Ammersricht bei Amberg
20.11.2025 - 14:05 Uhr
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Stadt Amberg stößt als Bauherr für neuen Kindergarten in Ammersricht in eine Lücke

In Ammersricht plant die Stadt Amberg einen neuen Kindergarten. Das klingt erst einmal ziemlich unspektakulär. Doch ganz so einfach lässt sich das Projekt dann doch nicht umsetzen, wie sich aktuell gezeigt hat.

Die Stadt Amberg will und wird im Ortsteil Ammersricht eine neue Kindertageseinrichtung mit insgesamt 49 Plätzen bauen, 24 davon für die unter Dreijährigen, 25 Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Eher ungewöhnlich ist es dabei, dass die Stadt selbst als Bauherr auftritt. Normalerweise vergibt die Stadt Amberg den Bau und den Betrieb der Kitas im Stadtgebiet an externe Träger. Ein solcher existiert für die neue Kita in Ammersricht zwar für den Part des laufenden Betriebs. Mit der Errichtung der dafür notwendigen Gebäude will nach Auskunft von Sozialreferentin Susanne Augustin dieser Träger aber nichts zu tun haben. "Die Stadt baut daher ausnahmsweise mal selbst."

Nun existiert in Ammersricht mit St. Konrad bereits eine funktionierende Kita. Die reicht allerdings nicht aus, um den Platzbedarf zu decken, der unter anderem durch die neuen Baugebiete am Akazienweg und "An den Brandäckern" entstanden ist. Dort bauen vorwiegend Familien mit kleinen Kindern, die wiederum eine Betreuung brauchen. Die Schaffung zusätzlicher Krippen- und Kindergartenplätze ist also keine Goodwill-Aktion der Stadt Amberg, sondern basiert auf dem Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung.

Suche nach Flächen nicht einfach

Bereits im Jahr 2023 begann auf Basis dieses Rechtsanspruchs die Suche nach geeigneten Flächen für eine neue Kita. Naheliegend wäre es gewesen, diese direkt auf der freien Fläche neben der bestehenden Kita St. Konrad an der Ahnherrnstraße anzusiedeln. Doch dort, so sagte es Susanne Augustin bereits 2023, gab es Probleme mit dem Grunderwerb. Auch mögliche Standorte im Bereich der neuen Baugebiete hätten sich als nur schwer umsetzbar herausgestellt. Daher fasste der Bauausschuss damals den Beschluss, die Kita auf dem städtischen Gelände der Grund- und Mittelschule Ammersricht am Bruder-Konrad-Weg zu errichten. Von der Schule soll der alte Fußballplatz abgezwackt und als Baugrund für die Kita verwendet werden. Womit schon mal die Beschaffungskosten für das Grundstück wegfallen.

Kosten wird der Neubau, der möglichst in modularer Holzbauweise ausgeführt werden soll, zwischen 3,2 und 3,3 Millionen Euro, wovon rund 1,7 Millionen Euro vom Freistaat als Förderung übernommen werden. Fraglich war in der letzten Sitzung des Amberger Hauptausschusses noch, ob das Projekt mit oder ohne einen sogenannten Therapieraum umgesetzt werden soll. Sozialreferentin Susanne Augustin plädierte ganz heftig dafür, selbst wenn dieser Raum (Kosten: Rund 107.500 Euro) nicht gefördert werden würde. Wobei es ihrer Auskunft nach da im Augenblick ganz gut ausschaut. Laut Regierung der Oberpfalz könne die "Stellungnahme zur Notwendigkeit bei der Antragstellung auf Förderung der Kindertageseinrichtung berücksichtigt werden".

Schnell anfangen

"Wir sollten jetzt so schnell wie möglich anfangen", plädierten unisono Oberbürgermeister Michael Cerny und Stefan Ott (CSU) für einen flotten Baubeginn. Und auch SPD-Fraktionssprecherin Birgit Fruth hielt die Investition für "gut angelegtes Geld". Diskussionen gab und gibt es aber – wie immer in solchen Fällen – wegen des zu erwartenden Hol- und Bringverkehrs. "Das ist schlimm", hat Birgt Fruth festgestellt, zumal es sich beim Bruder-Konrad-Weg ja um eine Sackgasse handelt.

Dass Kita-Kinder im Gegensatz zu den Schulkindern noch nicht unbegleitet in ihre Einrichtung kommen können, das blieb unbestritten im Hauptausschuss. Ob das allerdings angesichts der Überschaubarkeit des Stadtviertels Ammersricht auch unbedingt mit dem Auto passieren muss, auch diese Frage stellte sich das Gremium. Auf keinen Fall, so wurde deutlich, kann der Bruder-Konrad-Weg, der am Ende in einen Fußweg mündet, zu einer "richtigen" Straße hin zum Froschweg aufgeweitet werden. "Der gehört uns nämlich nicht", so die Auskunft. "Ich frage mich aber auch, ob wir wirklich vor jeder Kita riesige Verkehrsflächen bauen müssen", so Oberbürgermeister Michael Cerny.

2027 geplante Fertigstellung

Bleibt noch die Frage, warum an dieser Stelle ausnahmsweise die Stadt Amberg baut und nicht ein von ihr beauftragter Träger. Denn bis auf die absolute Ausnahme des Kindergartens Luitpoldhöhe, der in der alten Schule dort untergebracht ist, befinden sich alle anderen Kitas im Stadtgebiet im Eigentum eines Trägers – oft die Kirche oder zunehmend das BRK – oder sind zumindest von diesem von Privatanbietern angemietet. Tatsächlich, so informierte Sozialreferentin Susanne Augustin, habe sich zwar ein Träger gefunden, der die Kita betreiben würde, aber niemand, der sie bauen wolle. Aus diesem Grund wird die Stadt Amberg hier selbst als Bauherr und "Betreiber" des Gebäudes auftreten, dieses aber an einen externen Kindergartenträger verpachten oder vermieten. Geplante Fertigstellung der neuen Kita ist übrigens 2027, sodass die Nutzung bereits zum Start des Kindergartenjahres 2027/2028 erfolgen kann.

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Ammersricht bei Amberg06.07.2023
Hintergrund:

Neue Kita in Ammersricht

  • Beginn der Vorplanungen noch 2025
  • Für den Haushalt 2026 werden 1,5 Millionen Euro bereitgestellt, für den Haushalt 2027 1,705 Millionen Euro
  • Geplante Fertigstellung: 2027
  • Die Kita bietet 24 Plätze für Kinder unter drei Jahren, 25 Plätz für Drei- bis Sechsjährige
  • Die Gesamtkosten liegen bei rund 3,3 Millionen Euro inklusive Therapieraum
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