21.02.2020 - 10:06 Uhr
AuerbachOberpfalz

Stadtrat Auerbach stimmt für Hotel "Auerplace"

Vielfach ließ es Bürgermeister Joachim Neuß anklingen, dass er im Gespräch mit Initiatoren eines modernen, komfortablen Wellnesshotels sei, das im Gewerbegebiet Saaß entstehen soll. Nun war es Tagesordnungspunkt in der Stadtratssitzung.

So soll es aussehen, das Hotelprojekt "Auerplace" mit Hotel und Nebengebäuden für Wellness und Fitness, Chalets, Tiefgarage und Teich mit dem wie es hieß "Core Room", also dem Zentrum des Komplexes.
von Autor SCKProfil

Die regionalen Initiatoren des geplanten Hotels "Auerplace" kamen als mehrköpfiges Team um die Therapeutin Miriam Glenk aus Pegnitz, die lokale Unternehmerin Martina Meisel, Hotelexpertin Andrea Maria Aichinger, Unternehmer Tobias Weidinger und Managerin Anja Michel in die Auerbacher Stadtratssitzung. Dieses Gründerteam beabsichtigt mit "Auerplace" ein innovatives Hotelprojekt im Bereich nordwestlich von Cherry zu errichten und präsentierte den Stadträten seine zukunftsweisende Vision. Aus ihren Vorstellungen wurde durch dp architekten Greßmann Söllner, Regensburg, ein Planungsentwurf für dieses erste Mentoring-Hotel Deutschlands entwickelt.

Für die Realisierung des Hotelbaus soll eine Genossenschaft gegründet werden. Bereits am 29. Februar ist in Auerbach ab 19 Uhr in der Helmut-Ott-Halle eine Bürgerversammlung anberaumt, um allen Interessenten das Projekt vorzustellen. Möglichst alle Bürger sollen dadurch "mit ins Boot" genommen werden, so die Initiatoren.

Die Therapeutin Miriam Glenk erläuterte das Konzept für Bewegung und Entspannung, das dem Hotel-Projekt zugrunde liegen soll. Man will einen Ort schaffen, mit Gegebenheiten, die alle das Wohlbefinden des Menschen fördern. Glenk: "Alles fördert Alles. Dort wo man Wissenschaft und Bewusstsein zusammenbringt mit der Intelligenz der Natur, weil es zusammengehört. Wasser ist der Mittelpunkt und es gilt Wasser im Fluss zu halten." Auf einem Areal von 30000 Quadratmetern sollen das Hotelgebäude mit Nebengebäuden entstehen. Inmitten eines zentral gelegenen Teichs ist der so genannte Core-Room, also das Zentrum mit dem Hotelkomplex auf der einen Seite und den Wellness- und Fitnessräumen auf der anderen Seite. Für die Bebauung sind 8500 Quadratmeter vorgesehen, hieß es in der Stadtratssitzung.

Schon der Fußweg vom Hotel über den Teich vorbei am Core-Room zu Fitness- und Wellnessräumen soll Gelegenheit zur Entschleunigung bieten, erklärte das Gründerteam. Umgeben von einer Parkanlage sind mehrere Chalets vorgesehen. Fahrzeuge finden in der Tiefgarage Platz.

Für dieses Projekt mit 100 Betten wurde auch eine Hotelbedarfsanalyse erstellt, die eine Bettennot vor Ort belegt, war zu hören. Durch dieses Hotel-Projekt mit Restaurant sollen etwa 60 bis 65 Arbeitsplätze entstehen.

Der selbständige Unternehmer Tobias Weidinger, seit vier Monaten im Gründerteam, ging seinerseits ein auf die Finanzen für das Projekt und den Aufbau der Genossenschaft rund um Glenk, Aichinger, Meisel und ihn. Auf Anfrage der Stadträte Edmund Goß und Herbert Appl gab Weidinger zu einzelnen Bereichen ein Kostenvolumen im zweistelligen Millionenbereich an. Genauere Informationen waren ihm jedoch nicht zu entlocken. Doch plant die Kalkulation der Gesamtfinanzierung einen Eigenkapitalanteil mit den Genossenschaftsanteilen der Investoren von 15 bis 20 Prozent, einer Förderung von 20 bis 40 Prozent aus Mitteln der Tourismusförderung durch EU, Deutschland und das Bayerische Wirtschaftsministerium soll fließen. Ergänzend könne die Restfinanzierung durch eine oder mehrere Banken zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Hier fragte Stadtrat Uwe Ditz nach der geplanten Amortisierungsdauer für das Fremdkapital. Für das Gründerteam konnte Weidinger naturgemäß keine Referenzobjekte vorweisen. Doch liegen dem Projekt neben der Bedarfsanlayse auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen zugrunde, hieß es. Catharina Denk, die Nachhaltigkeitsbeauftragte im Team, hob den "Weg der Nachhaltigkeit, der Ökologie und Ökonomie im Miteinander" hervor und Martina Meisel betonte, dass mit dem Hotelprojekt "Auerplace" das klassische Hotel mit Menschlichkeit verbunden werden soll. Sie rückte für den Standort Michelfeld die Lage zwischen Pegnitz und Auerbach mit hier angesiedelten Firmen ebenso in den Vordergrund wie die gute Verkehrsanbindung zur Autobahn durch die Lage an der B 85.

Stadtrat Martin Weiß (FW/AA) begrüßte das wie er sagte "Leuchtturm-Projekt Auerplace" und die Fraktionssprecher Goß (SPD) und Appl (CSU) signalisierten ebenfalls die Zustimmung zu dem Projekt. Der Stadtrat folgte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Ansiedlung des Hotels Auerplace" im Gewerbegebiet Saaß mit 17:0 Stimmen.

Im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung wurde noch folgender Beschluss gefasst: Für die nötigen Straßenunterhaltsarbeiten in diesem Jahr hat, wie schon 2019, hat die Verwaltung eine Markterkundung bei den Asphaltbetrieben und Straßenbauunternehmen gemacht. Lediglich die Firma Englhard Asphaltbau GmbH konnte für 2020 eine Zusage zu den Preisen aus 2019 erteilen und hat auch noch Kapazitäten frei, erklärte Bürgermeißter Joachim Neuß. Da alle anderen angefragten Unternehmen abgesagt haben, wurde auf eine Ausschreibung verzichtet. Der Stadtrat erteilte den Auftrag für Straßenunterhaltsarbeiten an die Englhard Asphaltbau GmbH zum Bruttoangebotspreis von 132.140,16 Euro. Asphaltiert werden soll die restliche Hans-Böckler-Straße sowie Teilstücke der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Ohrenbach und Ortlesbrunn, der Ortsstraße auf der Saaß, der Ortsdurchfahrt Degelsdorf und in Welluck auf der Ruh. Ebenso wird am Reichenbacher Berg über 300 Meter eine Tragdeckschicht aufgebracht.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.