01.11.2019 - 10:32 Uhr
BirglandOberpfalz

Missionarischer Hotspot in Fürnried: Johann-Flierl-Museum eröffnet

Was bleibt einmal, wenn wir gestorben sind? Ein Grab vielleicht und einige Erinnerungen. Bei Johann Flierl aus dem Birgland sollte es aber mehr sein. Das große Ziel: Ein Museum für den Schatzmeister des Evangeliums.

von Tatiana SichelstielProfil

Einen Gedenkstein für den großen Missionar, der als Begründer der größten evangelisch-lutherischen Kirche im pazifischen Raum gilt, gibt es schon länger. Aber das ist definitiv zu wenig, findet Gerda Stollner. Die Kirchenpflegerin der Gemeinde Fürnried hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, dem Mann, der das Evangelium nach Papua-Neuguinea brachte, ein Denkmal zu setzen, das seiner Bedeutung gerecht wird. Stollner und ihre Mitstreiter organisierten bereits verschiedene Führungen und Lesungen aus Flierls Nachlass, gründeten einen Förderverein und engagierten sich bei der Weltausstellung „Reformation 2017“ in Wittenberg mit einem großen Rondell, das das Leben und Wirken Flierls darstellte. Doch der ganz große Traum war immer die Errichtung eines Johann-Flierl-Museums in seiner Heimatgemeinde Fürnried.

Nach einer schier unendlich langen Zeit, in der es große und kleine Hürden im finanziellen, weltlichen und religiösen Sinne zu überwinden galt, ist Gerda Stollners Vision nun wahr geworden: Im Alten Schulhaus von Fürnried ist am Reformationstag das Johann-Flierl-Museum feierlich eröffnet worden.

Der Zeitpunkt hätte nicht passender gewählt werden können. Regionalbischof Klaus Stiegler verglich beide Anlässe und ihre Hauptverantwortlichen im Festgottesdienst auf sehr treffende Weise: Martin Luther, ein kleiner Mönch, der den ganz Großen die Stirn bot und es wagte, die Bibel für jeden zugänglich zu machen, hat seinen Traum wahr gemacht wie auch Johann Flierl seinen von der göttlichen Mission am anderen Ende der Welt. Den Schatz des Evangeliums gilt es nicht nur zu bewahren, sondern im Vertrauen auf die bedingungslose Liebe Gottes hinauszutragen in die Welt, so Stiegler. Fürnried sei mit diesem Erbe ein „missionarischer Hotspot“.

Dass es jedem Menschen möglich ist, seine Vorhaben umzusetzen, verdeutlichte Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission Eine Welt, mit einem besonderen Geschenk an Gerda Stollner beziehungsweise das Museum: Ein schön gestalteter Spiegel soll als Sinn(Spiegel)bild dafür stehen, dass jeder Einzelne seine Mission, seinen Traum im Blick behält. Mit festem Glauben auch gegen Widerstände etwas Neues wagen – dafür stehen Martin Luther, Johann Flierl und die fleißigen, unermüdlichen Menschen aus dem Birgland, die mit Gerda Stollner ihre eigene Vision wahr gemacht haben: Johann Flierl ein Denkmal zu setzen, das seiner würdig ist.

Das erwartet Sie in der Ausstellung:

Im ersten Stock des ehemaligen Fürnrieder Gemeindehauses, dem ehemaligen Schulhaus Johann Flierls, können sich Besucher fünf Filme, eine Bilderpräsentation, Exponate aus Flierls Zeit und original Gegenstände aus Papua-Neuguinea (in einem extra eingerichteten Zimmer) sowie viele Fotos und Plakate anschauen. Auch eine Hörspielstation und ein Computerterminal sind im Angebot.

Geöffnet hat das Museum zu folgenden Zeiten:

Sonntag, 13.30 Uhr bis 16 Uhr Mittwoch, 14.30 Uhr bis 16 Uhr

Jeden ersten Sonntag im Monat findet eine Führung um jeweils 14.30 Uhr statt.

Gruppen: nach Bedarf.

Adresse: Johann-Flierl-Museum, Schulstraße 2, 92262 Birgland.

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