27.02.2020 - 18:49 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Bechtsriether Wahl etwas Besonderes

Bei der Kommunalwahl am 15. März gehen eine Unmenge Kandidaten in den insgesamt 38 Gemeinden im Landkreis bunt gemischt ins Rennen. Eine der kleinsten sticht dabei heraus. Es ist Bechtsrieth.

In Bechtsrieth haben die Kommunalwahlen eine besondere Komponente. Neben der hohen Kandidatendichte spielt auch die Historie des Orts selbst eine wichtige Rolle.
von Ernst FrischholzProfil

1106 Einwohner, davon 896 Wahlberechtigte, für die 82 Kandidaten auf dem Wahlzettel zur Wahl stehen. Das in vier politischen Gruppierungen. Also fast zehn Prozent der Wähler. Das Besondere an der Konstellation in Bechtsrieth stellt sich aber bei den Kandidaten für den Bürgermeistersessel dar. Drei Kandidaten, zwei Frauen und ein Mann, haben da ihren Hut in den Ring geworfen. Auffällig ist, dass alle drei bisher weder für den Gemeindevorsitz kandiert, noch jemals im Gemeinderat vertreten waren. Quasi „Frischlinge“ .

Auch die politische Historie des Orts selbst ist relativ jung und bewegt. Bei der Gemeindereform nach Irchenrieth eingemeindet, fand man mit den Irchenriethern nie zusammen. Seit 1994 ist Bechtsrieth wieder eine eigene Gemeinde.

Damit ergaben sich neue politische Konstellationen. Die CSU löste sich auf. Grund war der Kindergartenbau in Irchenrieth. Den wollte auch Bechtsrieth haben. Da es sich hier um einen kirchlichen Kindergarten handelte, entschied die Tatsache, dass es in der Pfarrei Michldorf noch keinen Kindergarten gab und in der Pfarrei Schirmitz, zu der Bechtsrieth kirchlich gehörte, bereits einen. Die Unterstützung von Irchenrieth durch die CSU-Oberen, vor allen Dingen durch den damaligen Staatsminister Gustl Lang, war für die Bechtsriether Schwarzen der Grund der Auflösung. Aus den Reihen der CSU bildete sich die Gemeinschaftsliste.

Im März wählte man erstmals und Hans Götz von der Gemeinschaftsliste wurde Bürgermeister. Ab Mai 1994 war Bechtsrieth dann wieder selbstständig. Als weitere Partei im Gemeinderat gab es nur die SPD. 2005 gründete sich dann aber wieder eine CSU. 2008 wurde Gerhard Scharl von der Gemeinschaftsliste zum Bürgermeister gewählt. Scharl ist aktueller Bürgermeister, kandidiert aber nicht mehr. Im Herbst des Vorjahres gründeten sich zudem die Freien Wähler.

Bis dato sieht die Sitzverteilung im zwölfköpfigen Gemeinderat so aus, dass die Gemeinschaftsliste sechs Kandidaten, die SPD vier und die CSU derer zwei stellt. Da bei der führenden Gemeinschaftsliste mit sechs Räten nur mehr ein einziger übrig bleibt und die Gruppierung zudem nur eine Liste mit zehn Kandidaten stellt, ist hier schon einmal ein Wechsel gewiss. In weiteren Listen treten mit jeweils einem Bürgermeisterkandidaten und 24 Bewerbern die CSU, die SPD und die Freien Wähler auf.

Petra Baierl.
Weitergesagt:

Petra Baierl (Freie Wähler, 51 Jahre)

* Nach 100 Tagen im Amt will ich …

... das Feedback aus Bürgerchecks und Bürgergesprächen als Schwerpunkte angehen. Erste Weichenstellung für konkrete Projekte wie Oma-Hotline, Alt hilft Jung, ehrenamtlicher Seniorenfahrdienst.

* Das wichtigste offene Projekt meines Vorgängers, das ich fortführe …

Die Dorferneuerung und diese so transparent gestalten, dass die gefühlten Ungerechtigkeiten in Zukunft verhindert werden. In dieser Sache muss es wieder ein friedvolles Miteinander geben.

* Bechtsrieth ist für mich …

... ein Rohdiamant, den es gilt zum Strahlen zu bringen und das möglichst in Orange.

Birgit Krug.
Weitergesagt:

Birgit Krug (SPD, 52 Jahre).

* Nach 100 Tagen im Amt will ich …

... ein Vereinskartell gegründet haben, die Wünsche und Anregungen der Bürger aufgenommen haben und beginnen mit der Umsetzung.

* Das wichtigste offene Projekt meines Vorgängers, das ich fortführe …

... ist die Erweiterung der Grundschule mit der Mittagsbetreuung und die Weiterführung der Dorferneuerung.

* Bechtsrieth ist für mich …

... eine liebens- und lebenswerte Gemeinde und Heimat, für deren Weiterentwicklung ich noch sehr viele Ideen habe.

Markus Ziegler.
Weitergesagt:

Markus Ziegler (CSU, 47 Jahre)

* Nach 100 Tagen im Amt will ich …

... einen Jugend- und Seniorensprecher, einen Wirtschaftsstammtisch und Runden Tisch der Vereine mit dem Ziel Dorffest 2021 sowie ein Verkehrskonzept B22 und Bauhofkonzept haben.

* Das wichtigste offene Projekt meines Vorgängers, das ich fortführe …

... ist die bereits begonnene Dorferneuerung. Aber auch die Erweiterung der Schule mit Sanierung der Turnhalle. Schließlich das Konzept „Natur Ereignisse“ als Vorbeuge bei Extrem-Niederschlag.

Bechtsrieth ist für mich …

Da bin ich daheim. Es ist Heimat, Familie und die Gemeinde in der meine Freunde leben. Das alles ist wert, dafür zu arbeiten.

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