08.11.2021 - 10:53 Uhr
AuerbachOberpfalz

Pfarrer im Ruhestand Hermann Spies begeht in Auerbach seinen 95. Geburtstag

Hermann Spies ist gebürtiger Auerbacher, und in seinem Elternhaus verbringt der Ruhestandspfarrer den Lebensabend. Die Ehrenbürgerschaft verdiente sich der jetzt 95-Jährige in einer anderen Stadt.

von Externer BeitragProfil

Von Rudolf Weber

Vor 95 Jahren, am 9. November 1926, kam Hermann Spies in Auerbach im damaligen Postbotenhäusl, das an der heutigen Einfahrt in den Place de Laneuveville stand, zur Welt. Er war ein Sohn des Bergmanns Georg Spies (verstorben 1965) und seiner Ehefrau Anna (verstorben 1991), eine geborene Dobmann aus Barbaraberg bei Speinshart. Die noch lebenden Zwillinge Erna und Rosemarie (verheiratete Heberl) vervollständigten 1937 die Familie.

Die Schulausbildung von Hermann Spies unterbrachen der Ruf zum Reichsarbeitsdienst, ein Kriegseinsatz mit Verwundung und die amerikanische Gefangenschaft. Nach dem Abitur 1949 studierte er Philosophie und Theologie in Bamberg. Die Priesterweihe empfing er am 25. Juli 1954 im Bamberger Dom durch Erzbischof Josef Otto Kolb.

Aufbauarbeit in einer jungen Gemeinde

Von seinen 47 Berufsjahren wirkte Spies 42 Jahre als Seelsorger in der 1965 errichteten Pfarrei St. Johannes in Oberasbach-Kreutles. In der Ausgabe 2019 von „Kontakte – Pfarrbrief der katholischen Pfarrei St. Johannes, Oberasbach“ hieß es über diesen Zeitraum u.a.: „Seiner tatkräftigen und zupackenden Art ist es zu verdanken, dass sich die neue Gemeinde prächtig entwickeln konnte." In seine Zeit fielen der Bau einer Kirche, eines großangelegtes Pfarrzentrums, eines Pfarrhauses und eines Kindergartens. Für seine großen Verdienste machte die Stadt Oberasbach Hermann Spies 2000 zu ihrem Ehrenbürger.

Hermann Spies wurde 1988 zum Erzbischöflichen Geistlichen Rat (EGR) ernannt. Das Bundesverdienst­kreuz, überreichte ihm im Auftrag des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog die frühere Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Seinen Ruhestand, den er zum 1. September 2001 antrat, verbringt der heute 95-Jährige in seinem Elternhaus in der Engen Gasse in Auerbach, liebevoll betreut von seiner Schwester Erna.

Ausgewiesener Freund der Poppenkapelle

Besonders am Herzen liegt dem Jubilar die Poppenkapelle beim Lohweiher an der Straße nach Neuhaus. Nach einer Restaurierung segnete er im Mai 2009 das kleine Gotteshaus und machte es wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Für die nebenstehende alte Steinsäule hat Hermann Spies ein modernes Marienbild besorgt, ein Werk der Künstlerin Marlene Reidel (1923 - 2014).

Als „Schwarzarbeiter ex caritate“ ("aus Liebe"), wie er selber einmal sagte, half Pfarrer Spies in den vergangenen Jahren gern und oft in Auerbach und in verschiedenen Pfarreien der Umgebung aus, unter anderem in Neuhaus, Hartenstein und Kirchenbirkig. Seit ein paar Jahren erlauben das, zu seinem großen Bedauern, sein hohes Alter und sein Gesundheitszustand nur mehr sehr selten.

Hermann Spies blickt auf 65 Priesterjahre zurück

Auerbach

Das Marterl an der Poppenkapelle als Motiv eines Buchtitels

Auerbach

 

 

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