Es ist das Musterbeispiel für Symbiose, das Zusammenleben zweier Arten zum gegenseitigen Nutzen: Die Bienen bekommen von Blütenpflanzen Nektar und Pollen, den sie aber auch auf andere Blüten übertragen und so die Fortpflanzung der Pflanzen ermöglichen.
Doch das seit Äonen eingespielte System droht zu kippen: Intensive Landwirtschaft lässt immer weniger Blütenpflanzen zu, und das bedeutet auch immer weniger Nahrung für die Bienen. Engagierte Imker wollen dem Problem auch in unserer Region entgegentreten. Johanna Baumann ist Diplom-Ökotrophologin und selbst Imkerin.
„80 Prozent der Bestäubungsleistung bei Obstbäumen werden von den Bienen erbracht“, weiß sie. Das Problem sei vor allem der Rückgang der Blütenpflanzen. „Der Nektar ist praktisch das Flugbenzin der Bienen.“ Nicht nur die Bauern könnten durch die Anlage von Grünstreifen für Bienennahrung sorgen, auch private Gärtner. Pflanzen mit „einfachen, nicht gefüllten Blüten“ solle man im Garten anpflanzen.
Auch Hans Kagerer, Fachberater der Schwandorfer Imker, empfiehlt „jede Obst- und Beerenpflanze“ für den Garten. Immer mehr Imker würden wegen des Mangels an Blütenpflanzen „Wander-Imkerei“ betreiben und mit ihren Völkern zu den Obstbaumplantagen ziehen. Wer selbst zum Imker werden will, sollte sich einem Imkerverein anschließen, der das nötige Fachwissen vermittelt. Erfreulicherweise kämen auch immer mehr junge Menschen zu den Vereinen. „Der Altherren-Gedanke ist endlich weg“, freut sich Hans Kagerer.
Auch Hermann Pronold, Vorsitzender des Imkervereins Schwarzenfeld und Umgebung, bemerkt einen starken Anstieg der Mitgliederzahlen. Waren es im Jahr 1979 noch 49 Mitglieder, so sind es heute 135. „Darunter rund 100 aktive.“ Allerdings gebe es auch den Trend zu weniger Bienenvölkern pro Imker. Heute hätten manche Imker nur noch ein Volk oder zwei Völker. Angst vor Bienen brauche heute niemand mehr haben, beteuert Hans Kagerer. Die heutigen Rassen seien „auf Sanftmut gezüchtet“. Auch der Zeitbedarf für die Pflege des Hobbys sei überschaubar. „Jeder Hund braucht mehr Zeit.“ Imker seien gut angesehen. „Man hat einen guten Ruf“.
Wer mehr wissen will: Im Stadtmuseum Schwandorf ist noch bis 27. Mai die Sonderausstellung „Honig und Bienen“ zu sehen.
Danach folgt ab 1. Juni die Sonderausstellung „Wildbienen, Hummeln und Hornissen“, die bis 9. September gezeigt wird.
Imker und Zeidler
Im Mittelalter schnitten die „Zeidler“ Honigwaben aus hohlen Baumstämmen, in denen die wilden Bienen lebten. Der Name ist, auch als „Zeitler“, heute noch häufig. Im Begriff „Imker“ steckt das niederdeutsche Wort für Biene, nämlich „Imme“. Heute (Stand 2017) gehören dem Deutschen Imkerbund 114 500 Imker mit rund 800 000 Bienenvölkern an. Nach einem Tief um das Jahr 2010 herum steigt die Zahl der Bienenvölker momentan wieder leicht an. Typischerweise betreut ein Imker bis zu 25 Völker, im Schnitt 6,9 Völker. Das Sammelgebiet eines Bienenvolkes erstreckt sich auf rund 50 Quadratkilometer.
Für 500 Gramm Honig müssen Arbeitsbienen rund 40 000 mal ausfliegen und dabei eine Flugstrecke von rund 120 000 Kilometern zurücklegen. (moh)




















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