28.07.2020 - 18:19 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Glasfaser für Ammerthal braucht langen Atem

Glasfaseranschlüsse für alle, das war in Ammerthal ein Wahlkampfthema gewesen. Wie der Weg dahin aussieht, erfuhr jetzt der Gemeinderat. Und dass es bis zum Ziel fünf Jahre dauern kann.

Ein Glasfaserkabel mit 144 Fasern.
von Markus Müller Kontakt Profil

Eduard Maier von der Neumarkter Firma Breitbandberatung Bayern GmbH zeigte den Gemeinderäten auf, welche Fördermöglichkeiten es beim Breitbandausbau gibt. An dessen Ende könnten Netze mit 1 Gigabit/Sekunde für gewerbliche Anschlüsse und 200 Mbit/Sekunde für Privatanschlüsse stehen. Zu erreichen wäre das über die Bayerische Gigabit-Richtlinie. Einen Förderantrag für deren Markterkundungsphase hat die Gemeinde bereits gestellt (mit Unterstützung der Breitbandberatung). Zudem beschloss das Gremium einstimmig, die Firma mit einer Bitratenanalyse für Ammerthal zu beauftragen. Mit dem Paket bleibt man laut Maier unter der Förderhöchstgrenze von 50.000 Euro.

Die Bitratenanalyse zeigt detailliert, welche Internet-Zugänge es in Ammerthal bereits gibt und was darüber hinaus möglich wäre – für jedes einzelne Gebäude. „Der Breitbandausbau wird messbar dargestellt“, drückte es Maier aus.

Keine Alternative zur Gigabitrichtlinie

Die Bayerische Gigabitrichtlinie ist seit April in Kraft und laut Maier die einzige Möglichkeit, „graue Flecken“ auszubauen, also Gebiete mit Anschlussstärken zwischen 30 und 100 Mbit, wie es für Ammerthal zutrifft. „Fördertechnisch haben Sie keine Alternative“, machte Maier den Gemeinderäten klar.

Für Ammerthal als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf“ stellte Maier eine maximale Förderung von 8 Millionen Euro bei einem theoretischen Fördersatz von 90 Prozent, aber maximal 6000 Euro je Adresse in Aussicht.

Als realistischen Zeitpunkt für einen Kooperationsvertrag mit einem Anbieter nannte der Experte den Herbst 2021. Sollte etwa die Telekom die Ausschreibung gewinnen, müsse man anschließend 48 Monate Ausbauzeit einkalkulieren. Wobei Ammerthal erst einmal eine Glasfaseranbindung im Gemeindegebiet brauche, da es diese Technik hier noch nicht gebe. Er kenne außerdem nur eine Gemeinde in der Oberpfalz, die ihre Glasfaserversorgung komplett in einem Zug gebaut habe, sagte Maier. „Bei allen anderen geschah das scheibchenweise.“

Zwei Leerrohr-Verleger

Den Auftrag, einen Rohrverband bis 50 Millimeter für die Glasfaserverkabelung zu verlegen, erhielt die Strabag AG. Sie saniert derzeit die Ketteler- und die Wolfgangstraße und soll im Zuge dieser Arbeiten gleich Leerrohre für eine Glasfaserverkabelung verlegen. Dadurch müssen die Straßen nicht noch einmal kostspielig aufgegraben werden.

Die Firma Jobst lege aber ebenfalls solche Leerrohre, wandte Norbert Lehmeier (UWG) ein. Das sei bekannt, erwiderte Robert Weiß (CSU). Diese Firma habe das selbstständig gemacht. Seiner Auffassung nach müsse aber die Infrastruktur für spätere Glasfaseranschlüsse der Gemeinde gehören. Die Gemeinderäte stimmten mit 11:3 für den Auftrag an die Strabag.

Über die Juni-Sitzung

Ammerthal

Die Spiel- und Sportflächengestaltung in Altammerthal (neben dem DJK-Vereinsgelände) war Thema der Juni-Sitzung gewesen, wobei es geheißen hatte, das Areal liege möglicherweise im Landschaftsschutzgebiet. Jetzt gab Bürgermeister Peter bekannt, hier dürften Spielgeräte errichtet werden, zum Teil seien dabei aber Vorgaben einzuhalten.

Gegen die Neuerrichtung eines Holzbalkons an einem Wohnhaus im Mühlenweg gab es ebenso wenig Einwände wie gegen den Umbau eines Pkw-Stellplatzes in eine Garage im Klingenweg.

Die Auswirkungen der Stromtrassenpläne der Bahn für Ammerthal

Amberg
Im Blickpunkt:

Bürgerinitiative gegen Trassenpläne

In Sachen Stromtrasse zur Elektrifizierung von Bahnstrecken berichtete Bürgermeister Anton Peter von einem Treffen in Aichazandt. Dort hätten sich die Bürgermeister aus dem westlichen Landkreis darauf verständigt, in ihren jeweiligen Gemeinden nach Interessenten zu suchen, die bei einer Bürgerinitiative gegen die Trassenpläne mitmachen. „Das Ganze wird von Illschwang aus gesteuert.“ Auch in Ammerthal werde es eine öffentliche Info-Veranstaltung geben, sagte Peter. (ll)

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