04.12.2020 - 10:43 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Ammerthal hat einen Weihnachtsbrunnen

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Wo zur Passionszeit Ostereier hängen, schmücken jetzt Krippenfiguren den Dorfbrunnen. Der Heimat- und Kulturverein hat sich zum ersten Mal ein solches Projekt vorgenommen. Das hat auch unter anderem mit Corona zu tun.

Keine Ostereier, sondern fast menschengroße Figuren zieren den Ammerthaler Dorfbrunnen in diesen Wochen. Über die Premiere ihres Weihnachtsbrunnens freuen sich (von rechts) Andrea Konrad (Grundschule Ammerthal), Susanna Honig (Kita Zwergenland), die beiden Malerinnen Marlena und Fiona, Doris Weiß (HKV), Tanja Englhard (Kita St. Nikolaus) und Bürgermeister Anton Peter.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Auf dem Haupt des Ochsen kringeln sich blonde Locken, die Ohren des Esels sind stramm nach oben gereckt. Maria trägt einen hochgeschlossenen nachtblauen Umhang und Josefs Bart ist wild übers Gesicht verzwirbelt. Und über all dem scheint der Stern von Bethlehem. Er zeigt an, welch wunderbare Weihnachtsgeschichte hier geschieht. Die Rede ist nicht von einem Stall, sondern vom Ammerthaler Dorfbrunnen. Seit einigen Tagen ist er mit fast menschengroße Krippenfiguren aus Holz geschmückt.

Erster Brunnen dieser Art in der Region

"Eine Girlande und das Licht unter den Kerzen fehlen noch", sagt die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Ammerthal, Doris Weiß. Vielleicht gibt es im kommenden Jahr noch Gesichtchen für die Holzlämmchen. "Ansonsten ist unser Weihnachtsbrunnen bereit, von Spaziergängern bestaunt zu werden." Was ist ein Weihnachtsbrunnen? "Soweit wir wissen, ist das in der Region der erste dieser Art", behauptet Weiß mit einem Schmunzeln.

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Statt vieler Hundert hängender Ostereier am Brunnen schmücken Krippenfiguren aus Holz die Fläche in der Dorfmitte. Die Schreinerei Eichenseer fräste die Vorlagen, danach bemalten Kinder der Grundschule, der Kindertagesstätten Zwergenland und St. Nikolaus die Figuren. Dabei waren auch Fiona (9) und Marlena (7) von den HKV-Kids. Sie haben die wichtigsten Gesichter bemalt, berichten sie stolz: von Maria, Josef und dem Jesuskind.

Die Idee zum ersten Weihnachtsbrunnen kam auf, weil "dieses Jahr mit Corona so völlig anders ist", sagt Weiß. Das Theaterstück des Vereins sei ausgefallen, "da wollten wir wenigstens jetzt etwas Besonderes bieten". Natürlich ganz unter den geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Jetzt wünscht sich die Vorsitzende, dass die Ammerthaler beim Sonntagspaziergang mal vorbeikommen oder auch die Auswärtigen. "Wenn es dämmert oder schon dunkel ist, ist er dank der Beleuchtung besonders schön."

Aus dem Theater-Fundus

Dann schimmern und glitzern die Umhänge der Heiligen Drei Könige im Licht. Die Stoffe, die Kronen, wie auch der Turban, stammen übrigens aus dem Fundus der Theatergruppe. Aus den Requisiten des Stücks 1002 Nächte von 2019. "Einige Familien haben uns zudem Stroh und Holz zur Verfügung gestellt."

Der coronabedingte Weihnachtsbrunnen soll laut Weiß aber keinesfalls eine einmalige Aktion bleiben: "Kommendes Jahr wollen wir den Brunnen erweitern." Sie denkt dabei an eine Herbergssuche, die durch das ganze Dorf führt. An verschiedenen Plätzen solle die Geschichte nachgestellt werden, der Brunnen ist das Ziel. "Wir wollen die Ammerthaler motivieren, in der Adventszeit durch das Dorf zu spazieren."

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