02.06.2021 - 12:17 Uhr
AuerbachOberpfalz

Corona macht sich auch bei der Kriminalität in Auerbach und Vilseck bemerkbar

Wer im Bereich der Polizeiinspektion Auerbach eine Straftat begehen will, sollte vorsichtshalber erst einmal einen Blick auf ihre Aufklärungsquote werfen.

Corona-bedingt blieben viele Menschen über weite Strecken des Jahres 2020 zu Hause. Das machte Einbrechern auch in Auerbach und Vilseck das Leben schwer.
von Autor SCKProfil

Mit zufriedenen Gesichtern kamen die Hauptkommissare Manfred Weiß, der Leiter der Polizeiinspektion Auerbach und der Polizeistation Vilseck, und sein Vize Manfred Plößner zum Sicherheitsgespräch mit Bürgermeister Joachim Neuß über das Jahr 2020.

"Eine der sichersten Gegenden in Bayern"

Von 521 Straftaten entfallen 267 auf die Dienststelle Auerbach und 254 auf den Bereich Vilseck. Im Vergleich zu 2019 gab es in Auerbach einen Fall mehr, in Vilseck 29 weniger. Beide Ergebnisse addiert, stieg die Aufklärungsquote von 66,5 Prozent im Jahr 2019 auf die Bestmarke von 75,6 Prozent. Der Schnitt im Polizeipräsidium Niederbayern/Oberpfalz (71,7 Prozent) und im Freistaat Bayern werde übertroffen. "Damit ist die Kriminalitätsbelastung weiterhin als niedrig einzustufen, und die Bürgerinnen und Bürger im Schutzbereich leben in einer der sichersten Gegenden in Bayern", stellte Plößner fest.

Er unterstrich das mit den Häufigkeitszahlen, die jeweils auf 1000 Einwohner bezogen sind. Sie betragen 43 Straftaten in Bayern und 37 Straftaten in der Oberpfalz, dagegen in Auerbach 20, Edelsfeld 13, Hirschbach 34, Königstein 16, Vilseck 33 und Freihung 19. Die etwas höhere Zahl in Hirschbach lasse sich auf eine aufgeklärte Einbruchserie in landwirtschaftlichen Gebäuden zurückführen, während der Statistik in Vilseck Straftaten von US-Soldaten zugerechnet werden, obwohl diese dort nicht als Einwohner gemeldet sind.

Keine Straftat gegen das Leben

Zu Straftaten gegen das Leben ist es 2020 im Gesamtgebiet der Polizeiinspektion Auerbach nicht gekommen. Die bekannt gewordenen Delikte verteilten sich zu 4 Prozent auf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, 23 Prozent Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, 19 Prozent Diebstahl, 13 Prozent bei Vermögens- und Fälschungsdelikte, 8 Prozent bei Strafrecht und Nebengesetzen sowie 33 Prozent bei sonstige Straftaten nach dem Strafgesetzbuch.

Zu 19 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zählt die Polizei fünf Fälle der Verbreitung pornografischer Schriften. Von drei Vergewaltigungen seien zwei aufgeklärt worden. Sechs Fälle von sexuellem Missbrauch im Vorjahr reduzierten sich auf einen. Die insgesamt rückläufigen Rohheitsdelikte richteten sich dreimal gegen Polizeibeamte; zwei davon in Verbindung mit tätlichen Angriffen. Keine Einsatzkraft sei jedoch ernsthaft verletzt worden.

Deutlich bemerkbar machten sich aus der Sicht der beiden Polizeibeamten die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei Straßenkriminalität, Diebstählen und Einbrüchen. Nach 14 Fahrraddiebstählen im Jahr zuvor gab es beispielsweise 2020 nur noch zwei Fälle. Polizeihauptkommissar Weiß: „Bayernweit ein signifikanter Corona-bedingter Rückgang. Es war ein schlechtes Jahr für Einbrecher." Die erhöhte Neigung, Waren im Internet zu bestellen, mache sich allerdings in einer Zunahme von Online-Betrügereien bemerkbar.

Marihuana-Plantagen und Ecstasy-Küche

Im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze sind unter anderem 32 Rauschgiftdelikte angesiedelt. Bei ihren Ermittlungen stieß die Polizeiinspektion Auerbach auf zwei Marihuana-Plantagen und eine Drogenküche für Ecstasy.

Nachdem er die Zahlen gehört hatte, zog Bürgermeister Joachim Neuß das Resümee: „Die Bürgerinnen und Bürger in Auerbach können ruhig schlafen.“ Bei den Hauptkommissaren Weiß und Plößner erntete er damit keinen Widerspruch.

Die Kriminalitätslage im Bereich Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Frauenanteil hat sich verdreifacht

Zu den 394 geklärten Straftaten in den Bereichen Auerbach und Vilseck hat die Polizei 334 Tatverdächtige ermittelt.

  • 232 Männer (69,46 Prozent), 102 Frauen (30,54 Prozent). Der weibliche Anteil hat somit in den vergangenen Jahren etwa verdreifacht.
  • 82 Prozent waren Erwachsene ab 21 Jahre, 6 Prozent Heranwachsende von 18 bis 20 Jahren, 9 Prozent Jugendliche von 14 bis 17 Jahren und etwa 3 Prozent Kinder unter 14 Jahren.

 

 

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