwei neuen Außenstellen auch gleich eine Lösung gibt, damit jede verfügbare Impfdosis schnell gespritzt werden kann. Vielleicht sollten es all jene, die darüber klagen, dass sie „immer noch nicht“ dran sind und auch am Sonntag keinen Sonder-Impftermin ergattert haben, es mal so sehen: Freuen wir uns doch einfach drüber, dass es läuft. Jeder Geimpfte zählt.
Heike Unger