11.08.2021 - 15:44 Uhr
AuerbachOberpfalz

Marlene Blaha wird Missionarin auf Zeit

Über den eigenen Tellerrand rausgucken, andere Lebensrealitäten und ein ihr ziemlich unbekanntes Land in Europa kennenlernen will sie, die 19-jährige Marlene Blaha. Der Weg führt sie nach Portugal.

Marlene Blaha in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Auerbach. Am Ende des Gottesdienstes am vergangenen Sonntag berichtete sie der Gemeinde über ihre Pläne als Missionarin auf Zeit.
von Autor SCKProfil

2020 hat Marlene Blaha ihr Abitur gemacht. Die 19-Jährige interessiert sich für internationale Beziehungen, und so liebäugelt sie mit einem breiten Berufsfeld von der Tourismusbranche bis zum diplomatischen Dienst. Die Zeit seit den Abiturprüfungen nutzte sie zum einen für die Arbeit bei einem Nachhilfeinstitut. Dabei gewann sie Einblicke in die Lebensrealität von Kindern, denen das Lernen nicht so leicht fällt oder nur wenig Spaß macht. Ein Praktikum im Brigittenheim Pegnitz führte sie in die Welt der Senioren. Zudem erkundete sie auf dem Jakobsweg die eigene Spiritualität und machte sich auf die Suche nach der eigenen Mitte.

Für das persönliche Engagement als "Missionarin auf Zeit" in den nächsten Monaten fiel ihre Wahl auf ein soziales Projekt der Steyler Missionarinnen in Portugal. Das Land in der südwestlichen Ecke Europas gilt aktuell als Corona-Hochrisikogebiet. Am Mittwoch lag die 7-Tage-Inzidenz im gesamten Land bei 157,8; der Großraum Lissabon übertraf die 200er-Marke. Die Einreise mit PCR- oder Antigen-Test sowie Impfnachweis ist möglich. Bei der Rückkehr ist aktuell eine mindestens fünftägige Quarantäne verpflichtend. Davon sind Geimpfte wie Marlene Blaha und Genesene befreit.

Vorbereitung in Frankfurt und in den Bergen

Im Vorfeld absolvierte die "Missionarin auf Zeit" einen Sprachkurs in Portugiesisch und einen Vorbereitungskurs beim Jugend-Freiwilligendienst in Frankfurt, wo sie neben Bankpalästen auch die Armut von Obdachlosen vor Augen hatte. Ähnliches werde sie auch in Lissabon erwarten, glaubt sie. "Als Missionarin auf Zeit will ich ganz bewusst Solidarität leben und dafür wirken, die Welt ein bisschen gerechter zu machen", hat sich Marlene Blaha vorgenommen.

Vor ihrer Abreise nach Portugal sieht sie noch "Bergexerzitien" bei den Steyler Missionarinnen in den Ammergauer Alpen entgegen. Tage mit täglichen Reflektionen über sich selbst sollen das werden, stilles Wandern in den Bergen und schweigendes Überdenken der eigenen Werte.

Kost, Logis und 100 Euro Taschengeld

Nach der Ankunft in Portugal belegt die junge Auerbacherin erst einmal einen Intensivkurs in der Landessprache in Lissabon, bevor sie dann sowohl in einer Suppenküche für Wohnungslose als auch in der Betreuung von Kindern aus armen Familien tätig wird. Sie bekommt Kost, Logis und ein Taschengeld von etwa 100 Euro. Marlene Blaha wird in einer Kommunität der Steyler Missionarinnen mitleben, -arbeiten und -beten.

Der Internationale Jugend-Freiwilligendienst unterhält mit der katholischen Ordensgemeinschaft der Steyler Missionsschwestern eine langjährige Kooperation in der Betreuung der Jugendlichen. Der Orden ist mit etwa 10 000 Missionarinnen und Missionaren in rund 70 Ländern in sozialen Projekten für Bedürftige aktiv und setzt sich ein für den Dialog der Religionen und Kulturen. Das Programm "Missionarin auf Zeit" steht nach Angaben der Steyler Missionsschwestern unter dem Motto „Leben, beten, arbeiten in einer anderen Kultur“ und engagiert sich im interkulturellen Lerndienst in Lateinamerika und Europa.

Erinnerungen an eine Missionarin auf Lebenszeit

Sulzbach-Rosenberg
Service:

Spenden für den Dienst "Missionarin auf Zeit"

Die Finanzierung des Freiwilligendienstes sieht wie folgt aus:

  • Öffentliche Förderung: Den Einsatz der Freiwilligen fördern das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend zu 75 Prozent
  • Solidaritätsfonds: Er trägt 25 Prozent der Kosten. Hier zahlen auch alle Missionarinnen auf Zeit ein
  • Spendenkonto: Empfänger Steyler Missionarinnen e.V.,
    Iban: DE48 3862 1500 0000 1043 60, Bic: GENODED 1 STB, Steyler Bank, Verwendungszweck: MaZ-Soli/Marlene Blaha

"Als Missionarin auf Zeit will ich ganz bewusst Solidarität leben und dafür wirken, die Welt ein bisschen gerechter zu machen."

Marlene Blaha

 

 

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