14.05.2020 - 15:27 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Neue Zeitrechnung in Ammerthal eingeläutet

Das öffentliche Interesse an der ersten Sitzung des Ammerthaler Gemeinderats seit den Kommunalwahlen im März war enorm; die Schulturnhalle war voll. Durch die neuen Mehrheitsverhältnisse wurde eine neue Zeitrechnung eingeläutet.

Mit einem Geschenk verabschiedete Bürgermeister Anton Peter seine Vorgängerin Alexandra Sitter aus dem Gemeinderat.
von Gerd SpiesProfil

„Meine Tür im Rathaus ist immer offen!“ Anton Peter (CSU), der neue Rathaus-Chef in Ammerthal, signalisierte gleich zu Beginn der Sitzung Gesprächsbereitschaft mit allen Fraktionen und den Wunsch zur Zusammenarbeit. Der Nachfolger von Alexandra Sitter appellierte an die neu gewählten Mandatsträger, die Gräben der Vergangenheit zu überwinden, um „vernünftige Lösungen für Ammerthal“ in den kommenden sechs Jahren zu finden. Doch die erste Sitzung zeigte bereits wieder, dass der neue Gemeinderat nach wie vor in zwei Lager gespalten ist.

Nahezu alle Abstimmungen in dieser konstituierenden Sitzung, die wegen der notwendigen Abstandsregeln durch Corona in die Sporthalle verlegt worden war, offenbarte wieder die alten Fronten im Gemeinderat, jetzt allerdings mit umgekehrten Mehrheitsverhältnissen. Mit ihrer Mehrheit von acht Stimmen inklusive der des Bürgermeisters setzten nun CSU und CWG ihre Vorstellungen durch.

Zunächst stand aber die Verabschiedung der ausgeschiedenen Gemeinderatsmitglieder und die Vereidigung der neuen Mandatsträger auf dem Programm. Auch Alexandra Sitter, die abgewählte Bürgermeisterin, wurde verabschiedet. Sie tritt nach zwölf Jahren Zugehörigkeit ihr Amt als Gemeinderätin nicht mehr an. Für sie rückt Irene Schmidt nach. Als Vertreterin aus Ammerthal wird Alexandra Sitter aber auch weiterhin im Kreistag weiterhin politisch aktiv sein. Als neue Mitglieder wurden Stefan Anderle (BZA), Heinz Haubner (UWG), Josef Schaller (CSU), Magdalena Simon (CSU) und Irene Schmidt (UWG) vereidigt.

Alexandra Sitter zieht Bilanz: "sprichwörtliche Hölle"

Ammerthal

Mit den 8 Stimmen von CSU inklusive des Bürgermeisters und CWG wurde anschließend Georg Paulus zum 2. Bürgermeister gewählt. Der Kandidat der UWG, Stephan Koller (BFA), erhielt sechs Stimmen, eine Stimme war ungültig. Mit ihrer Mehrheit hoben CSU und CWG auch ihren Kandidaten Stefan Anderle auf den Stuhl des 3. Bürgermeisters. Dieser kommt aber gar nicht aus den Reihen von CSU und CWG. Als einziger der neu gegründeten Wählergruppe „Bündnis Zukunft Ammerthal“ hat er den Sprung in den Gemeinderat geschafft. Mit neun Stimmen wurde er zum 3. Bürgermeister gewählt, was bei den engen Mehrheitsverhältnissen in der kommenden Legislaturperiode als kluger Schachzug von CSU und CWG gewertet werden kann. Stephan Koller (BFA), von der UWG nominiert, war mit den sechs Stimmen der Opposition unterlegen.

Anton Peter will einen Neuanfang

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Diese neue Konstellation bewährte sich auch gleich bei dem folgenden Tagesordnungspunkt, bei dem es um den Erlass einer Satzung des Gemeinderechts ging, die unter anderem die Einführung eines Bauausschusses vorsieht. Mit 9:6-Stimmen wurde der Antrag angenommen. Mit den acht Stimmen von CSU und CWG wurde dagegen die Einführung eines Ferienausschusses abgelehnt.

Bürgermeister Anton Peter (Mitte) mit seinen beiden Stellvertretern: Georg Paulus (links) und Stefan Anderle (rechts).
Die Turnhalle in Ammerthal war voll bei der ersten Gemeinderatssitzung seit der Kommunalwahl.
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