13.07.2021 - 16:06 Uhr
BirglandOberpfalz

Birgland beim Gigabit-Ausbau in der Oberpfalz die Nummer 1

Das Birgland ist vorne: Am Donnerstag startet Finanzminister Füracker die Arbeiten zum Glasfasernetz - die erste Maßnahme der Gigabit-Richtlinie in der Oberpfalz. Die Bürgermeisterin weist auf großzügige Förderung hin.

In Schwend fällt am Donnerstag, 15. Juli, der Startschuss zum Ausbau des Breitbandnetzes nach der neuen Gigabit-Richtlinie. Damit ist das Birgland die erste Gemeinde in der Oberpfalz, die dieses mit etwa 3,1 Millionen Euro geförderte Projekt in Angriff nehmen kann.
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Wir treffen Brigitte Bachmann in ihrem Büro im Illschwanger Rathaus. Was hat die Gemeinde Birgland richtig gemacht, dass sie beim Gigabit-Ausbau als erste in der Oberpfalz drankommt und am Donnerstag, 15. Juli, der Startschuss mit Finanzminister Albert Füracker fällt? Waren die Voraussetzungen gut, war es Glück oder gute Beratung? Die Kommunalpolitikerin lächelt: „Wir haben eben schon 2014 angefangen und dem Breitband die höchste Priorität eingeräumt“, schildert sie die Grundlagen - eine echte Herausforderung für die Bürgermeisterin.

Damit war das Birgland sehr früh dran und konnte schon im Dezember 2020 die Ausschreibung beginnen. Entschieden hat man sich dann nicht für die Telekom, sondern für die private Glasfaser-Firma Brandl aus dem Landkreis Neumarkt. „Und in Neumarkt sitzt auch die private Breitband-Beratung, die uns sehr geholfen hat“, meint Bachmann und setzt hinzu: „Selbstverständlich gab es bei der rasanten Breitband-Entwicklung auch gute Hilfe aus dem Finanzministerium und von der Regierung der Oberpfalz.“

Besonderer Bedarf

Dazu kam noch die Einstufung als „Gebiet mit besonderem Handlungsbedarf“, was sich nochmals positiv auf den Fördersatz auswirkte - er liegt jetzt bei rund 90 Prozent. Nach dem abgeschlossenen Höfe-Programm, bei dem die Weiler angebunden wurden, ist das nun der weitere Schritt in die Kommunikations-Moderne. 493 Haushalte und Betriebe können sich anschließen.

Profitieren die Nachbargemeinden von dem Ausbau? Eher nicht, meint Brigitte Bachmann, das wäre beim alten Kupferkabel-System wohl anders gewesen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei gut und werde immer besser, nachdem in intensiven Gesprächen auch große Zweifler überzeugt werden konnten von den Vorteilen des Breitband-Anschlusses. „Das geht inzwischen gegen 100 Prozent.“ Nicht nur Telefon, auch Internet, Fernsehen und mehr legt die Tiefbaufirma in jeden Hausanschluss. Und das beste: Er kostet nichts. Wer zögert und erst später anschließen will, der muss dann mit gut 2500 Euro eigenen Kosten rechnen.

„Das Breitband ist ein enormer, unabdingbarer Standortfaktor für Neubürger, aber auch unverzichtbar für Leute im Home-Office, für Schüler und Studenten und praktisch jeden Betrieb.“ Zum Baubeginn in der Oberpfalz werden von Bürgermeisterin Brigitte Bachmann neben dem Finanzminister Albert Füracker auch Regierungspräsident Axel Bartelt, Landrat Richard Reisinger und MdL Harald Schwartz erwartet. Fertig sein wird das Netz mit einem Verteiler namens „Point of Presence“ in Schwend und einigen Unterverteilern in drei Jahren: 2024 sind dann auch die neue Baugebiete nach und nach vollständig angeschlossen.

3,46 Millionen Euro

Von den Gesamtkosten in Höhe von 3,46 Millionen Euro entfallen auf die Gemeinde Birgland immerhin noch 346 000 Euro Eigenanteil. „Aber das Geld ist bestens investiert“, freut sich die Bürgermeisterin über die 22 Kilometer Glasfaserkabel, die von der (im Birgland übrigens bestens eingeführten) Tiefbaufirma verlegt werden. Die Vergabe an einen privaten Anbieter sieht sie als einen Grund für die schnelle Abwicklung.

„Aber für die private Hardware und die eigene Hausverkabelung muss natürlich jeder Nutzer selbst sorgen“, erinnert sie abschließend. Dann ist das idyllische Birgland, so abgelegen es manchen auch erscheinen mag, wieder die Nummer 1 in der Oberpfalz.

Mehr zur Breitbandförderung für Illschwang und das Birgland

Illschwang

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Birgland
Hintergrund:

Breitbandausbau und Gigabit-Förderung Birgland

  • Start: Ausschreibung im Dezember 2020
  • Umfang: 22 Kilometer für neue Leitungen
  • Kosten: 3,46 Millionen Euro
  • Eigenanteil: Für die Gemeinde Birgland bleiben etwa 346 000 Euro an Kosten
  • Abnehmer: Anschlüsse für 493 Haushalte
  • Förderstellen: Finanzministerium und Regierung der Oberpfalz
  • Einstufung: „Gebiet mit besonderem Handlungsbedarf“
  • Abschluss: Geplant für 2024

„Dazu kam noch die Einstufung als Gebiet mit besonderem Handlungsbedarf, was sich nochmals positiv auf den Fördersatz auswirkte – er liegt jetzt bei rund 90 Prozent.“

Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann

Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann

 

 

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