Das Bienensterben ist in aller Munde. Dabei denken die meisten Menschen aber nur an die Honigbiene, eine Züchtung mit dem Artnamen Apis mellifera („die honigbringende Biene“). Das Stadtmuseum Schwandorf zeigt nach der Sonderausstellung über die Honigbienen noch bis 9. September die Sonderausstellung „Wildbienen, Hummeln und Hornissen“ der Initiative „Wildbienenschutz“ aus Rottenburg am Neckar.
Sie weist darauf hin, dass auch die wild lebenden Bienen und ihre Verwandten ein Problem haben. Und es gibt viele davon: Weltweit sind über 20 000 Bienenarten bekannt. Rund 520 Arten sind in Bayern heimisch, davon sind nur 193 Arten entsprechend 35 Prozent nicht gefährdet. Die Lebensbedingungen der Wildbienen werden immer schlechter. Im Gegensatz zu den Honigbienen kümmert sich kein Imker um sie, und sie können auch nicht so weit fliegen wie die auf Hochleistung gezüchtete Apis mellifera, die schon mal zehn Kilometer weit nach Nahrung suchen kann.
Der Aktionsradius der wilden Bienen beträgt je nach Art maximal 300 Meter, weshalb das Nahrungshabitat nicht weiter vom Nest entfernt sein darf. Zudem sind die Wildbienen oft an bestimmte Pflanzen angepasst, die schwer zu bestäuben sind und daher von Honigbienen gemieden werden.
Die Wildbiene ist auf sich selbst angewiesen: Im Gegensatz zur Honigbiene bilden nur einige wenige Arten sowie die 40 zu den echten Bienen gehörenden Hummelarten kleinere Staaten, die allermeisten Wildbienen sind allein lebende „Solitärbienen“. Wichtig sind also geeignete Nistmöglichkeiten einerseits und ausreichend viele blühende Pflanzen in der Nähe.
Das größte Problem ist die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen. Hilfreich wären hier Streifen mit Wiesenblumen oder die Anlage von Hecken und Feldgehölzen mit Totholzstrukturen und Lesesteinhaufen. Aber auch der Privatgarten kann ein guter Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten sein (siehe Infokasten).
Die Hälfte der bayerischen Wildbienen nisten im Boden, rund ein Viertel in Hohlräumen von Pflanzenstängeln und der Rest in Totholz oder Mauerspalten. Nur den rund 20 Prozent der Wildbienen, die selbst keine Hohlräume schaffen können, helfen künstliche Nisthilfen.
Die Ausstellung ist mittwochs, freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 12 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet (Telefon 09431/41553). Weitere Informationen auf www.schwandorf.de. (moh)






















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