18.11.2018 - 16:08 Uhr
AuerbachOberpfalz

Friedensappell am Volkstrauertag

Das Streben nach Frieden gilt allerorten. Diese Kernbotschaft hören die Versammelten bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in der Bergstadt. Und Bürgermeister Joachim Neuß warnt vor rechtsnationalen Agitatoren.

Bürgermeister Joachim Neuss mit der Ehrenwache und den Fahnenabordnungen vor dem Ehrenmal der Gefallenen im Friedhof.
von Autor SCKProfil

Zum Volkstrauertag gedachte man der Opfer von Gewalt, Terror, bewaffneter Auseinandersetzungen Vertreibung und Folter, insbesondere aber der Gefallenen und Toten der beiden Weltkriege. Der Festakt begann für Bürgermeister, Stadt- und Pfarrgemeinderäte, für die Fahnenabordnungen von Soldatenkameradschaft, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Trachtenverein sowie ihren Mitgliedern mit dem Kirchgang zur katholischen Pfarrkirche.

Dort erinnerte Dekan Markus Flasinski an den Beginn des 30-jährigen Krieges, an das Ende des 1. Weltkrieges wie auch an die Naturkatastrophen, an unsere Welt und ihre Wirklichkeit. An die Endzeiterwartungen der Urchristen und die Zusage Christi: "Ich bin gekommen, dass ihr das Leben habt und es in Fülle habt." Er sprach aber auch den Welttag der Armen an, den Papst Franziskus mit einer Speisung der Hungernden auf dem Petersplatz beging: "Viele kleine Tropfen Wasser der Liebe lassen in der Wüste einen See entstehen."

Nach den Gottesdiensten in den beiden Kirchen folgte der ökumenische Festakt am Ehrenmal der Kriegsopfer auf dem Friedhof. So führte der Zug mit Bürgermeister und Stadt- sowie Pfarrgemeinderäten, mit den Fahnenabordnungen der Vereine von der katholischen Pfarrkirche durch die Bahnhofstraße zur evangelischen Christuskirche und von dort zum Friedhof. Er wurde begleitet durch die Trauermärsche der Bergknappenkapelle Auerbach.

Rund um das Ehrenmal der örtlichen Kriegsopfer nahmen dort alle Aufstellung. Pfarrer Moritz von Niedner eröffnete den Festakt zum Totengedenken und nahm auch die Opfer mit hinein in das Gebet, deren Leben wegen Krankheit und Behinderung als lebensunwert erachtet wurde. Er stellte die Opfer von Kriegen, Terror und Gewalttaten neben diejenigen, die bei uns durch Gewalt und Hass zu Opfern gemacht wurden. So betonte er, dass unser Streben dem Frieden unter allen Menschen gilt, zu Hause und in der ganzen Welt.

Der Männerchor des MGV 1884 Auerbach unter Leitung von Markus Weber intonierte das Lied "Wir wollen Euer still gedenken" und Dekan Flasinski sprach danach die Fürbitten für eine Ende der Gewalt und der Kriege und für eine Zuwendung zum Frieden. Bürgermeister Joachim Neuß gedachte in seinen Worten zum Volkstrauertag nicht nur den Opfern von Krieg und Gewalt der beiden Weltkriege.

Die rhetorische Frage nach Möglichkeiten, vor dem namenlosen Schrecken des Krieges zu warnen, beantwortete er mit dem Beispiel des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und seinem Projekt "Lichter der Ewigkeit", das durch einen Stern im Internet jedem Opfer ein Gesicht gibt. Im Gedenken an die Toten steht hinter jedem Stern ein Mensch mit all seinen Hoffnungen Sorgen, Ängsten und Plänen, der unwiderruflich seiner Zukunft beraubt wurde.

"Leid und Unheil sind weder eine Alternative für Deutschland und schon gar nicht für eine friedliche globalisierte Welt", war die Botschaft des Bürgermeisters am Volkstrauertag, angesichts des rechtsnationalen Gedankenguts von Agitatoren, die bei den Wählern Zuspruch finden. "Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens", zitierte er Albert Schweitzer und verwies darauf, dass Deutsche mit Frankreich und Polen erleben dürfen, dass über den Gräbern Versöhnung möglich ist.

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