10.01.2019 - 13:22 Uhr
BayernOberpfalz

Schnee, Schnee, Schnee: Katastrophenfall jetzt in zwei Regionen

Autos rutschen von der Straße, Lastwagen bleiben liegen und Flugzeuge starten nicht. Der Winter sorgt in weiten Teilen Bayerns für Chaos. Im Süden gilt in zwei Landkreisen der Katastrophenfall.

Ein Schild weist an einer Wegsperre am Spitzingsee auf eine Lawinengefahr hin.
von Agentur DPAProfil

Nach den starken Schneefällen gilt nun in zwei oberbayerischen Landkreisen der Katastrophenfall. Das Landratsamt rief am Donnerstag für das südliche Berchtesgadener Land den Katastrophenfall aus. Die Behörde übernehme die Koordination der Einsätze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher mit. Seit Montag gilt bereits im Landkreis Miesbach der Katastrophenfall.

Im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe sitzen noch immer rund 350 Menschen fest, weil die einzige Zufahrtsstraße wegen der Schneemassen gesperrt ist. Nur Militärfahrzeuge der Bundeswehr können die Strecke befahren. Die abgeschnittenen Bewohner und Mitarbeiter eines Asthma-Zentrums werden von den Soldaten transportiert und versorgt.

Zahlreiche Straßen in der Region blieben wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. Unter anderem kann die für Skifahrer und Reisende wichtige Bundesstraße 307 in Oberbayern teilweise nicht befahren werden. Zu hoch sei die Lawinengefahr, erklärte das Landratsamt Miesbach. Wintersportler gelangen über die B307 zum Skigebiet am Achensee in Österreich.

Probleme auf A72 in Oberfranken

Der Winter brachte den Verkehr auf der Autobahn 72 in Oberfranken zum Erliegen. Von Plauen (Sachsen) in Richtung Bayern stauten sich am Donnerstagmorgen die Fahrzeuge im Berufsverkehr auf etwa 15 Kilometern. Laut Polizei fielen in drei Stunden etwa 40 Zentimeter Neuschnee. Schon am Mittwochabend blieben mehrere Lastwagen liegen und blockierten die Strecke vollständig. Auch für die Räum- und Streufahrzeuge war kein Durchkommen mehr.

Nichts geht mehr auf A9

Hof an der Saale

Schwer verletzt worden sei ein 47-Jähriger, er geriet laut Polizei mit seinem Auto in Berngau (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) ins Schleudern, sein Wagen sei gegen einen entgegenkommenden Lastwagen geprallt.

Ebenfalls die Kontrolle verlor ein Mann in Essenbach (Landkreis Landshut), sein Wagen kam auf den Gleisen eines Bahnübergangs zum Stehen. Als der Fahrer per Handy den Notruf alarmierte, erfasste ein Zug sein Auto - der Mann war nicht mehr in seinem Fahrzeug. Auch sonst wurde niemand verletzt, der Bahnverkehr läuft wieder ohne Behinderungen, teilte die Polizei in Niederbayern mit.

Schwerer Unfall im Landkreis Neumarkt

Neumarkt i. d. Opf.

Flüge annuliert

Am Flughafen München wurden ungefähr 50 Flüge wetterbedingt annulliert - allerdings liege das an den Witterungsverhältnissen an anderen Orten und nicht an den Schneeverhältnissen an Deutschlands zweitgrößtem Airport, sagte ein Sprecher am Morgen.

Im Berufsverkehr kam es in der Landeshauptstadt bei Bussen, Trambahnen und der S-Bahn zu Verspätungen und Ausfällen. Auch der Regionalverkehr war betroffen.

Die Krankentransport- und Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes brauchen wegen des Schnees länger auf dem Weg zu Patienten und Kliniken. Die medizinische Versorgung sei aber nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher. In den Alpenregionen seien Fahrzeuge mit Allradantrieb im Einsatz. "Vereinzelt müssen Spezialfahrzeuge der Bergwacht vorausfahren und den Weg freimachen.2

In den Landkreisen Starnberg, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Regen, Traunstein und Freyung-Grafenau wie an den Schulen im schwäbischen Memmingen fiel der Unterricht aus. In einigen Schulen in den Landkreisen Rosenheim, Unterallgäu, Berchtesgadener Land, München und Weilheim-Schongau fand ebenfalls kein Unterricht statt. An vielen Schulen im südlichen Oberbayern und Schwaben soll der Unterricht auch an diesem Freitag ausfallen.

Warum versinkt die Oberpfalz nicht im Schnee?

Amberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.