(san) Zahlreiche Gäste, darunter auch viele aus der Justiz, waren zum Festakt in den Großen Rathaussaal gekommen. Nur einer musste absagen: Bayerns Justizminister Winfried Bausback war in München unabkömmlich, da der Parteivorstand länger tagte als geplant. An seiner Stelle nahm Ministerialdirektor Frank Arloth Verabschiedung und Amtseinführung vor.
Veronika Retzbach, Oberregierungsrätin und stellvertretende Leiterin der Justizvollzugsanstalten Amberg und Weiden, hieß die Gäste willkommen. Sie sagte, die JVA Amberg war seit 1991 Peter Möbius' dienstliche Heimat. In seine Zeit als Anstaltsleiter fielen umfangreich sicherheitstechnische Umbaumaßnahmen, um den illegalen Drogenhandel in der JVA effektiv zu bekämpfen. Dem neuen Chef wünschte sie "eine glückliche Hand bei allen anfallenden Aufgaben". Arloth sprach davon, dass die Arbeit der Justizvollzugsanstalten nicht hinter verschlossenen Türen stattfinde. Sie sei vielmehr eine gesellschaftliche Aufgabe.
Ausführlich skizzierte er Möbius' Wirken in der bayerischen Justiz. Der bisherige JVA-Leiter habe eine beachtliche Karriere gemacht. 1991 kam er nach Amberg, zunächst als stellvertretender Leiter für Amberg und Weiden. "Beide Anstalten kennt er wie seine Westentasche." In diesen 27 Jahren habe Möbius viel erreicht. Als Beispiel nannte Arloth das neue Sicherheitskonzept. So werde Amberg als erstes Gefängnis in Bayern mit einem Drohnen-Erkennungssystem ausgestattet. Der Vertreter des Justizministeriums betonte, dass Möbius nie die beiden zentralen Punkte aus den Augen verloren habe: die Resozialisierung der Gefangenen und die Sicherheit der Bevölkerung. "Mit Ihnen geht ein Urgestein des bayerischen Strafvollzuges", sagte er zu dem bisherigen Leiter, der zum 31. März in Ruhestand gegangen ist.
"Ich weiß gar nicht, wie viele Amtseinführungen und Verabschiedungen Sie schon hinter sich haben", sagte er zum neuen Chef, der zum 1. April seinen Dienst angetreten hat. Schmalzbauer habe rund ein Sechstel aller bayerischen Anstalten in Führungspositionen begleitet. Arloth zeigte sich überzeugt, dass der 56-Jährige die Gefängnisse Amberg und Weiden hervorragend leiten und die anspruchsvolle Aufgabe im Vollzug erfüllen werde. Zuletzt war Schmalzbauer Leiter des Planungsstabes für den Neubau der JVA in Marktredwitz. Die gute Zusammenarbeit von Stadt und JVA habe immer funktioniert. Und: "Ich bin mir sicher, dass wir die gute Zusammenarbeit fortsetzen werden." In seiner Funktion als Vorsitzender des Anstaltsbeirats sagte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, ihm liege sehr am Herzen, "dass wir einen zeitgemäßen, menschlichen und klar rechtsstaatlich verorteten Vollzug gewährleisten". Für den Personalrat würdigte Vorsitzender Andreas Forster, dass für Möbius der Beruf stets eine Herzensangelegenheit gewesen sei. Schmalzbauer werde Bewährtes fortsetzen und neue Akzente setzen.
Möbius selbst sagte, es habe für ihn keinen schöneren Beruf gegeben. Er sprach aber auch die Probleme an. Zum Beispiel die Drogen- und Handy-Einschleusungen, von denen Amberg stark betroffen gewesen sei und die mit dem Drohnensystem bekämpft werden sollen, die zunehmenden Übergriffe von inhaftierten Flüchtlingen auf Bedienstete, deren Ursachen in der Mentalität und im mangelnden Respekt lägen.
Zu seinem Nachfolger sagte er wörtlich: "Ich glaube, du übernimmst zwei gut bestellte Anstalten."
Weiden in der Oberpfalz
19.06.2018 - 13:19 Uhr
"Zwei gut bestellte Anstalten"
von Kristina Sandig

Der bisherige Leiter der Justizvollzugsanstalt, Peter Möbius (links), ist seit 31. März im Ruhestand. Sein Nachfolger Wilfried Schmalzbauer (rechts) hat zum 1. April übernommen. Mit auf dem Bild: Ministerialdirektor Franz Arloth (Dritter von links) und Oberbürgermeister Michael Cerny (Zweiter von rechts) sowie die beiden Ehefrauen, Margret Möbius (Zweite von links) und Katharina Schmalzbauer.
Hartl, Petra
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.












Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.