10.08.2021 - 14:33 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Schwester Clarina Freund in Simbabwe gestorben

Trauer um Clarina Freund: Die aus Neubäu bei Roding stammende Missionsschwester mit Verwandten in Sulzbach-Rosenberg ist mit 83 im afrikanischen Simbabwe gestorben. Jahrzehntelang war sie dort als Missionarin und begnadete Lehrerin tätig.

von Tobias Gräf Kontakt Profil

Nach jahrzehntelangem Wirken in mehreren afrikanischen Ländern ist die Missionsschwester und Lehrerin Clarina Freund in Harare, der Hauptstadt des südostafrikanischen Landes Simbabwe, gestorben. Die Oberpfälzer Schwester mit engen Verbindungen zu Sulzbach-Rosenberg wurde 83 Jahre alt.

Wie ihr Neffe Stefan Freund aus Sulzbach-Rosenberg unserer Zeitung mitteilt, wurde Irmgard Freund zwar im Januar 1938 im hessischen Neu-Isenburg geboren, wuchs aber nach dem Krieg mit ihren beiden Brüdern Gerhard und Günter in Neubäu bei Roding auf – und ist somit ein Oberpfälzer Kind. Nach dem Abitur in München spürte sie schon in jungen Jahren ihre Berufung und widmete ihr Leben Gott: An ihrem 19. Geburtstag trat sie 1957 in Strahlfeld dem Orden der Dominikanerinnen bei und erhielt kurz darauf als Novizin den Ordensnamen Schwester Clarina.

Beste Englisch-Lehrerin bei Wettbewerb

Danach verbrachte sie den Großteil ihres Lebens in Afrika. 1963 beendete sie ihre Lehrerausbildung in Bulawayo (Simbabwe, damals noch Rhodesien) und machte 1974 ihren Bachelor of Arts an der Uni Kapstadt in Südafrika. Schwester Clarina war als begeisterte Lehrerin bekannt: Zuerst unterrichtete sie in Sambia, später in den simbabwischen Städten Loreto, St. Dominic, Chishawasha, Gokomere und Bulawayo. 1996 erreichte sie sogar den 1. Platz als beste Lehrerin in Englischer Literatur bei einem Provinzwettbewerb.

In einem Buch blickte sie 2017 auf ihre Kriegserlebnisse als Kind im Zweiten Weltkrieg zurück, das in die afrikanischen Schularchive aufgenommen wurde. Sie war eine der wenigen, die sich trotz fortgeschrittenen Alters noch Ipad und Computer zunutze machten. Laut Stefan Freund war sie bei den afrikanischen Schülerinnen beliebt wegen ihrer zwar strengen, aber auch mütterlichen Art, weshalb sie „vatet“ genannt wurde – was so viel bedeutet wie „ältere Tante, die beratend wirkt und Entscheidungen trifft“. Die Missionarin interessierte sich privat besonders für Philosophie und Literatur. Neben schönen Momenten in Afrika soll sie im Bürgerkrieg aber auch Schreckliches erlebt haben.

Schöne Landschaft in Sulzbach

Wenn sie in Deutschland Urlaub machte, verbrachte sie viel Zeit bei ihrer Mutter Anna Block in der Königsbergstraße in Sulzbach-Rosenberg. Sie hatte hier auch viele Brieffreunde. Viele dürften sich auch noch an ihren ausführlichen Diavortrag im Josefshaus erinnern, in dem sie über ihr Wirken in Simbabwe berichtete. In ihren Briefen soll sie oft von der schönen Gegend um Sulzbach gesprochen haben. Besonders der Annaberg mit seiner Wallfahrtskirche blieb ihr immer in Erinnerung. Am 29. Juli ist Schwester Clarina im St.-Anna-Hospital in Harare gestorben. Sie hinterließ ein Zitat aus dem Jahr 2017: „Auf Erden leben wir in Christus, nach dem Tod leben wir mit Christus.“

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"Auf Erden leben wir in Christus, nach dem Tod leben wir mit Christus."

Schwester Clarina Freund im Oktober 2017

Schwester Clarina Freund im Oktober 2017

 

 

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