08.11.2019 - 10:37 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Ex-Ammerthaler geht gegen öffentlichen Aushang vor

In Ammerthal sorgt ein Aushang im Schaukasten auf dem Dorfplatz für Wirbel. Die CSU listet dort auf, wieviel Personal Bürgermeisterin Sitter angeblich verschlissen habe. Einer der Genannten verwahrt sich dagegen scharf.

Der Aushang der Ammerthaler CSU im Schaukasten auf dem Dorfplatz sorgt für Wirbel. Eine der genannten Personen prüft nun rechtliche Schritte.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Der Aushang vermittele dem unvoreingenommenen Leser ein bewusst falsche Bild, beschwert sich Folkert Grahlmann. Er ist einer auf der Liste derer, die Bürgermeisterin Alexandra Sitter in den vergangenen Jahren verschlissen haben soll. Grahlmann war bei der Kommunalwahl 2014 als Vorsitzender des Bürgerforums Ammerthal (BFA) mit 494 Stimmen auf Platz 5 der Liste gewählt worden und verpasste damit den Einzug in den Gemeinderat. Im November 2015 zog er zusammen mit seiner Ehefrau nach Niedersachsen in den Oberharz.

"Diese Entscheidung war eine rein persönliche Entscheidung und das habe ich das damals auch öffentlich gesagt", stellt Grahlmann in einem Schreiben an die Amberger Zeitung klar. Und weiter: "Mitnichten hatte dieser Wegzug aus Ammerthal irgendetwas mit der Bürgermeisterin als Person oder als Politikerin zu tun." Mit dem Aushang werde ein völlig falsches Bild gezeichnet. Grahlmann: "Dies trifft nach meinem Kenntnisstand auch auf weitere genannte Personen zu, die nicht oder wegen der Bürgermeisterin auf ihr Amt verzichtet haben oder zurückgetreten sind."

Im Oktober 2019 erklärte Gemeinderat Horst Buhl seinen Rücktritt

Ammerthal

Er verwahre sich "auf das entschiedenste gegen die von der CSU Ammerthal versuchte Vermischung meiner privat getroffenen Entscheidungen und erneuten Versuch der Diskreditierung der amtierenden Bürgermeisterin Sitter". Grahlmann erklärt, er lasse derzeit durch einen Rechtsanwalt juristische Schritte prüfen. In der Nachschau sei er allerdings froh, nicht mehr in Ammerthal zu wohnen, merkt der Weggezogene noch an. Nicht wegen des Ortes oder der Umgebung, "sondern wegen der verbreitende Missgunst und dem fehlenden Demokratieverständnis der Fraktion mit dem C im Namen und ihrem Hang zur Diffamierung und Diskreditierung des politischen Gegners".

Betroffen zeigt sich Bürgermeisterin Sitter auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. "Hetze und Hass, Diffamierung und Beleidigungen - vier kleine Worte, die seit meinem Amtsantritt 2008 das Verhalten der CSU Ammerthal zu meiner Person, aber auch mir nahestehenden Menschen bestimmen", erklärt sie. Sie stelle sich oft die Frage, welches Maß an Beleidigungen eine Bürgermeisterin aushalten müsse. Sie betont auch, dass ihrem Freundes- und Bekanntenkreis viele CSU-Anhänger angehörten, mit denen sie bestens auskomme.

Der Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes, Robert Weiß, sieht derzeit keinen Anlass zu handeln. Der rechtlichen Auseinandersetzung sehe er gelassen entgegen, erklärte er ebenfalls auf Nachfrage. Er stehe weiterhin zu dem Aushang im Schaukasten.

Die Ammerthaler Bürgermeisterin Alexandra Sitter.
Info:

"Zitate müssen richtiggestellt werden"

In Ammerthal hat sich eine weitere neue politische Gruppierung formiert, das "Bündnis Zukunft Ammerthal" (BZA). Über die Gründungsversammlung im Ammerthaler Hof haben Amberger Zeitung und Onetz am Ende Oktober 2019 berichtet. Zu dem Bericht nehmen im Nachgang zwei Hauptakteure des BZA Stellung. Vorsitzender Stefan Anderle legt Wert darauf, dass er weder Bürgermeisterin Sitter noch Gemeinderäte persönlich angesprochen habe, als er sagte: "Wir Ammerthaler haben die Schnauze voll von dem ständigen Gegeneinander, dem Streit und der Zwietracht, die über allem wie ein Damoklesschwert schwebt, dem Drama Gemeinderat und den Umgangsformen, denen sich die Vertreter unserer Gemeinde bedienen."

Stellvertreterin Edith Gassner sieht sich mit der Aussage "Diesen zerstrittenen Fraktionen schließe ich mich niemals an", nicht korrekt zitiert. Vielmehr sei es so gewesen: "Eine Aufforderung von Gemeinderatsmitglied Stefan Koller, den bereits bestehenden Parteien beizutreten, wurde von mir lediglich verneint", erklärt sie. Auch über das Rathaus habe sie kein Wort fallen lassen.

Bericht über die Gründungsversammlung des BZA

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