20.07.2020 - 15:04 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Maximal 300 Gäste dürfen gleichzeitig ins Sibyllenbad

Es ist ein weiterer Schritt in die Normalität nach der Corona-Zwangspause. Die Bade- und Saunalandschaft im Kurmittelhaus bei Bad Neualbenreuth wagt am 27. Juli den Neustart. Ohne Einschränkungen geht das nicht.

von Paul Zrenner Kontakt Profil

Eine Woche vor der geplanten Wiedereröffnung hatte Sibyllenbadchef Gerhard Geiger Bürgermeister Klaus Meyer und den Tourismusausschuss der Gemeinde und die Leiterin der Gästeinformation, Ursula Stingl, zu einem Vorort-Termin an der Kurallee eingeladen.

Nach der durch Corona bedingten Schließung am 14. März können nun weitere Bereiche des Kurmittelhauses für Gäste geöffnet werden. Die Medizin-Abteilung startete bereits am 15. Juni. Geiger schilderte bei einem Rundgang, was angesichts der aktuellen Vorgaben der Staatsregierung in einem bayerischen Bade- und Wellnessbereich zu erwarten sei und was eben derzeit noch nicht. So sind diverse Bereiche gar nicht zugänglich, was mit vielen Schildern markiert ist – etwa der Trinkbrunnen im Untergeschoss.

Barbara Bannert, stellvertretende Werkleiterin und Vertriebsleiterin im Kurmittelhaus, hatte die Vorgaben des Hygienekonzepts aus München für das Kurmittelhaus in Bad Neualbenreuth umgesetzt. Die Inhalte sind in einer Broschüre zusammengefasst. Sie wird in den Übernachtungsbetrieben verteilt und ist außerdem im Internet abrufbar. Wesentliche Einschränkung ist die Anzahl der Gäste, die gleichzeitig im Haus sein dürfen: „Pro 10 Quadratmeter Fläche ein Gast macht bei uns im Bewegungsbad und im Saunabereich zusammen knapp 300 Gäste“.

Das Management geht davon aus, dass dies zunächst auch ohne ein Online-Reservierungssystem umsetzbar ist. Sowohl für Bad als auch für Bad und Sauna werden ausschließlich drei Stunden Eintritte angeboten. Somit werde möglichst vielen Menschen der Besuch zu ermöglicht. Sondertarife wie Frühaufsteherticket oder die günstige Regelung für Gruppen oder der VdK-Tag am ersten Montag des Monats gelten bis auf weiteres nicht.

Pauschalangebote mit ganztägigem Eintritt und Wohlfühlanwendungen sind derzeit nicht buchbar.

Datenerfassung ein Muss

Die erforderliche schriftliche Erfassung der Gäste-Daten kann unmittelbar vor der Badekasse erledigt werden, Sibyllenbad bietet das Formular aber auch auf seiner Internetseite an. Dort kann es ausgedruckt und ausgefüllt werden und dann ohne zusätzlichen Aufwand beim Besuch an der Kasse abgegeben werden. Die Erfassung dient ausschließlich, ähnlich den Gastronomieauflagen, der Nachvollziehbarkeit eventueller Infektionsketten. Die Schriftstücke werden gemäß Datenschutzgrundverordnung nach vier Wochen vernichtet.

Im gesamten öffentlich zugänglichen Bereich des Kurmittelhauses ist ein eigener Mund-Nasenschutz absolute Pflicht. Personen mit aktueller Corona-Infektion oder bekanntem Kontakt zu einem Infizierten ist, nachvollziehbar, der Besuch untersagt. Gäste der Bade- und Saunalandschaft müssen den persönlichen Schutz bis zu den Umkleiden verpflichtend tragen. Dass im ganzen Haus, insbesondere aber dann in den Bereichen ohne Gesichtsbedeckung der erforderliche Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen einzuhalten sei, auch in den Heilwasserbecken, stellte Geiger besonders hervor. Auch bei den Ruhephasen gelte der genannte Mindestabstand bei den Liegen, lediglich Personen gleichen Hausstandes können in der Ruhephase dichter liegen. Die vorgegebene und vermessene Position der Liegen darf nicht verändert werden.

Es sprudelt nichts im Moment

In der Badelandschaft müssen Gäste derzeit auf das beliebte Dampfbad, den Whirlpool, Boden- und Massagesprudler verzichten und auch im Außenbecken muss die Sprudelsitzbank außer Betrieb bleiben. Da die Lüftung mit 100 Prozent Außenluft gefahren werden muss, ist die Raumtemperatur anders als früher. „Das wird bei unveränderter Wassertemperatur in den Becken gefühlt im Hallenbereich leider erlebbar“, so Geiger. „Keine Schikane sondern Sicherstellung der Vorgaben“ so verteidigt der Diplom-Kaufmann diese erforderliche Maßnahme. Sie sei energetisch und betriebswirtschaftlich eigentlich nicht vertretbar.

Der Wellnessbereich muss derzeit ohne sein Alleinstellungsmerkmal „Orientalischer BadeTempel“ in Betrieb gehen, auch dortige Anwendungen wie Massagen auf dem warmen Marmorstein werden nicht angeboten. Mit Ausnahme des Dampfbades sind alle weiteren Saunen verfügbar. Es gilt eine Begrenzung der gleichzeitig anwesenden Gäste, so dass in den kleineren Saunen drei Kunden gemeinsam schwitzen dürfen. Aufgüsse werden weiter erfolgen, aber das bei den Gäste beliebte Wedeln, also die Verteilung der extrem heißen Luft zu den Gästen, muss unterbleiben. Wie in der Badelandschaft endet auch im Saunabereich der Betrieb nun bereits um 20 Uhr. Der „Damentag“ am Dienstag ab 17 Uhr gilt unverändert weiter.

Entspannung im Festzelt

Kreativ war das Sibyllenbadteam auch bei den Präventionskursen. „Diese Zielgruppe hat in den vergangenen Jahren eine große Zahl an Übernachtungen in der Marktgemeinde generiert, wir brauchen diese gesundheitsorientierten Gäste im Stiftland“, sagte Geiger mit Blick auf die beiden Zelte die an der Kurallee aufgestellt wurden. „Nur hier können wir den Mindestabstand zwischen den Gästen bei Entspannungsübungen in der Gruppe sicherstellen. Dass die Gäste ihre eigenen Matten und Decken dazu mitbringen war kein Problem“, so der Werkleiter.

Gesundheitsamt beim Vorort-Termin

Dankbar zeigte sich der Sibyllenbadchef über den Umstand, dass Jürgen Lober vom Tirschenreuther Gesundheitsamt sich in der Vorwoche Zeit genommen hatte zu einem längeren Vororttermin. Dort konnten das Hygienekonzept, die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen und weitere Details zum künftigen Betrieb vorab abgestimmt werden. "Schön geht anders", so Geiger über die Einschränkungen und ließ durchblicken, dass er sich genauso wie die Besucher nach einem früheren Betriebsablauf sehnt. Doch die Gesundheitsvorsorge für Gäste und Team habe absolute Priorität.

"Gesundheit geht vor", sagte auch Bürgermeister Klaus Meyer im Hinblick auf die Einschränkungen; doch die eingeschränkte Öffnung sei allemal besser als gar keine. "2020 wäre unser Jahr geworden", zitiert Meyer Aussagen von Vermietern, als im März alles geschlossen werden musste – nach einem hoffnungsvollen Start in der Folge der Ernennung zum Bad. "Aber der Virus hat uns alle auf Null zurückgesetzt."

Mitte März stellte Sibyllenbad den Betrieb ein:

Bad Neualbenreuth
Infobox:

"Schallsauger" für mehr Ruhe im Wellnessbereich

Bei der Begehung des Kurmittelhauses erläuterte Sibyllenbadchef Gerhard Geiger die seit der Schließung im März durchgeführten Maßnahmen im Kurmittelhaus. Die sonst im Sommer übliche Jahresinspektion war vorgezogen worden; daneben verwies Geiger auf umfangreiche Arbeiten im Technikkeller durch eine externe Fachfirma. So sei etwa die Filtertechnik optimiert worden. Im Wellnessbereich wurde die Birkensauna als Außensauna komplett neu gestaltet und auch die Fußbodenheizung im Außenbereich saniert und erweitert. Großflächige „Schallsauger“ in den Ruhe- und Anwendungsbereichen der Wellness sind nun nicht nur optische Bereicherung, "sondern verbessern auch die Akustik und damit letztlich die Ruheoptionen der Gäste", wie es dazu in einer Pressemitteilung heißt. Die Holzfassade des Teehauses wurde nach nunmehr 14 Jahren Nutzung ausgewechselt und zeigt sich wieder in freundlichen Farbtönen. An der erst kürzlich an der Südseite des Kurmittelhauses neu gestalteten Promenade wurde nun auch der von den Hotels entfernterer Bereich neu gestaltet: Rund 2000 Pflanzen und Zwiebeln wurden unter Aufsicht des Sibyllenbadgärtners Patrick Schön in das Erdreich gebracht, um künftig den Gästen ein attraktives Bild zu bieten und den Bienen und Insekten Tummelplatz und Aktionsraum zu sein.

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