22.12.2019 - 12:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Zweifacher Mordversuch: Angeklagter aus Haft entlassen

Für den angeklagten Amberger, der angeblich zwei Polizisten überfahren wollte, war es ein schönes Geschenk: An seinem 52. Geburtstag wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Es gibt keinen hinreichenden Tatverdacht mehr.

Am 18. Dezember hatte der Prozess gegen den Monteur aus Amberg in Regensburg begonnen.
von Autor AHSProfil

Wie mehrmals berichtet, war der Angeklagte mit seinem Van am 1. Mai zu mitternächtlicher Stunde auf der Westtangente in Straubing unterwegs, als er von zwei Polizeibeamten zu einer Kontrolle herausgewunken wurde. Den Aussagen der beiden Beamte zufolge habe er sich mit hoher Geschwindigkeit dem Kontrollpunkt genähert. Zunächst habe er abgebremst um dann wieder Gas zu geben und sei auf die Beamten zuzufahren. Diese haben sich nur mit einem Sprung zur Seite retten können.

Amberg

Angeklagter schweigt

Daraufhin verfolgten sie das Fahrzeug und konnten den Angeklagten auf einem Hof stellen. Zur Tatzeit war er mit knapp 0,8 Promille unterwegs, was jedoch nicht Gegenstand des Prozesses vor der Schwurgerichtskammer des Regensburger Landgerichts war. Zwei Monate später wurde er in Untersuchungshaft genommen. Auf Anraten seines Verteidigers Sebastian Gaßmann schweigt er bis heute zu den Vorwürfen. In einigen Details standen die Aussagen der "Kronzeugen" im Widerspruch zu einem von der Staatsanwaltschaft eingeholten Sachverständigengutachten.

Um sich selbst ein Bild vom Ablauf des Geschehens zu machen, entschloss sich die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg zu einem Ortstermin bei völliger Dunkelheit - ein eher seltenes Unterfangen. Zu diesem Zweck war der betroffene Teil der Westtangente für den Verkehr gesperrt worden. Nach zweieinhalb Stunden haben sich die Prozessbeteiligten davon überzeugt, dass zwar aus einer Distanz von etwa 150 Metern ein "roter Punkt" sichtbar ist, die Beamten selbst jedoch erst aus einer Entfernung von etwa 55 Metern erkennbar waren. Noch vor Ort überreichte der Verteidiger einen Schriftsatz, in dem er die Außervollzugsetzung des Haftbefehls beantragte.

Prozess geht weiter

Tags darauf kam die Schwurgerichtskammer zu dem Ergebnis, dass kein hinreichender Tatverdacht hinsichtlich des Vorwurfs des versuchten zweifachen Mordes mehr bestehe und hob den Haftbefehl auf. Der Prozess in Regensburg wird aber am Dienstag, 7. Januar, fortgesetzt.

Das Gericht sieht keine Tötungsabsicht

Regensburg
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