30.07.2020 - 11:16 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Kletterer stürzt bei Ammerthal ab: Zwei Verletzte

An der "Roten Wand", einem beliebten Kletterfelsen bei Ammerthal (Kreis Amberg-Sulzbach), ist am Mittwochabend ein Kletterer abgestürzt. Es war im Juli bereits der dritte Unfall dieser Art in der Region.

An der Roten Wand bei Ammerthal ist am Mittwochabend ein Kletterer abgestürzt.
von Heike Unger Kontakt Profil

"Die Rote Wand, auch bekannt als Ammerthaler Wand, ist ein beliebter und häufig genutzter Kletterfelsen zwischen Ammerthal und Pürschläg", weiß Maximilian Knab, bei der Bergwacht Amberg zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dieser Felsen gelte auch "als vergleichsweise gut abgesichert". Trotzdem gab es dort am Mittwochabend einen schweren Kletterunfall.

Aus sieben Metern abgestürzt

Kurz vor 18 Uhr ging deshalb ein Notruf in der Integrierten Leitstelle in Amberg ein: An der Roten Wand seien zwei Kletterer verunglückt und auch verletzt worden. Die Leitstelle alarmierte daraufhin ein Großaufgebot an Rettungskräften. Der Helfer vor Ort (HvO) Ammerthal war der Erste am Unglücksort. Ein Kletterer war hier aus etwa sieben Metern Höhe abgestürzte und dabei auf seinen am Boden stehenden Sicherungspartner gefallen.

"Während der Kletterer selbst in der Ersteinschätzung als mittelschwer verletzt galt, wurde der Sicherungspartner als schwerverletzt eingestuft", berichtet Maximilian Knab. Zusammen mit den kurz danach angekommenen Notärzten aus Amberg und Sulzbach-Rosenberg habe man beide Patienten versorgt. "Einsatzkräfte der Bergwachten Amberg und Sulzbach-Rosenberg bereiteten die Rettung der Verletzten aus dem steilen und felsdurchsetzten Waldgelände vor." Dann konnten sie zu den bereitstehenden Rettungswagen gebracht werden.

Viele Rettungskräfte im Einsatz

Knab verweist auf das gute Zusammenspiel: "Die Feuerwehr Ammerthal unterstützte die Bergwacht- und Rettungsdienstkräfte tatkräftig. Die gute Zusammenarbeit aller Kräfte am Einsatzort ermöglichte es, dass der schwerverletzte Sicherer 55 Minuten nach Alarmierung der Einsatzkräfte die Notaufname des Klinikums St. Marien in Amberg erreichte." Im Einsatz waren der HvO und die Feuerwehr Ammerthal, zwei Notärzte sowie zwei Rettungswagen, die Bergwachten Amberg und Sulzbach-Rosenberg sowie der Rettungshubschrauber Christoph 80 aus Weiden. Letzterer wurde dann jedoch nicht gebraucht.

Die Polizei versucht nun, die genaue Unfallursache zu klären. Sie hat die Ammerthaler Wand nach dem Unfall für Kletterer erst einmal gesperrt. Als Unfallort ist sie der Bergwacht laut Knab eigentlich nicht bekannt, sondern eher so beschaffen, dass man dort auch einmal mit einer Jugendgruppe Klettern könne. Diese Kalksteinwand sei zudem gut mit Bohrhaken gesichert. Klettern gilt laut Knab allgemein als ein recht sicherer Sport. Dass sich seit einiger Zeit Unfälle häufen, sei tatsächlich ein "zumindest bayernweiter Trend", der Einsatzkärften wie der Bergwacht auch mehr Einsätze beschere. Das, so vermutet es Knab, könne auch an der Coronakrise liegen, die dafür sorge, dass an den Kletterfelsen der Region mehr Sportler unterwegs seien.

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Dritter Kletterunfall in einem Monat

"Für die Bergwacht Amberg ist dies bereits der dritte Absturz eines Kletterers in diesem Monat", fügt Knab noch hinzu: Erst vor knapp einer Woche, am 23. Juli, habe es einen in Kletterunfall an der Weißen Wand zwischen Neutras und Hirschbach gegeben. Am 8. Juli sei, ebenfalls bei Hirschbach, ein Bundeswehrsoldat mehrere Meter zu Boden gestürzt. "Er musste mit einem Hubschrauber gerettet werden."

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