05.09.2021 - 13:42 Uhr
Ammersricht bei AmbergOberpfalz

Amberger Schule glänzt mit Integrationspreis der Regierung

Beim Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz kommt die Grund- und Mittelschule Ammersricht auf den zweiten Platz. Sie hat ein ganzes Jahr dem Motto "Glaube und Toleranz" gewidmet und lehrt genau das - regelmäßig in ihrer Praxisklasse.

Stolz nimmt Roland Troidl von der Grund- und Mittelschule Ammersricht (Zweiter von rechts) aus den Händen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (rechts) zusammen mit Regierungspräsident Axel Bartelt und Ambergs Bürgermeister Franz Badura (von links) den zweiten Preis beim Integrationspreis der Oberpfalz entgegen.
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"Die Preisträger in der Oberpfalz verdeutlichen einmal mehr, dass es im Freistaat unglaublich viele Erfolgsgeschichten von engagierten Menschen gibt, die sich tagtäglich für eine gelingende Integration bei uns in Bayern einsetzen." Innenminister Joachim Herrmann ist voll des Lobes bei der Vergabe des Integrationspreises der Regierung - auch für die Grund- und Mittelschule Ammersricht, die mit ihrem Engagement den zweiten Preis erhält.

Selbst wenn der Vizeplatz heuer zweimal vergeben wurde, darf die Schule neben der Bruder-Konrad-Kirche mächtig stolz sein. Ihre Schüler haben überwiegend Migrationshintergrund und stammen teilweise aus schwierigen Verhältnissen. "An der Schule wird stets auf ein positives Miteinander geachtet, ganz unabhängig von Kultur und Glauben", heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung der Oberpfalz, nachdem zur Übergabe des Preises Roland Troidl von der Grund- und Mittelschule und Ambergs Bürgermeister Franz Badura nach Regensburg gefahren waren. Im Spiegelsaal der Regierung standen neben dem Sieger, dem Verein Hilfe für Geflüchtete und Menschen auf der Flucht Regensburg, die Migrantenmedizin Regensburg sowie die Ammersrichter als Zweite auf dem Treppchen. Beide durften sich über je 1000 Euro freuen.

"Das ist eine unbezahlbar wertvolle Leistung, die hier erbracht wird. Und es ist eine Leistung mit Vorbildcharakter", würdigte der Innen- und Integrationsminister, den Regierungspräsident Axel Bartelt mit den Worten ergänzte: Integration sei ein vielschichtiger und kleinteiliger Prozess, der viel Zeit brauche und dessen Zwischenerfolge schwer messbar seien. "Mit unserer jährlichen Verleihung des Integrationspreises machen wir diese Zwischenerfolge, dieses Engagement sichtbar und zeigen, wie Integration in der Praxis gelingen kann."

Roland Troidl als Klassenlehrer und seine Kollegin Andrea Schadl als Diplomsozialpädagogin unterstützen die Schüler der Praxisklasse, indem sie sie lehren, offen und tolerant gegenüber Menschen anderer Kulturen und mit unterschiedlichem Glauben zu sein, ohne dabei die eigene Herkunft und Identität aufgeben zu müssen. Im Schuljahr zum Motto "Glaube bedeutet Toleranz" lernten die Kinder beispielsweise bei einem virtuellen Rundgang durch Synagogen jüdisches Leben kennen oder beschäftigten sich im Unterricht mit dem Ramadan. In pandemiefreien Zeiten findet stets ein Aufenthalt in einer Selbstversorgerhütte statt, bei dem die Praxisklasse zum einen bayerische Gemütlichkeit erlebt, aber auch gemeinsam Gerichte aus ihren Herkunftsländern zubereitet.

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Amberg

 

 

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