02.06.2019 - 12:01 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Ammerthal und die US-Luftwaffeneinheit 2nd ASOS: Jetzt ist die Freundschaft offiziell

Die Partnerschaft zwischen Ammerthal, dem dortigen Heimat- und Kulturverein und der in Vilseck stationierten amerikanischen 2nd Air Support Operations Squadron ist jetzt offiziell besiegelt. Aber sie war schon vorher sehr lebendig.

von Heike Unger Kontakt Profil

Nein, es soll keine Verbindung sein, die nur auf Urkunden steht. Das betonte Lieutenant Colonel Michael Hayek, der Kommandeur des 2nd Air Support Operations Squadron (ASOS), schon vor dem offiziellen Festakt auf dem Ammerthaler Dorfplatz. Die Urkunden wurden dort am Freitagabend zwar ganz feierlich unterzeichnet. Aber tatsächlich erfüllen die Amerikaner und die Oberpfälzer ihre Freundschaft schon eine ganze Weile mit Leben - in Form von mehreren gegenseitigen Besuchen, der erste bei der Waldweihnacht in Viehberg.

Einblick in die Kulturen

Viele weitere Begegnungen sollen noch folgen, denn das ist der Sinn dieser Verbindung, wie Doris Weiß, die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins (HKV), sagte: Die Partner wollen Völkerverständigung pflegen, durch Einblicke in die jeweils andere Kultur - sei es beim bayerischen Osterbrunnen-Schmücken oder beim amerikanischen Halloween-Fest. Die Idee dazu hatte der ehemalige HKV-Vorsitzende Jörg Fehlner, auf den Weg gebracht haben sie dann der Zweite Vorsitzende Peter Anton und sein Schwager Franz Zeilmann, Pressesprecher der US-Armee in Vilseck.

Nun also wurde die Verbindung ganz offiziell besiegelt im Beisein vieler Ammerthaler, Amerikaner und auch einer ganzen Reihe von Vertretern des öffentlichen Lebens. Begleitet von einer Ehrenformation der ASOS, der Ammerthaler Blaskapelle und Fahnenabordnungen vieler Vereine, allen voran dem Patenverein D'Vilstaler aus Kümmersbruck, unterzeichneten Bürgermeisterin Alexandra Sitter, Doris Weiß und Kommandeur Michael Hayek die Partnerschafts-Urkunden und verewigten das Ereignis auch im Goldenen Buch der Gemeinde.

Vor der liturgischen Feier mit dem emeritierten Militärbischof Walter Mixa, den Pfarrern Klaus Haußmann, Alois Albersdörfer und Joachim von Kölichen würdigte Landrat Richard Reisinger eine "auf den ersten Blick doch außergewöhnliche Partnerschaft: bayerische und amerikanische Kultur, Heimat und Militär verbandeln sich". Und doch sei dies "sehr sinnstiftend und wertvoll", wie Reisinger sagte: "Da entsteht atmosphärisch eine Art kreativer Biodiversität - oder einfacher ausgedrückt: eine gegenseitige internationale Freundschaft. Davon kann es derzeit nicht genug geben."

Wie Reisinger hielten auch alle anderen Redner, inklusive dem Bischof, ihre Ansprachen auf Deutsch und Englisch. Und Kommandeur Hayek glänzte mit einem "Grüß Gott" an die Festgesellschaft. Er betonte, seine Einheit fühle sich geehrt durch diese Partnerschaft, und dankte für die Freundschaft: "Ihr gebt uns ein Zuhause, weit weg von zu Hause." Bürgermeisterin Alexandra Sitter verwies darauf, dass der HKV zwar erst vor zehn Jahren gegründet worden sei, doch längst eine "Stütze unserer dörflichen Kultur, unseres gesellschaftlichen Lebens" sei. Zu den bestehenden Partnerschaften mit der 5. Kompanie des Logistikbataillons der Bundeswehr in der Schweppermannkaserne und dem israelischen Modiin komme nun eine neue hinzu. Eine Verbindung zwischen einer Einheit der US-Luftwaffe und einem zivilen Verein sei schon "ein Novum", betonte sie und lud die Amerikaner ein: "Nehmen Sie Anteil am Leben in unserer Gemeinde und seien Sie herzlich willkommen."

"Im Kleinen beginnen"

Ihr Vilsecker Amtskollege Hans-Martin Schertl zeigte sich erfreut, dass die seit 2007 in seiner Stadt stationierte US-Schwadron "nicht nur in Vilseck Kontakte knüpft". Denn Völkerverständigung müsse "im Kleinen beginnen". HKV-Vorsitzende Doris Weiß ist stolz, dass ihr Verein, auch wenn die Gemeinde der offizielle Partner ist, das "ausführende Organ" dieser Verbindung ist. Sie wünschte sich und allen Beteiligten eine "gelebte Partnerschaft mit vielen schönen Erlebnissen". Der emeritierte Militärbischof Walter Mixa fügte den Wunsch hinzu, diese Partnerschaft möge "ein leuchtendes Beispiel für grenzüberschreitende Freundschaft sein". Zu den US-Soldaten und ihren Angehörigen sagte er, es sei auch ein Zeichen, "dass es Menschen gibt, die in schweren und in schönen Stunden hinter euch stehen".

Schöne Stunden schlossen sich dann auch gleich an, beim inoffiziellen Teil in der Schulturnhalle. Dort bekamen die Amerikaner einen weiteren Einblick in die Oberpfälzer Kultur. Die bestand an diesem Abend nicht nur aus Schweinsbraten und Knödeln, sondern auch aus einem zünftigen Patenbitten, natürlich mit Holzscheitl-Knien.

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