Bärnau
16.06.2021 - 15:16 Uhr

Zwangspause für die Holzernte

Die lange „Durststrecke“ bei den Holzpreisen ist wohl vorbei. Doch so richtig profitieren kann die Stadt Bärnau davon noch nicht. Eine Verordnung sorgt derzeit für einen Stopp.

Frischholz erzielt derzeit wieder bessere Preise. Doch kann Bärnau derzeit keinen Holzeinschlag vornehmen. Eine Verordnung stoppt die Holzernte. Immerhin wurde bereits die Hälfte der geplanten 6800 Festmeter "geerntet". Bild: Stefan Gradl/exb
Frischholz erzielt derzeit wieder bessere Preise. Doch kann Bärnau derzeit keinen Holzeinschlag vornehmen. Eine Verordnung stoppt die Holzernte. Immerhin wurde bereits die Hälfte der geplanten 6800 Festmeter "geerntet".

Insgesamt 2629 Festmeter Holz konnten im vergangenen Jahr auf den 580 Hektar Waldfläche der Stadt "geerntet" werden. Damit lag man weiter deutlich unter dem Jahreshiebsatz von 4000 Festmetern, berichtete Stadtförster Stefan Gradl in seinem Bericht bei der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag. Immerhin konnte der Stadtförster in seinem Jahresbetriebsplan für 2020 noch einen Überschuss von 10 644 Euro im Gesamtwald erzielen. Dies bedeute einen Überschuss von 19 Euro je Hektar Holzboden. Dabei erläuterte Gradl auch, dass vor allem der GmbH-Wald aufgrund der Einschlagsmenge an frischem Stammholz für den Überschuss gesorgt hätte.

Entspannung beim Borkenkäfer

In seiner Bilanz für 2020 notierte der Stadtförster beim gesamten Holzeinschlag einen Anteil von 1152 Festmeter Schadholz, verursacht durch den Borkenkäfer. Mit der Gesamtmenge hätte die Stadt im vergangenen Jahr den Hiebsatz um 34 Prozent unterschritten. Seit der Forsteinrichtung im Jahr 2012 seien rund 71 Prozent des Jahreseinschlags zu wenig vorgenommen worden. In seiner Bilanz listete Gradl noch durchschnittlich rund 500 Festmeter für die Selbstwerber in den vergangenen Jahren auf. In seinem Rückblick erinnerte der Stadtförster an die lange Phase mit kühler Witterung im Frühjahr 2020. Dadurch sei eine Entspannung beim Borkenkäfer-Befallsdruck erfolgt. "Die Befürchtungen, dass die Situation eskaliert, ist so nicht erfolgt", berichtete Gradl. Dadurch sei auch die Menge an Käferholz geringer ausgefallen. Die Aufarbeitung dieses Postens konnte durch die beiden eigenen Waldarbeiter vorgenommen werden. Ein Überangebot an Schadholz habe dennoch für einen schlechten Preis des Stammholzes gesorgt, der bis Ende 2020 auf dem Brennholz-Niveau lag, erinnerte Gradl. Erst gegen Ende des Jahres hin sei eine erhöhte Nachfrage nach Frischholz eingetreten, verbunden mit einer Preissteigerung. Darauf habe man mit Erntemaßnahmen durch den Harvester reagiert. Keine größeren Ausführungen brauchte Gradl zur Pflege der Waldwege zu machen. Die sei aufgrund der Trockenheit im vergangenen Jahr kaum erforderlich gewesen.

In seinem Bericht listete Gradl weiter die verschiedenen Fördermaßnahmen auf. So würde der Freistaat die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung durch eine rechtzeitige Holzabfuhr mit 5 Euro je Festmeter unterstützen. Die Bundeswaldprämie zur Unterstützung nachhaltiger Forstwirtschaft belaufe sich auf 100 Euro je Hektar.

Bärnau14.06.2021

In einem Ausblick auf das laufende Betriebsjahr ging der Stadtförster auf eine Erhöhung der Einschlagsmenge, auch mit Blick auf die guten Preise, ein. So plane man eine Menge von rund 6800 Festmeter, von denen bereits gut die Hälfte schon "geerntet" wurde. Allerdings sorgte aktuell eine "Verordnung über die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags im Forstwirtschaftsjahr 2021" für einen Stopp. Diese Verordnung gelte aber nur bis Ende September. Zu den diesjährigen Arbeiten zählte Gradl eine Jungbestandspflege auf 5 bis 15 Hektar, je nach Bedarf, sowie eine weitere Anreicherung des Waldes mit Mischbaumarten. Nach der Beanspruchung durch die Holzabfuhr stehe auch die Pflege der Waldwege im Programm.

Informationen bei Waldtagen

Zu den Vorhaben des Stadtförsters gehören in diesem Jahr auch zwei Waldtage. Dabei könnte an einem Termin der Stadtrat informiert werden, ein zweiter Termin sei dann für die Öffentlichkeit geplant. Der Stadtrat war mit dem Jahresbetriebsnachweis für 2020 sowie mit dem Jahresbetriebsplan einverstanden. Zweiter Bürgermeister Michael Schedl ging auf die aktuelle Verordnung zum Holzeinschlag ein. Bärnau werde jetzt bestraft, dass man in den vergangenen Jahren den Hiebsatz unterschritten habe, vermerkte Schedl.

 
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